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1.000 Tesla Supercharger in Deutschland

Tesla Supercharger

Ende nächsten Jahres können Sie vermutlich überall in Westeuropa laden und mit einem Tesla von Stockholm nach Süditalien fahren“, sagt Elon Musk als er die Supercharger für Deutschland ankündigt (Audio-Clip weiter unten). Im Oktober 2013 wusste ich noch nicht, was ein Supercharger ist. Es ist eine Ladesäule für die E-Autos, über die der Firmenchef mit mir spricht. Das Gespräch erscheint Anfang 2014 als Titelgeschichte im Vielfliegermagazin „exclusive“ der Lufthansa. Die Sache mit den Superchargern geht im Artikel etwas unter, dabei war die Ankündigung ein Hammer: Besitzer eines Model S können kostenlos Strom laden, den hierzulande die Deutsche Bahn lieferte. Elon gibt sich im Interview wie wir ihn kennen und lieben: etwas zu optimistisch auf der Zeitscheine. Seine Ankündigung bezieht sich auf das Ende des Jahres 2014. Da wäre die Fahrt von Stockholm nach Süditalien mit einem Model S sicher noch mühsam geworden.

Interview mit Elon Musk im Oktober 2013 für Lufthansa „exclusive“ // Ankündigung der Supercharger

Doch heute betreibt der US-Hersteller 1.000 Ladepunkte (Supercharger) an 90 Standorten in Deutschland. Der Aufbau hat rund sieben Jahre gedauert. Die Supercharger-Stationen erstrecken sich auf der Nord-Süd Achse von Busdorf/Schleswig-Holstein bis nach Sindelsdorf/Bayern sowie von Uckerfelde/Brandenburg im Osten bis nach Wittlich/NRW im Westen.

Rallye entlang der Supercharger

2015 veranstaltet Tesla eine Supercharger-Rallye von Hamburg nach München. Auf der Strecke geht es nicht um die schnellste Fahrzeit. Man will Journalisten zeigen, dass Langstreckenfahrten mit dem E-Auto in Deutschland möglich sind. Die erste angefahrene Station war noch ein Provisorium am Rande eines Musterhausparks. Die übrigen Supercharger stehen auf Autohöfen in der Nähe von Autobahnauffahrten. Von der Leichtigkeit des Ladevorgangs: Einstecken und der Wagen lädt, bin ich begeistert. Damit setzt Tesla einen Standard, den die übrigen Ladeanbieter zum Teil bis heute nicht erreicht haben. Der übergreifende Ladestandard Plug & Charge lässt auf sich warten bzw. hat Gegner in den eigenen Reihen. Auch die Einfachheit der Ladeplanung im Navi war bei Tesla von Anfang an durchdacht. Bei der Routenplanung werden automatisch die notwendigen Ladestopps samt Standzeit einkalkuliert. Wenn der Fahrer zu einer Supercharger-Station navigiert, bringt das Fahrzeug die Batterie automatisch auf die optimale Temperatur zum Laden. Diese Funktion heißt „On-Route Battery Warmup“ und reduziert die durchschnittliche Ladezeit um bis zu 25 Prozent.

Tesla Supercharger Rallye
Mit dem Model S von Hamburg nach München: Supercharger Rallye 2015

6.100 Charger an 600 Stationen in Europa

Seit der erste Supercharger installiert wurde, ist das Netzwerk in Europa an mehr als 600 Stationen auf über 6.100 Supercharger-Schnellladeplätze in 27 Ländern über den Kontinent angewachsen. Alleine In den letzten zwei Jahren wurde am europäischen Supercharger-Netz Energie für das Reisen von über 2,6 Milliarden elektrischen Kilometern nachgeladen. Von Nordnorwegen bis Südspanien, von Irland bis Bulgarien können Tesla-Fahrer sorgenfrei durch Europa reisen.

Setzte Tesla zu Beginn auf einen modifizierten Typ 2-Stecker zum Laden des Gleichstroms, kam mit dem Model 3 der CCS-Stecker. Ein geschickter Schachzug: Model 3-Fahrer können damit auch an anderen öffentlichen Ladesäulen Strom tanken. Das erhöht die Auswahl. Gleichzeitig endete damit die Kostenlos-Kultur. Mit dem Einstieg in den elektrischen Massenmarkt, war gratis Laden nicht mehr finanzierbar.

Destination Charger & Innenstädte

Dafür blieb die Entwicklung der Ladesäulen nie stehen. In der dritten Generation liefern die markanten weiß-roten Säulen bis zu 250 kW. Unter optimalen Bedingungen werden so in fünf Minuten 120 km Reichweite nachgeladen. Inzwischen ist die Rede von Ladeleistungen bis zu 350 kW in kommenden Generationen. Neben den Schnellladern baut Tesla auch ein Netzwerk so genannter Destination Charger auf. Die Wechselstrom-Ladeanschlüsse findet man bei Hotels, Restaurants, Fitness-Clubs und Einkaufszentren.

Neben den Standorten entlang der Autobahnen, hat Tesla im vergangenem Jahr erstmals Schnellladestationen im urbanen Raum eröffnet. Stationen gibt es auf dem Euref-Campus in Berlin und im Einkaufszentrum OEZ (Pasing Arkaden) in München. Im Prenzlauer Berg in Berlin eröffnet demnächst ein Supercharger. Tesla bietet eine Übersicht aktueller sowie geplanter Supercharger-Stationen.

Tesla Supercharger Euref
Supercharger auf dem Euref-Campus in Berlin

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Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum dreht es sich in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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