Zehn Wochen nach dem Start der zweiten E-Auto-Förderung zieht das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine erste Bilanz. Bis zum 1. August 2026 gingen 26.875 Bewilligungen raus. Das ist ein Fördervolumen von 117 Millionen Euro (durchschnittlich 4.353 Euro pro Antrag). Die Statistik zeigt einen klaren Favoriten bei den Modellen und eine Konzentration auf wenige Konzerne. Der Plug-in-Hybrid bleibt in Sachen Förderung ein Nischenprodukt.
(Fast) reines E-Auto-Förderprogramm
Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) stellen mit 24.794 Bewilligungen den überwiegenden Anteil, auf Plug-in-Hybride (PHEV) entfallen lediglich 2.081 Bewilligungen. Das entspricht einer PHEV-Quote von rund 7,7 Prozent. Brennstoffzellenfahrzeuge, für die das Programm laut Kategorisierung ebenfalls offensteht, tauchen in der Modellliste nicht ein einziges Mal auf. Die Förderung ist damit in der Praxis eine BEV-Förderung mit einem kleinen PHEV-Anhängsel.
Kauf und Leasing halten sich die Waage
Bei der Erwerbsart zeigt sich ein ausgeglichenes Bild: 13.689 Bewilligungen entfallen auf den Kauf, 13.186 auf Leasingverträge. Die Differenz von gut 500 Fällen ist bei einer Gesamtzahl von knapp 27.000 Anträgen nicht signifikant. Anders als bei früheren Förderprogrammen, die stark auf den Kauf ausgerichtet waren, scheint das Leasing als Einstieg in die Elektromobilität mittlerweile gleichwertig akzeptiert zu sein.
Mehrheit verdient unter 45.000 Euro
Die Einkommensstaffelung soll eine sozial ausgewogene Marktdurchdringung der E-Mobilität erzielen. Die Zahlen stützen dieses Ziel zumindest auf den ersten Blick: 13.064 Bewilligungen, fast die Hälfte aller Fälle, entfallen auf Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 45.000 Euro. Weitere 6.043 Bewilligungen liegen in der Stufe 45.001 bis 60.000 Euro, 6.840 in der Stufe 60.001 bis 80.000 Euro. Die beiden obersten Stufen, die nur mit förderrelevanten Kindern erreichbar sind, spielen mit 714 beziehungsweise 214 Bewilligungen eine untergeordnete Rolle. Bei der Haushaltsstruktur überwiegen Haushalte ohne förderrelevantes Kind mit 17.042 Bewilligungen deutlich vor Haushalten mit mindestens zwei Kindern (6.568) und mit einem Kind (3.265).
Top Ten der Hersteller
| Platz | Konzern / Gruppe | Bewilligungen |
|---|---|---|
| 1 | Volkswagen AG | 6.239 |
| 2 | Tesla, Inc. | 4.590 |
| 3 | Stellantis | 3.838 |
| 4 | Hyundai Motor Group | 2.973 |
| 5 | Renault Group | 1.659 |
| 6 | Stellantis / Leapmotor Joint Venture | 1.456 |
| 7 | BYD Company | 1.338 |
| 8 | BMW Group | 1.324 |
| 9 | Ford Motor Company | 968 |
| 10 | Toyota Motor Corporation | 393 |
Volkswagen vorn, Tesla stärkste Einzelmarke
Auf Konzernebene liegt die Volkswagen AG mit 6.239 Bewilligungen klar auf Platz 1. Tesla folgt mit 4.590 und Stellantis mit 3.838 Anträgen. Der Vorsprung von Volkswagen relativiert sich allerdings, sobald man auf die Markenebene wechselt: Tesla ist mit 4.590 Bewilligungen die stärkste Einzelmarke, weit vor Skoda (2.636) und Cupra (1.617). Der VW-Konzern verteilt seine Bewilligungen auf mehrere Marken, Tesla bündelt sie in einem einzigen Modellportfolio aus im Grunde zwei Baureihen.
Auffällig ist die Position von Leapmotor auf Platz sechs der Konzernwertung mit 1.456 Bewilligungen. Das Joint Venture zwischen Stellantis und dem chinesischen Hersteller Leapmotor tritt in der Statistik separat von den etablierten Stellantis-Marken wie Opel, Peugeot, Citroën und Fiat auf. Rechnet man beide Positionen zusammen, kommt Stellantis inklusive Leapmotor auf 5.294 Bewilligungen und würde sich vor Tesla auf Platz zwei schieben. BYD schafft mit 1.338 Bewilligungen aus eigener Kraft den Sprung unter die Top 10 der Konzerne, ohne Joint-Venture-Konstruktion.
