Renault Megane E-Tech: Jetzt mit LFP-Akku und 500 km Reichweite

Renault Megane E-Tech

Renault schickt seinen Megane E-Tech ins Trainingslager. Zwei Jahre nach seiner Markteinführung erhält das kompakte Elektroauto ein umfassendes technisches und optisches Update, um im umkämpften C-Segment konkurrenzfähig zu bleiben. Die wichtigste Neuerung ist eine Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit größerer Kapazität für mehr Reichweite und schnellere Ladezeiten. Gepaart mit einem geschärften Design und neuen digitalen Funktionen soll das Modell seine Position im Markt festigen.

Dezente Retuschen am Blechkleid

Die Designer haben die Optik des Megane E-Tech weiterentwickelt. Vor allem die Frontpartie wirkt durch einen neu gestalteten Stoßfänger präsenter. Eine neue Lichtsignatur mit Rhombus-Elementen ersetzt die bisherigen seitlichen Lufteinlässe und lässt das Fahrzeug breiter erscheinen. Das Renault-Logo sitzt nun direkt unter der Motorhaube. Am Heck bleiben die durchgehenden Leuchten erhalten, präsentieren sich aber in einer dreidimensionalen Optik ohne Abdeckglas.

Durch die größere Batterie wächst das Fahrzeug in der Höhe um 20 Millimeter. Renault strafft zudem das Angebot auf die beiden Ausstattungslinien Techno und Esprit Alpine, die sich durch spezifische Designmerkmale und Radgrößen von 19 oder 20 Zoll unterscheiden. „Wir haben die optische Breite und Präsenz des Renault Megane E-Tech elektrisch verstärkt und ihm eine sportliche, moderne Anziehungskraft verliehen, in der sich seine dynamischen Eigenschaften widerspiegeln“, sagt Laurens van den Acker, Chief Design Officer der Renault Group.

Renault Megane E-Tech

Der neue LFP-Akku

Die wichtigste Neuerung befindet sich im Fahrzeugboden. Renault ersetzt den bisherigen Akku durch eine LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit einer nutzbaren Kapazität von 67 kWh. Diese Technologie kommt ohne Rohstoffe wie Kobalt und Mangan aus und gilt als besonders langlebig. Durch eine neue Cell-to-Pack-Architektur (C2P), bei der 232 Pouch-Zellen direkt im Gehäuse integriert werden, erreicht Renault eine hohe Packeffizienz von 53 Prozent. Das Resultat ist eine WLTP-Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Ebenso wichtig ist die verbesserte Ladeleistung. Am Gleichstrom-Schnelllader (DC) steigt die maximale Leistung um 35 kW auf nun 165 kW. Der Ladevorgang von 15 auf 80 Prozent soll damit nur noch rund 24 Minuten dauern, was einer Zeitersparnis von 25 Prozent entspricht. Damit schließt der Megane E-Tech zu wichtigen Wettbewerbern auf.

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Fahrdynamik bleibt unangetastet

Beim Antrieb bleibt alles beim Alten. Der fremderregte Synchronmotor leistet weiterhin 160 kW (218 PS) und liefert ein Drehmoment von 300 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolviert der Kompaktwagen in 7,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt auf 160 km/h begrenzt, ein Wert, der auf deutschen Autobahnen weiterhin für Diskussionen sorgen dürfte. Die Fahrzeugplattform, nun RG Medium 1.0 genannt, behält ihre Grundarchitektur mit der Batterie im Unterboden bei. Dies sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt. Federn, Dämpfer und die Abstimmung der Lenkung wurden an die neue Batterie angepasst, um das präzise Fahrverhalten beizubehalten. Die Mehrlenker-Hinterachse soll weiterhin einen guten Kompromiss aus Agilität und Komfort gewährleisten.

Renault Megane E-Tech

Google-Infotainment mit neuen Funktionen

Im Innenraum dominiert weiterhin das bekannte OpenR Link System mit seinen zwei L-förmig angeordneten 12-Zoll-Displays. Die Software basiert auf Android Automotive und integriert Google-Dienste wie Maps und den Assistant. Eine wichtige Neuerung ist die verbesserte Konnektivität: Drei Jahre Datenvolumen sind nun im Kaufpreis enthalten, was das Streaming von Musik oder Videos direkt im Fahrzeug ohne Smartphone-Hotspot ermöglicht. Für das Jahr 2026 kündigt Renault die Integration des KI-Sprachassistenten Google Gemini an. Neu ist auch eine Kamera in der A-Säule. Sie überwacht nicht nur die Aufmerksamkeit des Fahrers, sondern ermöglicht auch eine Gesichtserkennung zur Aktivierung persönlicher Profile. Ebenfalls Einzug hält ein kabelloses Smartphone-Ladegerät nach dem neuen Qi2-Standard, der ein schnelleres und effizienteres Laden ermöglicht.

Renault Megane E-Tech

Assistenzsysteme auf dem neuesten Stand

Renault erweitert auch den Umfang der Fahrassistenzsysteme. Die intelligente adaptive Geschwindigkeitsregelung berücksichtigt vorausschauend Streckenverläufe und Tempolimits. Die Fahrzeugdarstellung im digitalen Cockpit wurde verbessert und erkennt nun auch Lkw. Neu sind zudem ein Nothalteassistent sowie ein „Safety Coach“, der das Fahrverhalten analysiert und personalisierte Tipps für eine sicherere Fahrweise gibt. Die überarbeitete Smartphone-App „my rnlt“ bündelt Fahrzeugfunktionen wie die Ladeplanung oder Vorklimatisierung und soll eine zuverlässigere Echtzeit-Synchronisation zwischen Auto und Handy bieten.

Renault Megane E-Tech

Fazit: Ein notwendiges und gelungenes Upgrade

Das Update für den Renault Megane E-Tech elektrisch ist mehr als Kosmetik. Mit dem Wechsel zur LFP-Batterietechnologie adressiert Renault die entscheidenden Kriterien Reichweite und Ladegeschwindigkeit und macht das Fahrzeug fit für die zweite Hälfte seines Lebenszyklus. Die Ladeleistung von 165 kW ist ein solider Wert im Segment, auch wenn Wettbewerber von Hyundai oder Kia hier noch mehr bieten.

Die optischen Anpassungen und die sinnvollen Ergänzungen bei der Software runden das Paket ab. Damit stellt sich der Franzose selbstbewusst der Konkurrenz um VW ID.3, Cupra Born und dem Tesla Model 3. „Immer mehr Kundinnen und Kunden steigen auf Elektrofahrzeuge um. Mit dem neuen Megane E-Tech elektrisch wollen wir diesen Wechsel so einfach und attraktiv wie möglich gestalten“, sagt Fabrice Cambolive, CEO der Marke Renault.

Renault Megane E-Tech
Bild von Maik Machnig

Maik Machnig

Der selbsternannte Nerd liebt Technologie. Sein großer Wunsch: Eine Fahrt quer durch Deutschland in einem autonom fahrenden Auto.

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