Xpeng bringt mit dem L03 sein Einstiegsmodell nach Deutschland – ein 4,65 Meter langes SUV-Coupé mit vier elektrischen Antriebsvarianten und einer späteren Range-Extender-Version. Der Konfigurator ist seit dem 16. Juli 2026 online, die ersten Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 beginnen. Die WLTP-Homologation steht noch aus, alle Verbrauchs- und Reichweitenangaben hier sind vorläufig.
Vier BEV-Varianten und eine REEV-Option ab Herbst
Im Heimatmarkt wird das E-Auto unter der Submarke Mona vertrieben. Es adressiert ein junges, vor allem weibliches, Publikum. In Europa läuft der Wagen unter der Marke Xpeng. In deren Fahrzeugangebot ist es das kleinste und günstigste Auto.
Das Antriebsangebot ist breit aufgestellt. Zum Start stehen vier elektrische Versionen zur Wahl: Zwei mal mit Heck (RWD), zwei Mal mit Allrad-Antrieb (AWD). Das Basismodell RWD Standard Range kommt mit einer 58,3-kWh-LFP-Batterie, 180 kW Hinterradantrieb und 445 Kilometer WLTP-Reichweite ab 35.600 Euro. Die Long-Range-Variante erhöht die Batteriekapazität auf 71,2 kWh und erreicht laut WLTP bis zu 520 Kilometer. Preis ab 38.600 Euro. Die AWD-Performance-Version liefert mit 285 kW Systemleistung 431 Newtonmeter Drehmoment und beschleunigt in 4,5 Sekunden auf Tempo 100; die Reichweite sinkt dabei auf 440 Kilometer (WLTP). Preiseinstieg: 41.600 Euro. Das Topmodell Performance Ultra kostet 46.600 Euro und teilt sich Antrieb und Reichweite mit der Performance-Variante, unterscheidet sich aber erheblich bei der Software-Ausstattung und Komfortmerkmalen wie Massagesitzen in der Front.

Hohe Ladeleistung
Alle Varianten teilen eine DC-Ladeleistung von bis zu 236 kW – mit Ausnahme des Basismodells, das bei 193 kW Maximalleistung bleibt. Von 10 auf 80 Prozent soll der Akku in 20 Minuten laden. Der AC-Anschluss ist mit 11 kW auf Branchenstandard. Trotz 400-Volt-Architektur (statt 800 Volt, wie sie etwa Hyundai und Kia im oberen Segment einsetzen) sind diese Ladeleistungen konkurrenzfähig. Beim großen Akku beträgt die Ladeleistung 3C (dreifache der Batteriekapazität) und ist damit schneller als etliche Wettbewerber.
Ab Herbst 2026 folgt eine Range-Extender-Version (REEV): Der Räder werden ausschließlich elektrisch angetrieben. Ein 1,5-Liter-Benziner fungiert als Generator und lädt eine 37,25-kWh-LFP-Batterie während der Fahrt nach. Xpeng gibt die kombinierte Reichweite mit bis zu 1.000 Kilometern (WLTP) an, davon mehr als 200 Kilometer vollelektrisch. Der Einstiegspreis liegt bei 38.600 Euro. Energieverbrauchswerte werden erst mit der Homologation veröffentlicht. Die REEV-Variante ist technisch interessant, spricht aber einen anderen Nutzerkreis an als reine E-Autos.

Die Höchstgeschwindigkeit ist bei allen Varianten auf 180 km/h begrenzt – auf der deutschen Autobahn kein Alleinstellungsmerkmal, aber für manchen Fahrer ein relevanter Punkt gegenüber Wettbewerbern ohne Temposperrung.
„Mit dem neuen Xpeng L03 offerieren wir ein kompakteres und preislich attraktives Einstiegsmodell, dass unsere Markentugenden unterstützt. So bietet auch das neue SUV-Coupé ein progressives und sportliches Design, eine hochwertige Komfort- und Sicherheitsausstattung sowie einen kraftvollen Elektroantrieb mit einer für diese Fahrzeugklasse ausgezeichneten Ladegeschwindigkeit„, sagt Markus Schrick, Geschäftsführer der Xpeng Vertriebsregion Central Europe.

