So macht sich Teslas Model S auf Schnee und Eis

Tesla Model S auf Schnee und Eis

Willkommen beim Wintertest mit dem Model S auf 1.700 Meter Höhe und minus Neun Grad Außentemperatur im österreichischen Pitztal. Obwohl das zwei Tonnen schwere Elektroauto im sonnigen Kalifornien konstruiert und gefertigt wird, macht es sich im europäischen Winter ganz hervorragend. Die Ausweich- und Slalomübungen auf dem abgesperrten Testgelände meistert Teslas Model S P90D ganz hervorragend. Der Allradantrieb und die diversen Assistenzsysteme hielten mich erstaunlich gut in der Spur.

Das Model S bleibt in der Spur

Im Mittelpunkt des Fahrens auf Schnee und Eis steht der Allradantrieb des Model S. Auf 60 km/h beschleunigen, am Bremspunkt kräftig in die „Eisen“ treten und schauen, in welche Richtung der Fahrtrainer zeigt. In diese Richtung soll ich mit dem Elektroauto ausweichen. Eigentlich kein Problem, doch das Ganze passiert auf Schnee und Eis. Mein D am Heck steht für Dual und beschreibt die beiden Motoren an der Front- und Heckachse.

Der klassische Allradantrieb (AWD, 4WD) nutzt eine mechanische Kraftübertragung auf die zweite Achse. Ein Differenzial oder eine Kupplung regelt die Übertragung vom Motor auf die gegenüberliegende Achse. Beim Model S arbeiten die zwei Motoren getrennt, ohne mechanische Verbindung. Der Computer erfasst 500 Mal pro Millisekunde die Daten der Räder und entscheidet dann über die Kraftverteilung. So wird je nach Grip (Haftung) die Kraft unterschiedlich auf die vier Räder verteilt. Das führt dazu, dass der Wagen auf Schnee und Eis zügig beschleunigt – ohne durchzudrehen. Auch beim Slalom weicht das Model S den Hindernissen sicher aus, ohne großartig zu rutschen. Auf Eisflächen gerät das zwei Tonnen schwere Fahrzeug natürlich ins schlingern, doch wenn die Räder keine Haftung haben, kann der Fahrer nicht weiter beschleunigen. Erst wenn wieder Traktion vorhanden ist, treibt der Motor die Räder an.

Genug Energie trotz der Kälte

Die 90 in der Typenbeschreibung steht für die Batteriekapazität in Kilowattstunden (kWh). Laut Hersteller schafft man mit einer Batterieladung im Idealfall bis zu 520 Kilometer. Seit Auslieferungsbeginn 2013 hat Tesla die Batteriekapazität im Model S bei gleichbleibendem Volumen von 70 auf 100 kWh gesteigert. Für den Testtag im Schnee war eine Batterieladung mehr als ausreichend. Neben diversen Beschleunigungs- und Slalomrunden auf dem Schnee musste niemand auf Sitz- und Scheibenheizung, Lüftung oder Radio verzichten. Auch die häufigen Fahrerwechsel und damit einhergehend das Ändern des Fahrerprofils (Spiegeleinstellungen und Sitzposition) zerrten an der Batterie.

[crp]
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Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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