Nach der Vorstellung der Konzeptversion des kommenden smart #2 zu Automesse in Peking im April, zeigt smart seine Ideen für den Innenraum bei einem Event in Rom. Die Weltpremiere des Serienfahrzeugs ist für Herbst 2026 geplant. Das ist nicht mehr lange hin. Dafür bleiben die gezeigten Entwürfe überraschend vage in der Umsetzung.
Rom als Bühne für das Stadtauto
Den Rahmen für die Europapremiere bilden die engen Gassen der italienischen Hauptstadt. Das ist kein Zufall: Smart unterstreicht damit, für welches Umfeld der #2 gedacht ist. Der ursprüngliche smart fortwo ist noch heute häufig in der italienischen Hauptstadt zu sehen. Der größte Vorteil ist seine Größe. In der elektrischen Version darf er die verkehrsberuhigten Umweltzonen ZTL (Zone a Traffico Limitato) befahren und in den blau markierten Zonen kostenlos parken. Laut Hersteller sind in europäischen Städten noch immer mehr als zwei Millionen smarts früherer Generationen unterwegs. Allein in Deutschland sind es noch über 300.000 smart fortwo.
Die Marke smart wird seit 2020 als 50:50-Joint-Venture zwischen Mercedes-Benz und Geely geführt. Die Fahrzeuge werden von Mercedes-Benz designt, während Geely die technische Forschung, Entwicklung und die gesamte Produktion in China verantwortet. Die Wiederauflage des fortwo wird #2 heißen und trägt aktuell noch den Zusatz „Concept“. Die Entwürfen zeigen rahmenlose Türen und ein zweifarbiges Farbkonzept nach dem Leitprinzip „Function becomes Fashion“.

„Deutsche Städte wie Berlin, Hamburg oder München waren schon immer die Heimat des smart Zweisitzers. Mit dem smart Concept #2 eröffnen wir das nächste Kapitel in der Neugestaltung dieses ikonischen Fahrzeugkonzepts und zeigen jetzt weitere Highlights. Die eigens entwickelte ECA-Plattform ist das technologische Herzstück und das Innenraumkonzept verdeutlicht die Philosophie hinter dem kommenden smart #2„, sagt Florian Nemitz, CEO smart Deutschland
Durchgehende Sitzbank und S-förmiges Cockpit
Das Innenraumkonzept des smart #2 setzt auf eine durchgehende Sitzbank statt getrennter Sitze. Smart beschreibt das als bewusste Entscheidung gegen die herkömmliche Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer. Das soll trotz kompakter Außenmaße ein offenes Raumgefühl erzeugen.
Das Cockpit folgt einem S-Form-Prinzip: Die Geometrie soll intuitive Bedienung, klare Orientierung und effiziente Raumnutzung verbinden. Konkrete Details zur Displaygröße, zur Bedienung oder zur Software-Architektur nennt smart nicht. Wie das Konzept in der Serienversion umgesetzt wird, bleibt bis zur Weltpremiere offen.

ECA-Plattform: Eigene Entwicklung mit modularem Ansatz
Das technische Fundament bildet die Electric Compact Architecture, kurz ECA. Smart bzw. Geely hat die Plattform intern entwickelt. Sie ist speziell für ultrakompakte Elektrofahrzeuge ausgelegt. Der Radstand lässt sich zwischen 1,88 und über 2,50 m variieren, was grundsätzlich weitere Karosserievarianten ermöglicht.
Kernmerkmal für den Stadtbetrieb ist ein Wendekreis von 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein. Damit erreicht der #2 nach Herstellerangaben die Wendigkeit des smart Zweisitzers der Vorgängergeneration. Die Hinterachse setzt auf eine Fünflenker-Einzelradaufhängung, die Lenkung auf Direktsteuerung.

Batterie und Laden: lediglich Zielwerte
Bei den Antriebsdaten bleibt smart ebenfalls vage. Die Gesamtbatteriekapazität gibt der Hersteller mit 35,7 kWh an, die angestrebte Reichweite mit rund 300 Kilometern nach WLTP. Beide Werte sind ausdrücklich Zielwerte und nicht durch das EU-Zulassungsverfahren bestätigt. Die DC-Schnellladung soll den Ladestand von 10 auf 80 Prozent in weniger als 20 Minuten bringen.
Zum Vergleich: Ein Citroën ë-C3 kommt mit einer 44-kWh-Batterie auf bis zu 326 Kilometer WLTP-Reichweite, der Renault 5 E-Tech mit 52 kWh auf bis zu 410 Kilometer. Der smart #2 positioniert sich damit unterhalb dieser Werte, setzt aber auf eine deutlich kompaktere Fahrzeugstruktur und schnelleres Laden als Differenzierungsmerkmal.

Tridion-Zelle in der Batterie
Ein weiteres Element ist die Neuauflage der Tridion-Zelle, die smart bereits aus früheren Modellen kennt. Die Sicherheitsstruktur soll robuste Karosseriesteifigkeit mit kompakten Außenmaßen verbinden. Smart macht derzeit keine Angaben zu konkreten Crashtestergebnissen. Details dazu werden frühestens mit der Serienvorstellung bekannt.
Fazit: Versprechen mit Fragezeichen
Smart zeigt mit dem Concept #2 und der ECA-Plattform, wohin die Reise geht: ein kompakter Zweisitzer mit urban tauglichem Wendekreis, moderater Batterie und schnellem Laden. Die genannten Werte klingen schlüssig für das A-Segment, sind aber noch nicht zertifiziert. Entscheidend wird sein, wie nah die Serie an die Zielwerte herankommt und zu welchem Preis. Im Herbst 2026 liefert die Weltpremiere Antworten. Bis dahin bleibt das Concept #2 das, was es ist: ein Ausblick.




