Die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) für Juli 2026 zeigen zwei gegenläufige Trends: Der Marktanteil von Elektroautos steigt weiter, während die absolute Stückzahl gegenüber dem Vormonat sinkt. Auffälligster Einzelfall ist Tesla: Nach 6.023 verkauften Model Y im Juni bricht die Zahl im Juli auf 299 Einheiten ein und kostet den Wagen damit seinen Platz in den Top Ten.
Knapp 30 Prozent E-Auto-Anteil
Die Elektromobilität boomt im Sommer 2026. Für Juli 2026 meldet das KBA 78.609 neu zugelassene Elektroautos. Das sind rund 5.450 Fahrzeuge weniger als im Juni (84.057). Der Rückgang fällt jedoch geringer aus als der Rückgang beim Gesamtmarkt: Die Zahl aller neu zugelassenen Pkw sinkt von 296.378 im Juni auf 268.068 im Juli. Weil der Gesamtmarkt stärker schrumpft als das E-Auto-Segment, steigt der Elektroanteil an den Neuzulassungen von 28,4 Prozent im Juni auf 29,3 Prozent im Juli.
In der Jahresbetrachtung setzt sich der Trend fort. Nach sieben Monaten zählt das KBA 446.615 neu zugelassene Elektroautos, das entspricht einem Anteil von 25,5 Prozent an allen 1.752.461 Neuzulassungen des Jahres 2026. Im Vormonatsvergleich lag dieser Wert nach sechs Monaten noch bei 24,8 Prozent. Der Juli-Zuwachs von 78.609 Fahrzeugen bestätigt damit den im Juni erstmals erreichten Status des Elektroantriebs als meistgewählte Antriebsart, auch wenn der Wert unter dem Junirekord bleibt.
Skoda Elroq bleibt an der Spitze, VW ID.7 verdrängt ID.3
Im Modellranking für den Monat Juli führt der Skoda Elroq mit 3.541 Neuzulassungen, gefolgt vom VW ID.7 mit 3.247 und der Baureihe ID.4/ID.5 mit 3.241 Einheiten. Der kleinere ID.3 sackt auf Platz sieben ab. Vermutlich warten Interessenten hier auf die Auslieferung des ID.3 Neo. Der BMW X1 komplettiert mit 2.901 Zulassungen die Top vier. Dahinter folgen Skoda Enyaq (2.868), Mercedes CLA-Klasse (2.514), VW ID.3 (2.220), Mini (2.204), Audi Q6 (2.083) und Cupra Born (1.978). Ich rechne ja jeden Monat mit dem Einzug des BMW iX3 in die Top Ten. Aber auch im Juli verfehlt das erste Modell der neuen Klasse mit 1.648 Stück den Einzug.
Bemerkenswert ist das Fehlen von Tesla in der Juli-Liste. Im Juni stand das Model Y mit 6.023 Einheiten noch klar auf Platz eins, fast doppelt so hoch wie die Verfolger. Im Juli sind es nur noch 299 Model Y, ein Rückgang um mehr als 95 Prozent innerhalb eines Monats. Auch die restlichen Tesla-Baureihen bewegen sich im niedrigen einstelligen bis zweistelligen Bereich: 56 Model 3, sieben mal Model S und fünf mal Model X. In Summe kommt Tesla im Juli auf gerade einmal 367 Neuzulassungen über alle Baureihen.
Der Quartalseffekt schlägt zurück
Der Einbruch bestätigt ein Muster, das sich bereits im ersten Halbjahr abzeichnete: Tesla konzentriert Auslieferungen auf die letzten Wochen eines Quartals, um die Quartalszahlen zu maximieren. Nach dem Ausliefer-Endspurt zum Quartalsende folgt regelmäßig ein deutlich schwächerer erster Monat des Folgequartals. Für die Sieben-Monats-Bilanz hat dieser Rhythmus Konsequenzen: Das Model Y liegt mit 20.000 Einheiten hinter dem Skoda Elroq (23.679) und dem VW ID.3 (20.460).

Heimische Marken liegen vorn
Die Julidaten bestätigen den schon im Vormonat beschriebenen Strukturwandel: Der VW-Konzern dominiert mit Skoda- und VW-Baureihen weiterhin die Breite des Marktes, während Tesla bei den Stückzahlen zunehmend von der eigenen Auslieferungslogik und der geringen Modellauswahl ausgebremst wird.
Immerhin ist Tesla der einzige ausländische Autohersteller in den Top Ten im Jahresverlauf. Die Deutschen kaufen am liebsten heimische Marken aus dem VW-Konzern, BMW, Mercedes-Benz und Mini (im Besitz von BMW).
Wer die Jahreswertung 2026 für sich entscheidet, hängt jetzt stärker davon ab, wie gleichmäßig ein Hersteller über die Monate liefert, als davon, wie hoch die Spitzenwerte an einzelnen Stichtagen ausfallen. Der Skoda Elroq hat mit seiner konstanten Auslieferung genau diesen Vorteil, während Tesla im dritten Quartal erneut auf einen Endspurt im September setzen dürfte, um den Rückstand aus dem Juli aufzuholen.



