Siemens und Mahle arbeiten am induktiven Laden von E-Autos

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Kein Kabel mehr einstecken. Einfach über der Ladeplatte halten und der Energiefluss beginnt, wie bei der elektrischen Zahnbürste oder der Qi-Ladematte für´s Smartphone. Beim induktiven Laden des E-Autos bleibt nur etwas mehr Luft zwischen Sende- und Empfangsspule.

Der zusätzliche Komfort bietet sich vor allem für gewerbliche Fahrzeuge mit kurzen Standzeiten an. Taxen und Lieferfahrzeuge können kurze Pausen nutzen, um schnell und unkompliziert nachzuladen. Erste Tests in der Praxis laufen mit Taxen, beispielsweise im schwedischen Göteborg als auch in Köln. BMW gehörte zu den ersten Anbietern eines Lade-Kits für ein Plug-In-Hybrid-Fahrzeug. Was fehlt ist ein Standard für induktives Laden, so dass E-Autos mit einer Empfangsspule auf jeder Sendespule im Boden laden kann.

Elektromagnetische Verträglichkeit beim induktiven Laden

Da ist es eine gute Nachricht, dass sich zwei Industriegrößen zusammentun. Autozulieferer Mahle und Siemens unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich kabelloser Ladesysteme. Gemeinsam wollen beide Unternehmen das Gesamtsystem aus Infrastruktur und Fahrzeugtechnik entwickeln und testen. Mahle hat seine Entwicklungstätigkeiten auf diesem Gebiet intensiviert. Dazu zählen zwei Förderprojekte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Ein Projekt zielt auf die Entwicklung eines Fahrzeughersteller-übergreifenden induktiven Ladesystems. Im zweiten Projekt wird insbesondere ein genormtes Messverfahren für die elektromagnetische Verträglichkeit induktiver Systeme erarbeitet. Zwischen beiden Spulen entsteht ein Magentfeld, das auch auf Menschen und Tiere wirkt. Hier gilt es die elektromagnetische Verträglichkeit zu untersuchen und Auswirkungen auf Lebewesen zu minimieren.

Keiner mehr da, der das Ladekabel einstecken könnte

Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen entwickelt sich gerade zu einem wichtigen Zukunftsmarkt. Neben einer deutlichen Erleichterung für die Fahrer, die nicht mehr mit Kabeln und Steckern hantieren müssen, ist es eine entscheidende Grundvoraussetzung für künftige autonome Mobilität. Dabei ist die Übertragungseffizienz beim kabellosen, induktiven Laden vergleichbar mit Stecker-basierten Systemen„, sagte Dr. Stefan Perras, Leiter Vorentwicklung und Innovation für Ladeinfrastruktur bei der Siemens AG.

Für autonom fahrende Pkw als auch Lieferfahrzeuge ist auch automatisiertes Laden ein wichtiger Punkt. Es gibt keinen Fahrer mehr, der das Ladekabel einstecken könnte. Induktives Laden gilt hier als praktischste Lösung.

Mahle bietet mit seiner kabelgebundenen Infrastrukturlösung chargeBIG ein intelligentes Lademanagementsystem, das sich ohne langwierige Umbauten in die vorhandene Infrastruktur integrieren lässt. Das System zielt auf Flächen, an denen E-Autos länger stehen – etwa in Firmenparkhäusern, an Flughäfen oder in Tiefgaragen großer Wohnkomplexe. Hier geht es darum, so schnell wie nötig, nicht so schnell wie möglich die Fahrzeuge wieder aufzuladen.

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Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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