Karosserieform: SUV-Proportionen mit Coupé-Dachlinie
Der L03 misst 4,65 m in der Länge, 1,92 m in der Breite und ist 1,60 m hoch. Der Radstand misst 2,85 m. Die Karosserie kombiniert eine abfallende Coupé-Dachlinie mit erhöhter Bodenfreiheit und ausgestellten Radkästen. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,228 – ein Wert, den Xpeng durch aktive Lufteinlassklappen in der vorderen Schürze erreicht. Zum Vergleich: Der VW ID.5 kommt auf cW 0,234, der Tesla Model Y liegt je nach Konfiguration um 0,23.
An der Front sitzen bumerangförmige LED-Scheinwerfer, am Heck ein LED-Band im Sternenring-Design unterhalb der 1,1 Quadratmeter großen Heckscheibe. Serienmäßig rollt der L03 auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern, das Ultra-Topmodell bekommt 20-Zöller mit gelb lackierten Bremssatteln. Rahmenlose Türen und Außenspiegel gehören zur Serienausstattung aller Varianten.
Fünf Lackierungen stehen zur Wahl: Arctic White ist kostenlos, die vier Metallic-Farben Midnight Black, Rock Gray, Silver Frost und Phantom Purple kosten je 950 Euro Aufpreis. Eine Black Edition ausschließlich für das Ultra-Modell kostet 1.200 Euro – hier sind dann auch die Bremssättel schwarz.

Interieur: drei Displays viel Stauraum
Im Innenraum setzt Xpeng auf ein dreistufiges Display-Setup: ein 8,9-Zoll-Kombiinstrument hinter dem beheizbaren Lenkrad, einen 15,6-Zoll-Touchscreen mit 2,5K-Auflösung in der Mitte sowie ein 26,8-Zoll-Head-up-Display im Blickfeld des Fahrers. Letzteres ist in dieser Fahrzeugklasse ungewöhnlich groß, als auch Teil der Serienausstattung. Der zentrale Touchscreen unterstützt Digitalradio DAB, Apple CarPlay, Android Auto und eine intelligente Navigation mit Ladeplanung nutzt Google Maps. Das Smartphone lädt per induktiver 50-Watt-Ladestation, die über eine integrierte Belüftung verfügt, um Überhitzung zu verhindern.
Der Kofferraum fasst 367 Liter nach VDA-Norm, die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Unter der Motorhaube bietet der Frunk bei den Hinterradantriebsvarianten bis zu 89 Liter, bei den Allrad-Versionen 44 Liter. Hinzu kommen ein 10-Liter-Staufach unter der Rücksitzbank sowie ein Ablagefach in der Mittelkonsole.

Hochwertiger Sound
Die Vordersitze sind in allen Varianten elektrisch einstellbar, beheiz- und belüftbar sowie mit Memory-Funktion und verstellbarer Lendenwirbelstütze ausgestattet. Das Ultra-Modell bietet zusätzlich eine Massagefunktion. Für das Soundsystem verbaut Xpeng in den drei Basisvarianten neun Lautsprecher des eigenen XOPERA-Systems plus zwei in die Kopfstütze des Fahrersitzes integrierte Treiber; das Ultra-Modell bekommt 18 Highend-Lautsprecher mit aktiver Geräuschunterdrückung (Road Noise Cancellation).
Das serienmäßige Panoramadach misst 1,30 Quadratmeter, erstreckt sich über beide Sitzreihen und trägt laut Xpeng eine doppellagige Silberbeschichtung mit 99,9 Prozent UV-Schutz. Die Ambientebeleuchtung bietet 256 Farben. Ebenfalls serienmäßig: Wärmepumpe, elektrische Heckklappe und das Luftreinigungssystem Xfree Breath mit PM 2.5-Filter.

