Nachhaltiger Urlaub – so kann´s aussehen

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Wir alle machen uns Gedanken über unseren CO2-Fussabdruck, wenn wir uns bewegen. Das gilt auch und insbesondere für den Urlaub. Ein Beispiel für nachhaltige Ferien: Eine abgasfreie Anreise von Hamburg im E-Auto in ein Naturschutzgebiet in Südtirol. Die Dolomiten in Italien sind seit 2009 Teil des UNESCO Welterbes. „Eine Auszeichnung, die aber auch eine besondere Verpflichtung und Verantwortung hinsichtlich Schutz und nachhaltiger Entwicklung dieser außergewöhnlichen Bergregion ist„, heißt es auf der Webseite des Naturpark Schlern-Rosengarten. Etliche Hoteliers haben begriffen, dass sie schützen müssen, was ihre wirtschaftliche Grundlage ist. Ein besonders herausragendes Beispiel ist der Cyprianerhof in St. Zyprian. Das familiengeführte Hotel hat 85 Zimmern sowie einen großen Wellness- und Spa-Bereich. Das Konzept lässt sich mit „Anspannen“ (Rad- & Wandertouren) und „Entspannen“ (Wellness & Spa) beschreiben Es wird in dritter Generation geleitet. In meiner zweiteiligen Video-Reportage führt mich Junior-Chef Michael Damian durch das Haus.

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Das macht das Hotel anders:

  • Restaurant / Küche
    Die drei Küchenchefs gestalten den Speiseplan nach der Saison. Verarbeitet wird, was die Lieferanten gerade im Angebot haben. Etliche Mitarbeiter sind Hobbylandwirte und verkaufen ihre Erzeugnisse ans Hotel. Aber auch bei den übrigen Lieferanten stammen die Produkte aus der Region.
    Als Fünf-Sterne-Haus setzt die Küche auf ein abendliches Fünf-Gänge-Menü. Doch die Portionen sind bewusst klein gehalten. „Wer mag kann gern nachbestellen„, sagt Michael Damian, „Wir wollen so wenig wie möglich wegwerfen.“ Die Gemüse-Reste der Saftpresse beim Frühstücksbüffet werden getrocknet und dann einem Salz beigemischt – ein Abschiedsgeschenk für die Gäste.
  • Eigene Wasserquelle
    Das Hotel bezieht sein Wasser aus einer eigenen Quelle. Somit wurden Plastikflaschen mit Mineralwasser abgeschafft. Eine eigene Schankanlage versieht das Wasser mit Kohlensäure. Stilles Wasser kommt in Glaskaraffen auf den Restaurant-Tisch. Auch im Zimmer findet man diese Karaffen, um sich Leitungswasser abzufüllen.
  • Wäscherei
    Das Hotel wäscht Handtücher, Servietten und Bettwäsche selbst. „So können wir schonender Waschen und sparen Emissionen beim Transport als auch Plastikfolie, in der sonst saubere Wäsche angeliefert wird“, sagt Damian. Einen der großen Wäschetrockner haben sie so modifiziert, dass er mit der Abwärme einer Warmwasserleitung trocknet. Das spart Energie. Was aus zerschlissener Wäsche noch zu gebrauchen ist, wird zu Putzlappen oder Säckchen für Gastgeschenke umfunktioniert.
  • Energieerzeugung
    Im Hotelkeller arbeiten zwei Heizkessel mit Holzschnitzel, um das Wasser zu erwärmen. Die Hackabfälle stammen natürlich aus der Region. Neben dem Wasser für die Duschen, müssen ein Innen- und ein Außenpool auf Temperatur gebracht werden.
    Den Strom erzeuge ein Solaranlage auf dem Dach. Im Sommer deckt die 223 kw (Peak) Photovoltaik-Anlage rund 40 Prozent des eigenen Verbrauchs an. Der Rest stammt aus Wasserkraft. Das Hotel läuft also komplett mit Grünstrom.
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  • E-Autos laden
    In der Tiefgarage gibt es sieben Wallboxen, an denen Gäste mit einem Typ2-Kabel (11 kW) laden können. Aktiviert wird der Ladevorgang mit der Zimmerkarte. Der Betrag taucht später auf der Zimmerkarte auf (0,69 Euro / kWh).
  • Elektromobilität ausprobieren
    Wer neugierig ist, mietet sich tageweise einen elektrischen BMW i3 und macht damit Touren durch die Bergwelt. Eine prima Gelegenheit, für den Erstkontakt mit einem E-Auto.
    Außerdem bietet das Hotel etliche E-Bikes für eigene als auch geführte Touren an. Die Unterstützung der elektrischen Fahrräder ermöglicht auch untrainierten Urlaubern auf entsprechenden Wegen Fahrten bis zum Gipfel.
  • Zimmerausstattung
    In den Zimmern dominieren Stoffe, Holz und Stein, wie sie in der Region typisch sind. Um Mikroplastik zu vermeiden, wurden die Flüssigseifen aus den Bädern genommen. Nun liegen hier Bio-Seifenwürfel, die man in beiliegenden Stoffsäckchen mit nach Hause nehmen kann, wenn man sie nicht aufbraucht.
    Schon vor der Anreise erhält der Gast in einer Mail die Erinnerung seine eigenen Badelatschen für den Wellness- und Sauna-Bereich mitzubringen. Natürlich stellt das Hotel „Latschen“, aber die werden nach dem Aufenthalt weggeworfen.
  • Darüber reden
    Wichtig ist die Kommunikation. Damit die Gäste von den diversen Bemühungen um weniger Müll, mehr Nachhaltigkeit und der Herkunft von Lebensmitteln erfahren, liegt am Morgen die „Hauspost“ auf den Frühstückstischen. In dem gefalteten Blatt erfahren die Gäste auch den Speiseplan für den Abend, die kommenden Bergführungen sowie Angebote im Spa-Bereich.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Gäste erhalten eine Mobi-Card in Form eines Busses, die sie an der Rezeption in eine Fahrkarte eintauchen können. Für die Zeit des Hotelaufenthalts gilt die Fahrkarte in allen öffentlichen Bussen Südtirols. Die Bushaltestelle ist direkt gegenüber vom Hotel. Das ist auch praktisch für die Anreise. Man kann mit der Bahn bis Bozen fahren und ab dem Bahnhof einen Bus zum Cyprianerhof nehmen (ca. 40 Minuten Fahrzeit).

  • Solaranlage auf dem Dach, die im Sommer 40 Prozent des Energiebedarfs deckt

Auf dem Gondeldach der Seilbahn mitfahren

Ein ganz besonderes elektrisches Verkehrsmittel ist ebenfalls genau gegenüber dem Hotel. Man muss schon genau hinschauen, um die Station zu erkennen. Die Talstation ist so in den Erdhügel integriert, das man den Zweck des Baus erst auf den zweiten Blick erkennt. Es ist eine Seilbahn und zwar eine Cabrio-Seilbahn. Auf dem Dach der Gondel gibt es einen offenen Bereich, in dem eine handvoll Fahrgäste die siebenminütige Fahrt zur Frommer-Alm verbringen können. Leider war bei unserem Besuch der offene Bereich der Gondel noch nicht geöffnet. Wir fuhren also in der Gondel und schwebten über die Bäume hinweg. Die Stützpfeiler wurden so hoch gebaut, dass auf der Strecke keine Bäume gefällt wurden. Die Bäume, die für die Bauarbeiten der Pfeiler weichen mussten, werden neu angepflanzt.


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Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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