Skoda Elroq und Tesla Model Y treiben die Markenwertung
In der Markenwertung setzt sich die Konzentration fort. Skoda profitiert massiv vom Elroq, der allein in seinen Ausstattungsvarianten mehrere Tausend Bewilligungen auf sich vereint und die Marke auf Platz zwei hinter Tesla hievt. Cupra, Hyundai und die Kernmarke Volkswagen folgen auf den nächsten Plätzen, noch vor Kia und BYD.
Bemerkenswert ist der Auftritt chinesischer und chinesisch beeinflusster Marken: Leapmotor, BYD und weiter unten MG und XPeng belegen zusammen einen zweistelligen Anteil der Top-25-Bewilligungen, deutlich mehr als etablierte Premiumhersteller wie Mercedes-Benz, Volvo oder Mini, die sich im unteren Drittel der Liste einordnen.
| Platz | Marke | Bewilligungen |
|---|---|---|
| 1 | Tesla | 4.590 |
| 2 | Skoda | 2.636 |
| 3 | Cupra | 1.617 |
| 4 | Hyundai | 1.579 |
| 5 | Volkswagen, VW | 1.473 |
| 6 | Leapmotor | 1.456 |
| 7 | Kia | 1.393 |
| 8 | BYD | 1.338 |
| 9 | Renault | 1.216 |
| 10 | BMW | 1.062 |
| 11 | Citroën | 1.029 |
| 12 | Opel | 978 |
| 13 | Ford | 968 |
| 14 | Fiat | 909 |
| 15 | Peugeot | 820 |
| 16 | Audi | 470 |
| 17 | Dacia | 422 |
| 18 | Toyota | 387 |
| 19 | MG | 352 |
| 20 | Mazda | 350 |
| 21 | Mercedes-Benz | 292 |
| 22 | Mini | 262 |
| 23 | Volvo | 246 |
| 24 | Nissan | 207 |
| 25 | XPeng | 195 |

Modellebene: Elroq und Model Y als Zugpferde
Auf Modellebene bestätigt sich das Bild der Markenwertung. Der Skoda Elroq läuft in vier Leistungsvarianten (85, 60, 50 und RS) und kommt allein damit auf weit über 2.000 Bewilligungen. Bei Tesla dominiert das Model Y mit 3.067 Bewilligungen deutlich vor dem Model 3 mit 1.517. Beide Modelle zusammen tragen fast siebzehn Prozent der gesamten Fördersumme. Bei den günstigeren Einstiegsmodellen fällt der Hyundai Inster mit 1.092 Bewilligungen auf, ebenso der Renault 5 E-Tech mit 524 und der Fiat 500 mit 647 Bewilligungen. Diese Fahrzeuge bedienen exakt das preissensible Marktsegment, das die Förderung eigentlich adressieren soll.
Fazit
Die ersten zehn Wochen der neuen E-Auto-Förderung zeigen eine Marktstruktur, die sich kaum von der Zeit vor dem Förderstopp unterscheidet: Tesla und Skoda dominieren, chinesische Marken gewinnen über Joint Ventures und Direktimporte spürbar an Boden. Deutsche Premiumhersteller wie Mercedes-Benz und BMW spielen bei den Stückzahlen eine untergeordnete Rolle, was allerdings bei den Preisen der angebotenen E-Autos kaum überrascht.
Der Plug-in-Hybrid bleibt mit einem Anteil von unter acht Prozent ein Auslaufmodell der Förderstatistik. Ob die soziale Staffelung nach Einkommen tatsächlich zu einer breiteren gesellschaftlichen Verankerung der Elektromobilität führt, lässt sich nach zehn Wochen und rund 27.000 Anträgen noch nicht beurteilen. Die kommenden Monatsberichte des BAFA werden zeigen, ob sich der frühe Vorsprung von Tesla und Skoda hält oder ob günstigere Modelle wie Elroq, Inster und Dolphin Surf die Statistik in Richtung eines breiteren Marktes verschieben.



