Immer zum Quartalsende wird der Tesla-Vertrieb fleißig – oder bekommt den entsprechenden Druck. Juni ist der letzte Monat des zweiten Quartals und genau wie im März (Q1) waren die Verkäufer eifrig: 6.023 Model Y.
Damit steht Tesla im Juni auf Platz 1. (Sehr) grob überschlagen ist die Stückzahl (fast) doppelt so hoch wie bei den Hersteller auf den Plätzen 2 bis 4. Das ist schon eine Leistung. Mit 3.000er-Stückzahlen liegen hier die alten Bekannten von VW und Skoda.
Im Juni mussten die Hersteller schon in den 2.000er-Zahlen liegen, um es in die Top Ten zu schaffen. Im Mai genügten noch 1.453 Autos dafür. Der Audi A6 schafft es zurück in die Top Ten. Im April lag das Modell zuletzt auf Platz 10. Ansonsten gab es wenig Bewegung. Auf den Plätzen fünf bis zehn liegen die üblichen Verdächtigen.
Elektro überholt alle anderen Antriebe: 28,4 Prozent
Doch schauen wir auf das große Bild: Die Elektromobilität in Deutschland erreicht einen Wendepunkt. Im Juni 2026 registriert das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 84.057 neu zugelassene Elektroautos, ein Plus von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mit einem Marktanteil von 28,4 Prozent sind E-Autos erstmals die stärkste Antriebsart bei den Neuzulassungen und verdrängen Hybride von der Spitze.
Insgesamt kommen im Juni 296.378 Pkw neu auf die Straße, davon fährt mehr als jeder vierte rein elektrisch. Zum Vergleich: Im Juni 2025 lag der BEV-Anteil noch bei 18,4 Prozent mit 47.163 Einheiten. Nach sechs Monaten summieren sich die Elektro-Neuzulassungen 2026 auf 368.006 Fahrzeuge, das entspricht 24,8 Prozent aller Neuwagen und einem Zuwachs von 48 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Setzt sich das Tempo fort, knackt der deutsche Markt in diesem Jahr die Marke von 800.000 Elektroautos. 2025 waren es im Gesamtjahr 545.142.

Skoda Elroq führt das Halbjahr an
Januar bis Juni. Das heißt, es ist schon wieder ein halbes Jahr vergangen. In der Halbjahreswertung 2026 liegt der Skoda Elroq mit 20.138 Zulassungen vorn. Der kompakte Elektro-SUV auf der MEB-Plattform trifft mit Preisen ab rund 33.000 Euro offenbar die Mitte des Marktes. Dahinter folgen Tesla Model Y (19.701), VW ID.3 (18.240), Skoda Enyaq (16.484) und VW ID.7 (14.658).
Der Vorsprung des Elroq auf das Model Y beträgt nur 437 Einheiten. Während Tesla im Juni auf dem Gaspedal steht, stagniert der Elroq mit 3.315 Zulassungen exakt auf seinem Halbjahresschnitt. Der VW-Konzern dominiert das Feld trotzdem: Mit VW, Skoda, Seat/Cupra und Audi stellt er vier der sieben stärksten Elektromarken und kommt zusammen auf mehr als 128.000 E-Autos im Halbjahr.
Kleinwagen und Chinesen legen zu
Im Momentum-Vergleich fallen zwei Muster auf. Erstens ziehen günstige Stromer an: Der Dacia Spring verdreifacht im Juni sein durchschnittliches Monatsvolumen auf 1.701 Einheiten, der Leapmotor T03 erreicht 1.912 Zulassungen und damit mehr als das Doppelte seines Halbjahresschnitts. Der Kleinstwagen des Stellantis-Partners kostet unter 19.000 Euro und zeigt, dass der Preis inzwischen stärker zieht als die Reichweite. Auch der neue Renault Twingo (759) und der Hyundai Inster (7.057 im Halbjahr) bedienen dieses Segment. Zweitens etabliert sich BYD mit 10.381 Halbjahres-Zulassungen im Mittelfeld, verliert aber beim Dolphin Surf zuletzt an Schwung. Bei den Premiumherstellern überzeugt der Audi A6 e-tron mit 2.274 Juni-Zulassungen, Mercedes bringt den neuen elektrischen CLA auf 11.032 Einheiten im Halbjahr.
Fazit: Das Jahresrennen bleibt offen
Der Juni 2026 markiert eine Zäsur:
- Erstmals ist das Elektroauto die Normalität im Neuwagengeschäft, nicht die Ausnahme.
- Im Modellrennen spricht das Momentum für Tesla.
- Die Breite des Angebots dominiert der VW-Konzern.
Behält das Model Y sein Juni-Tempo, zieht es im dritten Quartal am Elroq vorbei. Wahrscheinlicher ist ein Dreikampf bis Dezember, in dem Skoda mit dem Modelljahreswechsel und VW mit dem ID.3-Nachschub kontern. Die eigentliche Verschiebung findet darunter statt: Elektroautos unter 25.000 Euro liefern die höchsten Wachstumsraten, und genau dort sind die deutschen Hersteller bislang schwach vertreten. Wer das Volumensegment den Franzosen, Koreanern und Chinesen überlässt, gewinnt vielleicht das Modellranking 2026, aber nicht den Markt von 2028.



