Hyundai stellt für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 die größte Fahrzeugflotte in der 27-jährigen Geschichte der Sponsoring-Partnerschaft. Neben fast 1.500 Pkw und Bussen kommen erstmals Roboter von Boston Dynamics zum Einsatz.
Doch ein genauer Blick auf die bereitgestellten Modelle wirft Fragen auf: Während der Konzern seine Robotik-Kompetenz prominent in den Vordergrund stellt, sucht man rein elektrische Fahrzeuge in der Flottenliste vergeblich.
Burn, baby burn: Flotte mit Verbrenner-Fokus
Die Flotte bei dem Turnier besteht aus folgenden Modellen:
- PALISADE
- SANTA FE
- TUCSON
- SANTA CRUZ
- KONA
- SONATA
- ELANTRA
- CRETA
- CRETA GRAND
- GENESIS GV80
Ioniq-Reihe fehlt komplett
Hyundai unterstützt die Organisation der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko mit insgesamt 994 Pkw und 506 Bussen. Die Flotte dient dem Transport von Teams, Offiziellen und Medienvertretern zwischen den 16 Austragungsorten.
Von den genannten Modellen sind nur der Kona und Creta rein elektrisch erhältlich. Doch den Creta EV baut Hyundai in erster Linie für den indischen Markt. Den Genesis GV80 gibt es elektrisch, allerdings nicht auf der US-Webseite der Marke. Elektrofahrzeuge wie Ioniq 3 bis 9 oder der Inster, die das technologische Aushängeschild im Bereich E-Mobilität sind, fehlen in der offiziellen Ankündigung.
„Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) waren mit einem Anstieg von 48 Prozent der wichtigste Wachstumsmotor“ schreibt der koreanische Konzern zu Jahresbeginn 2026 für die EU 35-Märkte, dazu zählen die EU, EFTA, Großbritannien, Osteuropa und die Türkei. Spätestens bis 2027 will der Hersteller hier eine vollständig elektrifizierte Produktpalette anbieten. Wenn die ganze Welt zuschaut, sollten die „Wachstumsmotoren“ doch ebenfalls am Start sein.
Premiere mit Roboter-Hund
Während Hyundai bei der Fahrzeugflotte auf Verbrenner setzt, schlägt das Unternehmen an anderer Stelle ein neues Kapitel auf. Erstmals tritt der Konzern als offizieller Robotik-Partner der FIFA auf. Diese erweiterte Partnerschaft demonstriert die Vision einer vernetzten und intelligenten Mobilität.

Spot im Sicherheitseinsatz
Im Zentrum der Robotik-Strategie steht der Einsatz von vier Spot-Robotern der Hyundai-Tochter Boston Dynamics. Die vierbeinigen Roboter werden an zwei Standorten eingesetzt: im International Broadcast Center in Dallas sowie im New York–New Jersey Stadium. Dort sollen sie die Sicherheitsmaßnahmen der FIFA durch autonome Rundgänge unterstützen. Ausgestattet mit spezialisierter Sensorik sind die Roboter in der Lage, in Echtzeit ein Lagebild zu erstellen und technische Anlagen sowie die Infrastruktur zu inspizieren. Dieser Einsatz dient als praxisnahe Demonstration der Fähigkeiten moderner Robotik in komplexen Umgebungen.
Fazit: Verpasste Chance für die E-Mobilität
Hyundai nutzt die globale Bühne der Weltmeisterschaft, um seine technologische Breite zu demonstrieren. Der erstmalige Einsatz von Spot-Robotern ist technologisch interessant und zeigt die Ambitionen des Konzerns über das klassische Automobilgeschäft hinaus.
Für die Elektromobilität ist der Auftritt eine große Enttäuschung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit fiel die Entscheidung zum Verzicht auf E-Autos in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der FIFA oder direkt gegenüber dem US-Präsident Donald Trump. Die Haltung der FIFA gegenüber dem US-Präsidenten ist bekannt. Absoluter Höhepunkt war Ende 2025 die Verleihung eines Friedenspreises durch FIFA-Präsident Gianni Infantino an Trump.



