Nissan kehrt mit dem Pixo in das A-Segment zurück. Der elektrische Kleinstwagen wird im Renault-Werk Novo Mesto in Slowenien gebaut, genau wie der elektrische Renault Twingo. Schließlich sind die beiden Modelle Geschwister. Der Pixo ist technisch gesehen ein Renault Twingo in neuem Kleid.
So kommt der Pixo ebenfalls mit einer 27,5-kWh-LFP-Batterie und 259 Kilometer WLTP-Reichweite mit einem 60 kW Frontmotor. Preise nennt Nissan erst ab Dezember 2026. Orientierung liefert der Twingo. Der startet ab 21.590 Euro in Deutschland.
Ein Nissan-Design auf Renault-Basis
Nissan beschreibt den Pixo als eigens für europäische Städte entwickeltes Elektroauto. Das Design stammt von Nissan, Entwicklung und Produktion laufen in Partnerschaft mit Renault. So hat es Nissan auch bereits mit dem Micra gemacht. Das ist technisch ein Renault 5. Hintergrund ist die Allianz der Hersteller Renault, Nissan und Mitsubishi.
Batteriekapazität, Zellchemie, Motorleistung und Ladeleistungen stimmen mit dem Twingo überein. Auch die Länge von 3,80 Metern entspricht dem Renault. Der Pixo ist das erste Nissan-Modell in Europa mit einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Die Zellchemie gilt als kostengünstig und zyklenfest, bietet aber eine geringere Energiedichte als NMC-Zellen. Die Batterie fasst 27,5 kWh und ermöglicht bis zu 259 Kilometer nach WLTP. Der Wert steht noch unter dem Vorbehalt der Homologation. Ein Frontmotor mit 60 kW treibt den Wagen an.
Zum Vergleich: Beim Schwestermodell von Renault liegt das maximale Drehmoment bei 175 Nm, die Höchstgeschwindigkeit bei 130 km/h, und der Sprint auf 100 km/h dauert 12,1 Sekunden. Ähnliche Werte sind für den Pixo zu erwarten, Nissan veröffentlicht sie bislang nicht. Der Kleinstwagen ist damit klar auf den Stadtverkehr ausgelegt. Für regelmäßige Autobahnetappen fehlen Reichweite und Leistungsreserven.

Laden: 50 kW bleiben der Schwachpunkt
Nissan verbaut serienmäßig einen 11-kW-AC-Lader, der bidirektional arbeitet. Damit sind Vehicle-to-Load- und perspektivisch Vehicle-to-Grid-Anwendungen möglich. Am Schnelllader nimmt der Pixo maximal 50 kW auf. Der Ladevorgang von 15 auf 80 Prozent dauert laut Hersteller rund 28 Minuten. Üblich ist die Angabe der Dauer von 10 bis 80 Prozent.
Das ist für die Batteriegröße vertretbar, im Wettbewerbsumfeld aber kein Vorteil. Tester des Renault-Pendants bewerten vor allem die DC-Ladeleistung als schwach. Positiv ist, dass Nissan DC-Laden in allen Ausstattungsvarianten serienmäßig verbaut. Bei Renault gehört die Funktion je nach Markt zu einem Ausstattungspaket: Serienmäßig ist dort ein 6,6-kW-Bordlader, ein optionales Paket ergänzt 11 kW bidirektional und 50 kW DC. Eine Wärmepumpe erwähnt Nissan nicht. Das dürfte die Winterreichweite spürbar schmälern.

Assistenz und Software: Pflichtprogramm plus Gemini
Bei den Fahrerassistenzsystemen listet Nissan einen autonomen Notbremsassistenten, ein Spurhaltesystem und das e-Pedal für Ein-Pedal-Fahren auf. Das ist im Wesentlichen das, was die EU-Vorschriften zur allgemeinen Fahrzeugsicherheit ohnehin verlangen. Zu einem adaptiven Tempomaten oder einer Level-2-Funktion nach Art von ProPilot äußert sich Nissan nicht. Auch Angaben zur Sensorik wie Radar oder Kamerasysteme fehlen.
Stärker aufgestellt ist der Pixo bei der Vernetzung. Das Infotainment basiert auf Google built-in und integriert den KI-Assistenten Gemini für Navigation und Routenplanung. Die MyNissan App übernimmt Ladeplanung und Fernzugriff auf Fahrzeugfunktionen.
Technische Daten Nissan Pixo
| Technische Daten | Nissan Pixo |
|---|---|
| Abmessungen | |
| Gesamtlänge | 3.796 mm |
| Radstand | 2.492 mm |
| Höhe, unbeladen | 1.512 mm |
| Gesamtbreite (ohne Außenspiegel) | 1.790 mm |
| Überhang vorn | 741 mm |
| Überhang hinten | 563 mm |
| Bodenfreiheit | 140 mm |
| Wendekreis | 9,9 m |
| Elektroantrieb | |
| Batterie | 27,5 kWh LFP |
| Reichweite | 259 km WLTP |
| DC-Laden | 50 kW, 15–80 % in ca. 28 Minuten |
| AC-Laden | 11 kW (bidirektional) |
| Leistung | 60 kW |
| Kofferraumvolumen | |
| Rücksitze, nicht umgeklappt | 356 l VDA |
| Rücksitze, umgeklappt | 1.221 l VDA |
Wettbewerb: Der Preis entscheidet
Das A-Segment füllt sich schnell. Dacia Spring, Hyundai Inster, Leapmotor T03 und BYD Dolphin Surf sind bereits im Markt, Volkswagen bringt mit dem ID. Polo und dem späteren ID. Every1 weitere Konkurrenz. Der wichtigste Gegner des Pixo steht allerdings im selben Werk. Der Pixo kommt fast ein Jahr später auf den Markt. Nissan muss also über Preis, Ausstattung oder Händlernetz argumentieren. Ein technisches Alleinstellungsmerkmal hat der Pixo nicht.

Fazit
Der Nissan Pixo ist ein sinnvoll ausgelegtes Stadtauto mit LFP-Batterie, bidirektionalem AC-Laden und moderner Google-Software. Die 50 kW DC-Ladeleistung, die fehlende Angabe zur Wärmepumpe und die knappe Assistenzausstattung zeigen aber die Grenzen des Konzepts. Strategisch ist der Pixo vor allem ein Beleg für Nissans neue Abhängigkeit von Renault: schnell verfügbar und kostengünstig, aber ohne eigenes technisches Profil. Ob der Wagen neben dem Twingo eine Käuferschaft findet, entscheidet sich im Dezember mit der Preisliste.






