Der Golf darf nicht sterben – ID.Golf

Das Verbrenner-Zulassungsverbot ab 2035 ist beschlossene Sache. Damit würde der VW Golf allmählich aussterben. Das darf nicht sein! Eine ganze Generation wurde nach dem Kompaktfahrzeug benannt (Generation Golf). Fast jeder kann ein persönliches Erlebnis mit einem Golf erzählen. Seit 1974 läuft der Wagen in Wolfsburg vom Band – inzwischen in der achten Generation. Mit weltweit über 35 Millionen Exemplaren gehört er zu den meistgebauten Autos.

VW Golf
VW Golf Ausführungen

Kulturgut Golf

In den Anfangstagen der Elektromobilität versuchte es Volkswagen mit einem Feigenblatt e-Golf. Er sollte ab 2017 die lange Anlaufphase der ID-Reihe kaschieren. Der Golf ist deutsches Kulturgut. Nun berichtet ausgerechnet eine britische Auto-Publikation über die elektrische Zukunft des Fahrzeugs: Das als ID.2 geplante E-Auto könnte als ID.Golf auf den Markt kommen. Der neue Volkswagen-Chef Thomas Schäfer wolle das so. „Der Name Golf hat einen enormen Wert. Die Wiedererkennung, die er in Kundenbefragungen erhält – die Leute verstehen absolut, wovon wir sprechen. Es macht also keinen Sinn, den Namen in etwas völlig anderes zu ändern“, zitiert das Medium Thomas Schäfer aus einem älteren Interview.

Thomas Schäfer VW
VW-Chef Thomas Schäfer vor dem ID.7, dem elektrischen Passat, auf der CES 2023 in Las Vegas

Auf der IAA 2021 in München zeigte Volkswagen den ID.Life (Artikelfoto). Der Crossover sollte ein günstiges Einstiegsmodell in die Elektromobilität werden. VW-Chef Schäfer war von dem Entwurf nicht sonderlich angetan. Er schickte die Gestalter zurück in ihr Atelier. Den VW-Design-Chef tauschte er direkt aus. Der Wagen wird also anders aussehen und war inzwischen als ID.2 eingeplant. Nun kommt er als ID.Golf ins Spiel. Damit dürfte Volkswagen viel Sympathie bei den Golf-Fans ernten.

VW ID Life
Der VW ID.Life fiel bei VW-Chef Thomas Schäfer durch

MEB+ für mehr Reichweite und Ladeleistung

Die Zuneigung kann der Autohersteller gut gebrauchen. An der Entwicklungsfront, speziell bei der Software läuft es nicht so rund. Der neun Konzern-Chef Oliver Blume hat in der Software-Sparte Cariad aufgeräumt und neue Prioritäten gesetzt. Die neue Fahrzeugarchitektur SSP (Scalable Systems Platform) verzögert sich um einige Jahre. Erst damit werden 800 Volt-Batteriesysteme und eine Single Domain Server Struktur (ein Rechner statt vieler Steuergeräte) bei VW Einzug halten. Der ID.3 bekommt ein überarbeitetes Design und aus der MEB-Plattform macht man, was technisch noch möglich ist und nennt sie MEB+. Spätestens 2025 soll MEB+ mehr Reichweite und mehr Ladeleistung bieten. Die Rede ist auch davon, dass VW beim ID.Golf auf günstigere Eisenphospatbatterien (LFP) setzen wolle.

neuer VW ID.3
Designskizze für den überarbeiteten VW ID.3

E-Auto-Zusätze können weg

Es stellt sich generell die Frage der Zusätze bei E-Autos. Bei Audi ist es der e-tron, bei BMW bekommen die Modelle ein i, bei VW ID und bei Mercedes-Benz lautet der Zusatz EQ. Doch bei den Stuttgartern ist 2024 Schluss. Dann entfällt EQ bei der Modellbezeichnung und man spricht von der S- oder E-Klasse. Da über kurz oder lang alle Autos elektrische fahren, sind die Zusätze hinfällig. VW könnte auch auf das ID verzichten und bei den klassischen Namen wie Käfer, Golf und Passat bleiben.

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Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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