Porsche produziert E-Fuels im Süden Chiles

e-Fuels-Anlage von Porsche in Chile

Porsche sowie internationale Partner produzieren im Süden Chiles E-Fuels. Die Betreibergesellschaft Highly Innovative Fuels (HIF) hat mit der industriellen Produktion von synthetischem Kraftstoff begonnen. Im Beisein des chilenischen Energieministers Diego Pardow wurde die Pilotanlage „Haru Oni“ in Punta Arenas eröffnet.

Aus Windenergie wird per Elektrolyse aus Wasser gasförmiger Wasserstoff gewonnen. Zusammen mit Kohlendioxid wird synthetischer Kraftstoff, so genanntes E-Fuel, hergestellt. Der CO2-frei hergestellt Kraftstoff kommt später in Verbrennungsmotoren zum Einsatz. Bei der Eröffnung im Süden Chiles waren die beiden Porsche-Vorstände Barbara Frenkel und Michael dabei.

14.000 km bis Deutschland

Der Süden Chiles bietet in den Augen des Herstellers ideale Bedingungen für die Produktion von eFuels: Dort weht der Wind an rund 270 Tagen im Jahr, so dass Windräder in Volllast laufen können. Punta Arenas liegt in unmittelbarer Nähe der Magellanstraße. Vom Hafen Cabo Negro aus lässt sich der synthetische eFuel analog zu herkömmlichen Kraftstoffen die 14.000 km nach Deutschland transportieren und über bestehende Infrastruktur verteilen. 

Einsatz im Porsche-Rennsport

Porsche und Projektpartner Exxon Mobil testen die Eignung erneuerbarer Flüssigkraftstoffe unter den harten Motorsport-Bedingungen. Der neue Porsche 911 GT3 Cup mit seinem hochdrehenden Sechszylinder-Boxermotor dient als Testlabor für die Esso Renewable Racing Fuels: Sein 4,0-Liter-Aggregat wurde bereits für den Betrieb mit erneuerbaren Kraftstoffen getestet. Ziel ist es, wichtige Erfahrungen für mögliche Weiterentwicklungen im Hinblick auf einen Einsatz in Serienfahrzeugen in der Zukunft zu sammeln. Der Porsche Mobil 1 Supercup findet im Rahmen der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft statt.

Porsche setzt auf ein doppeltes E: Elektromobilität und ergänzend eFuels. Die Nutzung von eFuels reduziert den CO2-Ausstoß. Mit Blick auf den gesamten Verkehrssektor sollte die industrielle Produktion synthetischer Kraftstoffe weltweit weiter vorangetrieben werden. Mit der E-Fuels-Pilotanlage nimmt Porsche bei dieser Entwicklung eine treibende Rolle ein“, sagt Barbara Frankel, Vorständin Beschaffung der Porsche AG.

Barbara Frenkel, Mitglied des Vorstandes, Beschaffung und Michael Steiner, Mitglied des Vorstandes, Forschung und Entwicklung bei der feierlichen Eröffnung der eFuels-Pilotanlage in Chile.
Barbara Frenkel, Mitglied des Porsche-Vorstandes, Beschaffung und Michael Steiner, Mitglied des Vorstandes, Forschung und Entwicklung bei der Eröffnung der E-Fuels-Pilotanlage in Chile.

Bis zu 55 Millionen Liter E-Fuels pro Jahr

In der Pilotphase ist eine E-Fuels-Produktion von rund 130.000 Litern pro Jahr vorgesehen. Nach der Pilotphase kommt das Projekt in Chile mit der ersten Skalierung bis Mitte des Jahrzehnts auf voraussichtlich rund 55 Millionen Liter pro Jahr. Rund zwei Jahre später soll die Kapazität 550 Millionen Liter betragen.

Das Potenzial von e-Fuels ist sehr groß. Weltweit gibt es heute mehr als 1,3 Milliarden Verbrennerfahrzeuge. Viele davon werden noch Jahrzehnte lang auf der Straße unterwegs sein. E-Fuels bieten den Besitzern von Bestandsfahrzeugen eine Perspektive. Als Hersteller hoch performanter und effizienter Motoren verfügt Porsche über ein breites Knowhow auf dem Gebiet der Kraftstoffe“, sagt Michael Steiner, Vorstand Entwicklung und Forschung der Porsche AG. 

Beteiligung an HIF Global

Porsche arbeitet auf eine bilanziell CO2-neutrale Wertschöpfungskette im Jahr 2030 hin. Dazu gehört auch eine bilanziell CO2-neutrale Nutzungsphase für künftige vollelektrische Modelle. Synthetische Kraftstoffe ergänzen die Elektromobilität und sind Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Sportwagenherstellers. Insgesamt hat Porsche bislang über 100 Millionen US-Dollar in die Entwicklung und Bereitstellung von E-Fuels investiert. So hat sich der Sportwagenbauer im April 2022 mit 75 Millionen Dollar an der HIF Global LLC beteiligt. Diese plant, baut und betreibt E-Fuel-Anlagen in Chile, USA und Australien.


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Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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