CATL baut zweite europäische Batteriefabrik in Ungarn

Batteriefabrik Ungarn CATL

Der chinesische Batteriehersteller CATL (Contemporary Amperex Technology Ltd.) baut nach der Fabrik in Arnstadt bei Erfurt in Thüringen seine zweite europäische Batteriefabrik in Debrecen in Ungarn. Das dafür gegründete Tochterunternehmen Menedzsment Korlátolt Felelősségű Társaság wird 7,34 Milliarden US-Dollar in den Bau investieren.

CATL hat BMW als Nachbarn und Mercedes-Benz als Abnehmer

Hier ist CATL in guter Nachbarschaft. In Debrecen baut BMW ein Werk für die „Neue Klasse“. Doch als erster Großabnehmer für die Batteriezellen präsentiert sich Mercedes-Benz, die im 185 km entfernten Kecskemét eine Fertigung betreiben. Die neue CATL-Batteriefabrik markiert einen weiteren Meilenstein in der im August 2020 angekündigten Partnerschaft zwischen Mercedes-Benz und CATL. Dabei stärkt das europäische Werk die Mercedes-Benz „Local-for-Local“-Einkaufsstrategie. „Mit CATL haben wir einen Technologieführer als Partner, der uns als erster und größter Abnehmer der initialen Kapazität des neuen Werks erstklassige CO2-neutrale Batteriezellen für unsere Elektrofahrzeuge der nächsten Generation in Europa liefert und damit unserem Local-for-Local-Ansatz in der Beschaffung folgt. Wir sind stolz darauf, dass unsere Ambition 2039 durch CATLs Einsatz für eine CO2-neutrale Produktion unterstützt wird“, sagt Markus Schäfer, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group AG und als Chief Technology Officer verantwortlich für Entwicklung & Einkauf.

200 GWh Speicherkapazität unterschiedlicher Hersteller benötigt

Um sein Ziel zu erreichen, benötigt der Autohersteller bis zum Ende des Jahrzehnts eine Gesamtkapazität von mehr als 200 Gigawattstunden und plant, zusammen mit Partnern weltweit acht Zellfabriken zu bauen, vier davon in Europa. Mercedes-Benz arbeitet mit einer Reihe von Unternehmen zusammen. Im März 2022 hatte Mercedes-Benz angekündigt, gemeinsam mit Stellantis und Saft, das Joint Venture ACC zu einem europäischen Batterie-Champion mit globalen Ambitionen aufzubauen. Mercedes-Benz setzt auf ein modulares, hochstandardisiertes Batteriekit, das die Integration von Batteriezellen und Modulen unterschiedlicher Entwicklungspartner durch einheitlich ausgelegte Komponenten und Schnittstellen ermöglicht. CATL wird seine Batteriezellen für die EV-Produktion an die europäischen Produktionsstandorte von Mercedes-Benz in Deutschland und Ungarn liefern.

CATL Batterie

8 vs. 100 Gigawattstunden geplante Produktionskapazität

Mit knapp 35 Prozent Marktanteil im ersten Halbjahr 202 ist CATL der absolute Marktführer in der Zellproduktion. Während CATL in seiner thüringischen Batteriefabrik mit einer Jahreskapazität von acht Gigawattstunden ab Produktionsstart Ende 2022 plant, sind in Ungarn 100 GWh vorgesehen. Die finale Produktionskapazität soll 64 Monate nach dem Spatenstich erreicht sein. Baubeginn soll noch 2022 sein.

[crp]
Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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