THG-Quote: Die höchsten Barprämien für E-Auto-Fahrer

VW ID4 Ladesäule THG-Quote

Halter eines Elektroautos profitieren von der Treibhausgasminderungsquote – kurz THG-Quote. Rund 360 Euro sind im ersten Jahr (2022) als Barprämie drin. Die Summe wird in den kommenden Jahren vermutlich sogar steigen. Für die Anmeldung genügen Ihre Kontaktdaten sowie ein Foto vom Fahrzeugschein. Hier ist eine Übersicht der Anbieter, die nach Anmeldung eine Barprämie auszahlen:

AnbieterPrämie
für 2022
ZielgruppeAnmerkung
E-Bonus375 €Privat,
Gewerblich
90 % der THG-Quote
eAuto Cash360 €Privat,
Gewerblich 
Mindestsumme, letztendlich
90% der THG-Quote
Elektrovorteil350 €Privat85% der THG-Quote
plus 15 € Freunde-Bonus
emobility.energy350 €Privat, GewerblichGarantiert, 255 € steuerfrei oder
200 € sofort
THG Börse350 €Privat85% der THG-Quote
Wir kaufen Deine THG350 €Privat,
Gewerblich
Garantiert
Emobia340 €Privat 80% der THG Quote
255 € steuerfrei
E-Quota340 €Gewerblich80% der THG Quote, Individualpreis
ab 10 Fahrzeugen
MyGreenCashback330 €Privat,
Gewerblich
Garantiert, optional Spende
oberhalb des Steuerfreibetrags
The Mobility House320 €PrivatGarantiert, plus 50 € Rabatt
bei Kauf einer Wallbox
Emovy330 €GewerblichGarantiert
Carbonify311 €Privat,
Gewerblich
82,5% der THG-Quote
Lowago310 €Privat Garantiert
M3E310 €Privat,
Gewerblich
Garantiert
E.ON300 €PrivatGarantiert
Fairnergy300 €PrivatGarantiert
Juicify300 €PrivatGarantiert, Spendenoption
N-Ergie300 €PrivatNur für N-Ergie-Stromkunden
Quotlix300 €Privat,
Gewerblich
Garantiert
Smartificate300 €Privat Garantiert,
Neujahrsaktion
Quotando300 €PrivatGarantiert
co2.Auto275 €Privat,
Gewerblich
Garantiert
Geld für E-Auto275 €Privat,
Gewerblich
Garantiert
GP Joule Connect275 €Privat,
Gewerblich
mit bis zu 360 €
Mobilitätsguthaben
Wir kaufen Dein Zertifikat275 €Privat,
Gewerblich
Garantiert, 200 € bei Sofortauszahlung;
77,5 % der THG-Quote beim Flex-Betrag
Maingau Energie260 €Privat Nur für Stromkunden
Eco2wo250 €Privat,
Gewerblich
50 € extra
mit Code: JOBVAO
Enercity250 €PrivatGarantiert
Polarstern250 €PrivatGarantiert

Details zu den Prämien-Anbietern

Emobia bietet eine steueroptimierte Prämie in Höhe von 255 € an. Das entspricht der jährlichen Freigrenze für derartige Einnahmen nach § 22 (3) EStG. Je nach persönlicher Einkommens-Situation kann es sich lohnen, die niedrigere, steuerfrei Prämie zu wählen, statt einer Anrechnung der höheren Prämie auf die Einkommenssteuer.

Carbonify und Elektrovorteil garantieren feste Summe, sondern einen Prozentsatz der THG-Quote. Die Auszahlung richtet sich nach der tatsächlichen Höhe der THG-Quote für 2022. The Mobility House legt 50 € drauf, wenn zeitgleich eine Wallbox erworben wird. Elektrovorteil gewährt einen Treuebonus von 20 €, wenn man die THG-Quote direkt für zwei Jahre überträgt. Bei drei Jahren sind es 30 €. Ausgezahlt wird der Bonus jeweils im letzten Jahr der Laufzeit. Juicify, ein Anbieter aus Bremen bietet zwei Spendenoptionen. Statt die vollen 300 € zu kassieren, kann der Kunde von dem Betrag 50 oder 100 € spenden. Juicify verdoppelt den jeweiligen Spendenbetrag. Beim Spendenziel dürfen die Kunden mitentschieden, ob das Geld an ein soziales oder ein nachhaltiges Projekt geht.

