Kia liefert gebrauchte Batterien aus E-Autos für stationären Energiespeicher

Kia Encore stationäre Speicher

Die Bahn steigt ins Energiegeschäft ein. Mit dem Start-up Encore baut die DB einen stationären Speicher auf dem Euref-Gelände in Berlin auf. Hier hat bereits vor einigen Jahren Audi einen Energiespeicher errichtet. Zu den ersten Partnern von Encore (engl. Zugabe, noch einmal) gehört Kia. Der Autohersteller liefert Batterie aus ganz Europa nach Berlin. Allerdings haben die Module dann eigentlich acht bis zehn Jahre im E-Auto hinter sich, bevor ihr zweites Leben in einem stationären Energiespeicher beginnt. Die ersten Module stammen aus dem Elektro-Crossovers Kia Soul EV, den die Marke 2014 eingeführt hat.

Abhängigkeit vom Stromnetz verringern

Mit der erfolgreichen Elektrifizierung der Kia-Modelle übernehmen wir auch die Verantwortung für die Batterien über deren Lebensdauer im Auto hinaus“, sagt Jason Jeong, Präsident von Kia Europe. „Die wegweisende Partnerschaft zwischen Kia und Encore zeigt, dass wir Batterien als wertvolle Ressource im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft betrachten.“ Das Energiespeichersystem auf dem EUREF-Campus fungiert als Teil eines „Micro Smart Grid“, eines autarken Stromnetzes, das verschiedene Energiequellen, Verbraucher und Speicher miteinander verknüpft. Dieses Netz wurde aufgebaut und wird betrieben von der Inno2grid GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von der DB E.C.O. Gruppe und Schneider Electric. Ziel ist es, durch vorhersehbare Energieflüsse innerhalb des Mikronetzes die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz zu verringern und den Anteil der Nutzung erneuerbarer Energien auf dem Campus zu erhöhen.

E-Auto laden und Energie speichern

Eine der ersten Anwendungen der Prototyp-Anlage ist das Laden von Elektrofahrzeugen. Hier wird beispielsweise der Kia e-Niro EV geladen. Der Speicher bietet eine Kapazität über 72 kWh. Beim so genannten „Timeshifting“ wird Solarstrom für den späteren Gebrauch gespeichert. Das entlastet die öffentlichen Stromnetze, da Speicher überschüssige Energiemengen aufnehmen und erst wieder abgeben, wenn die Nachfrage existiert. In einem Stromnetz müssen Angebot und Nachfrage stets ausgegelichen sein.

Die gebrauchten Batteren werden über das Logistiknetzwerk der Deutschen Bahn bei den Kia-Händlern abgeholten. Für eine Demontage der Batterie-Packs in einzelne Module sowie deren Leistungsprüfung kommen sie zum Dienstleister DellCon. Danach geht es nach Berlin in den Energiespeicher. Hier haben die Module nochmals sechs bis acht Jahre vor sich, bevor die Module ins Batterie-Recycling gehen.

Encore Schaubild zum Second Life von E-Auto-Batterien
Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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