XPILOT-Assistenz und Turing AI Chip im Ultra-Modell
Alle vier Varianten erhalten das XPILOT-Paket mit mehr als 13 Assistenzsystemen: autonome Notbremsung (AEB), Totwinkel-Erkennung, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Querverkehrswarner vorne und hinten sowie ein Türöffnenwarner. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung berücksichtigt Ampeln und Tempolimits und hält das Fahrzeug in der Spur. Ein 360-Grad-Kamerasystem mit transparenter Chassis-Ansicht und ein Remote-Parkassistent per Smartphone gehören ebenfalls zum serienmäßigen Umfang.
Das Ultra-Modell geht deutlich weiter: Es bekommt zwei selbst entwickelte Turing AI Chips mit je bis zu 750 Tera-Operationen pro Sekunde (TOPS) für das Fahrsystem sowie einen weiteren Chip für die Innenraumfunktionen. Darauf aufbauend arbeitet der Next Generation Pilot (NGP), der das teilautomatisierte Fahren auf Level 2++ ermöglicht – inklusive autonomem Spurwechsel, verbesserter Umgebungswahrnehmung und App-gesteuertem Einparken auch in nicht markierten Bereichen. Rechtliche Grundlage der DCAS in der EU: Die entsprechende europaweite UN R171-Regelung wird für den 1. Januar 2027 erwartet, bis dahin agiert das System in Deutschland auf Basis bestehender Vorschriften im Level 2. Eine offizielle Euro-NCAP-Bewertung liegt zum Marktstart noch nicht vor; Xpeng gibt an, das Sicherheitsniveau entspreche fünf Sternen.

Preise, Garantie und Wettbewerb
Mit einem Einstiegspreis von 35.600 Euro positioniert sich der L03 unterhalb des Tesla Model Y (ab rund 44.990 Euro), des Hyundai Ioniq 5 (ab rund 41.900 Euro) und des VW ID.5 (ab rund 49.990 Euro). Der BYD Seal U liegt mit rund 38.490 Euro näher am Basismodell des L03, bietet aber weniger Serienausstattung. Die Gleichausstattungskosten verschieben den Vergleich zugunsten von Xpeng, da Funktionen wie Wärmepumpe, Panoramadach oder die Ambientebeleuchtung bei Wettbewerbern oft aufpreispflichtig sind.
Xpeng gewährt sieben Jahre oder 160.000 Kilometer Fahrzeuggarantie sowie acht Jahre Batteriegarantie bis 160.000 Kilometer. Das liegt über dem Branchendurchschnitt und ist für Käufer ein relevanter Faktor bei der Restwertbetrachtung. Über OTA-Updates soll der L03 während seines Lebenszyklus neue Funktionen erhalten.
Die einzigen buchbaren Optionen sind eine manuell schwenkbare Anhängerkupplung (990 Euro) mit 1.500 Kilogramm gebremster Anhängelast sowie Metallic-Lackierungen und die Black Edition. Das schmal gehaltene Optionsangebot erinnert an Teslas Modellpolitik und vereinfacht die Konfiguration, lässt aber wenig individuellen Spielraum.

Fazit: Attraktiver Einstieg in die Elektromobilität
Der Xpeng L03 ist ein technisch umfangreich ausgestattetes SUV-Coupé zu einem für die gebotene Serienausstattung wettbewerbsfähigen Preis. Die Antriebspalette ist mit vier E-Varianten und einer REEV-Option außergewöhnlich breit, die DC-Ladeleistung von bis zu 236 kW trotz 400-Volt-Architektur ein Pluspunkt gegenüber Wettbewerbern im gleichen Preissegment.
Schwachpunkte: Die WLTP-Homologation steht noch aus, die 180-km/h-Höchstgeschwindigkeit könnte auf deutschen Autobahnen für Diskussionen sorgen, und das NGP-System auf Level 2++ hängt regulatorisch von einer EU-Regelung ab, die erst Anfang 2027 erwartet wird. Für Xpeng ist der L03 ein wichtiger Schritt, um im hart umkämpften Segment der kompakten Elektro-SUVs neben BYD und Tesla Fuß zu fassen. Ob das gelingt, entscheidet sich im Markt – und dort warten mit dem VW ID.4/ID.5, dem Ioniq 5 und dem Kia EV6 etablierte Konkurrenten mit erheblich dichterem Servicenetz.



