Genfer Autosalon findet 2023 nur in Katar statt

Doha Katar Genfer Autosalon

Der Genfer Autosalon, eine der wichtigsten Automessen in Europa, geht 2023 nach Doha in Katar. Es ist bereits die vierte Absage seit 2020 für die Messe im Genfer Palexpo. Die erste Ausgabe der “Geneva International Motor Show Qatar” findet im November 2023 im Doha Exhibition and Convention Center (DECC) statt.

Die Geneva International Motor Show 2023 (14.- 19. Februar 2023) findet nicht statt. Der Veranstalter begründet die Entscheidung so: “Aufgrund der Unsicherheiten in der Weltwirtschaft und der geopolitischen Lage sowie der Risiken im Zusammenhang mit der Entwicklung der Pandemie haben die Organisatoren beschlossen, sich im Jahr 2023 ausschliesslich auf die Planung der Veranstaltung in Doha zu konzentrieren“, sagt Maurice Turrettini, Präsident der Stiftung “Comité permanent du Salon international de l’automobile de Genève”. Die Veranstaltung in Doha ist keine Verlegung. Ursprünglich waren für 2023 beide Messen geplant.

Angst vor Corona-Maßnahmen beim Genfer Autosalon

Die Gründe für die Absage der Automesse, lesen sich ein wenig schwammig. Etwas später in der Pressemitteilung wird Sandro Mesquita, CEO der Geneva International Motor Show, etwas deutlicher: “In diesen unsicheren Zeiten sind viele Marken nicht in der Lage, sich für die Teilnahme an einer Messe in Europa im Winter zu verpflichten. Nach der Bewertung aller Elemente ist der Stiftung klar geworden, dass der Salon nicht wie geplant 2023 in Genf stattfinden kann.” Vermutlich fürchten etliche Hersteller im Winter eine Verschärfung der Corona-Auflagen aufgrund steigender Infektionszahlen. Dabei war der Genfer Autosalon aufgrund des Termins im Winter stets der Auftakt in ein neues “Autojahr”. Hier gab es etliche Weltpremieren und Neuheiten zu sehen.

Welche Automesse ist relevant?

Neben der pandemischen Lage haben klassischen Messen das Problem des Überangebots. Autohersteller müssen bei ihrer Teilnahme zwischen den großen Automessen in Genf, Paris, Detroit, Tokio, Peking und München wählen. Die Verlegung der IAA von Frankfurt nach München und die nachfolgende Diskussion über das neue Messekonzept in der bayrischen Landeshauptstadt verdeutlichen das Dilemma der Automarken. Hinzu kommt: Insbesondere bei E-Autos gehen viele Hersteller inzwischen lieber auf Messen wie die CES in Las Vegas oder die South by South West in Austin. Am Rande der Internationalan Funkausstellung in Berlin gibt es Anfang September 2022 die “Shift Mobility“.

Etliche Marken haben mit eigenen Veranstaltungen zu neuen Modellen die Erfahrung gemacht, dass sie viel mehr Aufmerksamkeit der Medien erhalten. Auf einer Messe muss diese Aufmerksamkeit mit anderen geteilt werden.

Eine Reise nach Doha ist sicher auch aufregend. Doch ob sich europäische Besucher und Aussteller auf den Weg an den Persischen Golf machen, ist unklar. Eventuell zielen die Veranstalter mit der Messe in Doha auf ein neues Publikum. Bleibt die Frage, welche Aussteller machen die Reise mit?

Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Anzeige

Newsletter abonnieren

Jeden Freitag um 11 Uhr alle Drehmoment-Nachrichten im eigenen Postfach.

* notwendig

Powered by MailChimp



Instagram

Beliebte Artikel

Gen Travel: Volkswagens Vision vom autonomen Fahren
10 Argumente gegen Elektroautos
THG-Quote: Die höchsten Prämien für E-Auto-Fahrer und Wallbox-Besitzer
Polestar 3: fährt der SUV bereits im Level 3?
Nio eröffnet Läden in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt sowie eine Wechselstation an der A8
Stiftung Warentest nimmt sich THG-Vermittler vor: Nur 14 von 36 sind empfehlenswert

Unterstütze uns

Anzeige