Volkswagen entscheidet sich für Innoviz als Lidar-Lieferant

Innoviz Omer Keilaf

Der Volkswagen-Konzern oder genauer gesagt, deren IT-Tochter Cariad, hat sich nach zweijähriger Auswahl- und Prüfzeit für Innoviz als Lieferant für Lidar-Sensoren entschieden. Mit der Laserlicht-Technik (Light Detection and Ranging) erzeugen automatisiert fahrende Fahrzeuge ein digitales Abbild ihrer Umwelt. Die Software errechnet aus den Lichtreflektionen, die die Sensoren einfangen, ein fast fotorealistisches Bild der Straßenverhältnisse (siehe Video).

Lidar Sensor Aufnahme Innoviz

Sensoren für alle VW-Marken

Bei dem Vertrag geht es um fünf bis acht Millionen Sensoren, die über einen Zeitraum von acht Jahren geliefert werden sollen. Das Volumen wird mit rund vier Milliarden US-Dollar angegeben. Für Innoviz ist es der erste Vertrag als Tier 1-Lieferant. Start ist 2025. „Wir freuen uns sehr, mit dem CARIAD-Team zusammenzuarbeiten und Lieferant von LiDAR-Sensoren und Wahrnehmungssoftware zu sein, um sichere Mobilität für Fahrzeuge zu unterstützen, die ab Mitte des Jahrzehnts auf den Markt kommen“, sagte Omer Keilaf, CEO und Mitbegründer von Innoviz.

Innoviz-Team: Omer Keilaf, CEO, Tali Chen, CBO und Oren Buskila, Chief R&D (Foto: David Garb)

Dreiklang der Sensoren

Bis auf Tesla setzen die meisten Autohersteller auf einen Dreiklang bei den Sensoren auf ihrem Weg zum automatisierten Fahren. Kameras, Radar- und Lidar-Sensoren liefern Informationen der Umgebung. Die Kombination der unterschiedlichen Techniken sorgt für mehr Sicherheit. Kameras sind günstig und erkennen Farben und Objekte sehr gut. Radar- und Lidar erfassen Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung von Objekten besser als Kameras. Während Kameras und Lidar auf Restlicht angewiesen sind, “schauen” Radarsensoren auch durch Nebel und Dunkelheit.

Lidar ist eine recht teure Technik. Die ersten Versionen enthielten rotierende Teile. Vermutlich hat jeder schon mal die “Hubel” auf den frühen Google bzw. Waymo-Autos gesehen. Da bewegliche Teile in einem fahrenden Objekt eine Herausforderung für Ingenieure sind, wurden so genannte Solid State-Lidar-Sensoren entwickelt. Je nach Konfiguration schauen sie unbeweglich 200 Meter und mehr nach vorn – je höher sie im Fahrzeug montiert sind, desto besser ist ihr Blick. Bleibt ein erfasstes Objekt im Sichtfeld des Lidar-Sensors kann die Software auch Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit berechnen. Insbesondere bei kleineren, beweglichen Objekten liefert Lidar genauere Abbilder im Vergleich zum Radar. Die Genauigkeit der Erkennung hängt auch von den Farben der Objekte ab. Ein helles Auto reflektiert Licht besser als ein schwarzer Reifen, der auf der Fahrbahn liegt. Ein wesentlicher Punkt bei dieser Sensoren-Technologie ist die Software, die die Informationen aller Quellen verarbeitet. Der erste Schritt ist eine Daten-Fusion. Durch unterschiedlich Aufnahmeintervalle müssen die Daten der Sensoren anhand eines Zeitstempels korrekt einander zugeordnet werden. Im zweiten Schritt erfolgt die Erstellung eines digitalen Abbilds der Umgebung des Fahrzeugs.

Sprung beim Aktienkurs von Innoviz

Innoviz hat seinen mit Hauptsitz in Israel, wo es Anfang 2016 gegründet wurde. Zu den strategischen Partnern und Investoren zählen Magna International, Samsung, Aptiv, Magma Venture Partners, Vertex Ventures, SoftBank Ventures Asia, China Merchants Capital, 360 Capital Partners, Glory Ventures und Naver. Seit März 2021 ist Innoviz börsennotiert. Der Aktienkurs ist seit Bekanntgabe von 3,98 auf 5,47 US-Dollar gestiegen.

Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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