Die meisten Anbieter bieten zusätzliche Prämien, wenn weitere E-Auto-Fahrer geworben werden. So auch der Hamburger Anbieter Wir kaufen Dein Zertifikat (25 €). Hier ist das Vorkassen-Angebot besonders interessant. Wer das Geld sofort haben möchte (innerhalb von 24 Stunden), bekommt 200 € ausgezahlt. Wer etwas Geduld hat, erhält die normale Prämie in Höhe von 275 € (12 Wochen Zahlungsfrist).

Wie funktioniert die THG-Quote?

Der Verkehrssektor ist für ein Fünftel der CO2-Emissionen verantwortlich. Bis 2030 soll dieser Bereich nur noch 85 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. Das wäre eine Halbierung im Vergleich zum Niveau von 1990. Die Politik will das mit mehreren Maßnahmen wie dem Umweltbonus, einer Kfz-Steuer nach CO2-Ausstoß sowie CO2-Limits für Neuwagenflotten der Hersteller erreichen. Ein weiterer Baustein zur CO2-Reduktion bildet die Treibhausgasminderungsquote.

Die THG-Quote gibt es bereits einige Jahre. Sie basiert auf der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED II). In ihrer Umsetzung werden Unternehmen, die mit Mineralöl handeln, verpflichtet, jedes Jahr weniger fossile Kraftstoffe zu verkaufen. Somit wird CO2, das bei der Verbrennung entsteht, vermieden. Aktuell liegt diese Quote bei 6 Prozent und steigt bis 2030 auf 25 Prozent. Somit können immer weniger klassisches Benzin und Diesel verkauft werden. Die Quote erfüllen Tankstellen bisher über den Verkauf von Biodiesel und Benzin mit Bioethanol (E5, E10). Zusätzlich zählt der Verkauf von Ladestrom für E-Autos – sogar mit dem Faktor drei. Vom daher gibt es auch Angebote für eine THG-Quote bei Ladestromanbietern.

Anstieg der THG-Quote in Prozent

Erweiterung auf E-Auto-Besitzer

Ab dem Jahr 2022 wurde der Kreis der Antragsberechtigten bei der THG-Quote erweitert. Jetzt können auch Halter von E-Autos (Klasse M1) beim Umweltbundesamt ihr Fahrzeug registrieren und die eingesparte Menge CO2 am Markt anbieten. Das ist für private Fahrzeughalter allerdings viel zu aufwändig. Wer will schon mit BP und Aral, Shell und Jet verhandeln? Die Mineralölunternehmen haben keine Lust, mit einer halben Million Halter von Elektroautos zu verhandeln. Zumal diese Zahl in den kommenden Jahren spürbar ansteigen dürfte.

Darum haben sich die oben genannten Vermittlungsplattformen gebildet. Sie aggregieren die THG-Quoten von vielen Autobesitzern und bieten somit große CO2-Einsparungen am Markt an. Dabei wird für jedes E-Auto die CO2-Einsparung in der Größenordnung von knapp 2.000 kWh pro Jahr angerechnet. Es ist vollkommen unerheblich, wo geladen wird und ob reiner Ökostrom ins E-Auto fließt. Die THG-Quote soll für Tankstellenbetreiber Anreize liefern, mehr Ladesäulen aufzustellen. Kritiker bemängeln, das bei der Anrechnung die Art der Stromerzeugung keine Rolle spielt. Wäre Ökostrom Pflicht, wäre der Anreiz zum Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung deutlich größer.

Die THG-Quote gilt auch für leichte E-Nutzfahrzeuge (Klasse N1) sowie E-Busse (Klasse M3). Die Prämien liegen hier beispielsweise beim Anbieter Emovy bei 495 Euro, M3E zahlt 500 Euro für ein elektrisches Nutzfahrzeug und beide überweisen 12.200 Euro für einen elektrisch angetriebenen Bus.

Erläuterung zur THG-Quote ab Min. 5:53

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Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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