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Stellantis setzt auf Wasserstoff-Transporter

Opel Vivaro-E Stellantis

Stellantis wird bis Ende des Jahres 2021 erste Transporter der Marken Opel, Peugeot und Citroën mit Brennstoffzelle und Wasserstofftanks ausliefern. Der Konzern hat einen Marktanteil von 34 Prozent bei leichten Nutzfahrzeugen (LCV). Gemeint sind Transporter, wie ihn Gewerbetreibende häufig nutzen. Mit dem Opel Vivaro-E gibt es bereits eine batterie-elektrische Version, doch ist man der Meinung, dass grüner Wasserstoff und die Brennstoffzelle in der Elektromobilität eine große Zukunft haben, so Dominique Sadoul, Advanced Powertrain und Energy Director bei Stellantis. Laut Unternehmensangaben fahren 83 Prozent der Kunden weniger als 200 km pro Tag. Rund 44 Prozent der Kunden fahren nie mehr als 300 km pro Tag. Für diejenigen, die mehr Tageskilometer benötigen, wird die Wasserstoff-Variante interessant.

Batterie von außen aufladbar

Die notwendigen Bauteile liefern die französischen Unternehmen Faurecia und Symbio. Gefertigt wurden die ersten Testfahrzeuge am Standort Rüsselsheim. „Wir haben bereits 20 Jahre Erfahrung mit dieser Technologie„, sagt Lars Peter Thiesen, Manager Advanced Technology Strategy. Die Hochvoltbatterie im Fahrzeugboden wird durch drei zylindrische Tanks, die parallel zueinander in Fahrtrichtung liegen, ersetzt. Sie fassen zusammen 4,4 kg Wasserstoff. Das genügt für 400 km Reichweite. In der Front arbeitet eine Brennstoffzelle mit 45 kW Leistung. In ihr findet die Reaktion zwischen dem gasförmigen Wasserstoff und dem Sauerstoff statt, so dass elektrische Energie freigesetzt wird. Die Batterie mit 10,5 kWh Speichervolumen liegt unter der vorderen Sitzbank. Sie hilft beim Anfahren und Überholen. Zudem nimmt sie Energie beim Bremsen (Rekuperieren) auf. Die Besonderheit: Die Batterie kann von außen über einen CCS-Stecker mit bis zu 11 kW Ladeleistung mit Energie versorgt werden. Das ist praktisch, wenn die nächste Wasserstoff-Tankstelle zu weit entfernt liegt. Frank Jordan, Forschungsdirektor Deutschland, sieht die große Reichweite und das schnelle Nachtanken (ca. 3 Minuten) als wesentliche Vorteil des H2-Fahrzeugs. Der Transporter wird in zwei Varianten angeboten und verliert im Vergleich zur batterie-elektrischen Version keinen Laderaum (5,3 und 6,1 m3) sowie mögliche Zuladungskapazität (1.100 kg).

Stellantis Wasserstoff

Es fehlt an grünem Wasserstoff sowie Tankstellen

Bislang sind Hyundai (Nexo) und Toyota (Mirai) die einzigen Autohersteller in Europa, die ein Brennstoffzellen-Pkw in Serie anbieten. Die Traton Gruppe, der Nutzfahrzeug-Arm des VW-Konzerns, setzt in seiner weiteren Entwicklung auf den batterie-elektrischen Antrieb bei Bussen und Lkw. Somit ist Stellantis ziemlich allein mit der Technologie unterwegs. Thiesen sieht vier Herausforderungen für deren Erfolg:

  • Ausreichend grünen Wasserstoff (produziert mit erneuerbaren Energien)
  • Dichtes Tankstellennetz
  • Einfache Systemintegration in vorhandene Fahrzeuge
  • Kosten für den Kunden (TCO)

Noch wird Wasserstoff vor allem mit Erdgas produziert. Damit fällt die Umweltbilanz schlecht aus. Das ändert sich erst bei einer Elektrolyse mit Strom aus Wind- oder Sonnenenergie. Im Industriellen Maßstab geschieht dies noch nicht in Europa. Das Netz an Wasserstofftankstellen ist extrem übersichtlich: In ganz Frankreich sind es 25, in Deutschland sind 92 Tankstellen bei H2 gelistet. Die Plug-In-Ladefähigkeit der Fahrzeug soll dieses Manko ausgleichen.

In Grußworten betonen Deutschlands und Frankreichs Verkehrsminister während der Präsentation die Bedeutung dieses deutsch-französischen Schulterschluss für die Zukunft der umweltfreundlichen Mobilität. Nach dem Zusammenschluss der Groupe PSA und FiatChrysler (FCA) zu Stellantis („mit Sternen besetzt“) entstand Anfang des Jahres der viertgrößte Autohersteller. Stellantis ist ein börsennotierter Konzern und vereint u.a. die Automarken Alfa Romeo, Abarth, Citroën, Chrysler, Dodge, DS Automobiles, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, Opel, Peugeot, Vauxhaull und RAM.

Standort in Rüsselsheim: Zentrum der Brennstoffzellen-Entwicklung
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Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum dreht es sich in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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