Genesis GV60 Magma: Elektro-Performance-SUV erobert die Nordschleife

Genesis Race Taxi

Genesis schickt sein erstes elektrisches Hochleistungsmodell, den GV60 Magma, auf die Nürburgring-Nordschleife. Noch vor der offiziellen Markteinführung dient das Performance-SUV als „Track Taxi“ und soll seine Leistungsfähigkeit in der Grünen Hölle auf 20,8 km und 73 Kurven unter Beweis stellen. Das Fahrzeug ergänzt die etablierten G70 Sportlimousinen und stellt die Marke vor eine neue Herausforderung: die Rennstreckentauglichkeit eines schweren Elektrofahrzeugs zu beweisen.

Vom Verbrenner zum Stromer

Seit 2024 betreibt Genesis, die Premiummarke von Hyundai, ein „Track Taxi“-Programm auf der Nordschleife. Bislang kamen zwei modifizierte G70 Sportlimousinen mit 3,3-Liter-Twin-Turbo-V6-Motor zum Einsatz. Mit 272 kW (370 PS) und 510 Nm Drehmoment absolvierten die Fahrzeuge rund 1.300 Runden. Das entspricht einer Distanz von über 27.000 Kilometern auf einer der anspruchsvollsten Strecken der Welt dient als Beleg für die Langzeitstabilität der Komponenten. Nun stellt sich der vollelektrische GV60 Magma dieser Belastungsprobe und erweitert das Programm.

Leistungsdaten unter der Lupe

Die technischen Daten des GV60 Magma zielen klar auf das Performance-Segment. Zwei Elektromotoren, einer pro Achse, liefern eine Systemleistung von bis zu 478 kW (650 PS) und ein maximales Drehmoment von 790 Nm. Die Motoren erreichen Drehzahlen von über 20.000 U/min. Im Boost-Modus beschleunigt der Allradler in 3,4 Sekunden auf 100 km/h, die 200-km/h-Marke fällt nach 10,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Genesis mit 264 km/h an. Diese Werte positionieren den GV60 Magma in direkter Konkurrenz zu etablierten elektrischen Sportmodellen.

Genesis Race Taxi

Fahrdynamik statt nur Längsbeschleunigung

Hohe Längsbeschleunigung ist für leistungsstarke Elektrofahrzeuge keine besondere Herausforderung mehr. Die Querdynamik und das Handling auf der Rennstrecke trennen jedoch die Spreu vom Weizen. Genesis setzt hierfür auf ein aktives Torque-Vectoring-System, das durch ein elektronisches Sperrdifferenzial (e-LSD) ergänzt wird. Dieses steuert die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, um Unter- und Übersteuern zu minimieren. Ein leistungsfähiges Bremssystem mit 400-Millimeter-Bremsscheiben und Monoblock-Sätteln soll das Fahrzeug aus 100 km/h in 33,8 Metern zum Stehen bringen. Eine performanceoptimierte Rekuperationssteuerung soll dabei helfen, das Thermomanagement der Bremsen und der Batterie zu unterstützen.

Inszenierung für die Sinne

Um dem Fahrerlebnis eine emotionale Komponente zu verleihen, integriert Genesis das selbst entwickelte e-ASD-System (electric Active Sound Design). Dieses erzeugt einen synthetischen Motorsound. Im Innenraum sorgen zehnfach elektrisch verstellbare Schalensitze für den nötigen Seitenhalt bei hohen Querbeschleunigungen. „Die Einführung des Genesis Track Taxi Programms auf der Nordschleife im Jahr 2024 war ein wichtiger Meilenstein für unsere Marke in Europa. Mit dem GV60 Magma schlagen wir nun das nächste Kapitel auf. Kunden und Fans erhalten die Möglichkeit, die Emotion, Präzision und Leistungsfähigkeit unseres ersten vollelektrischen High-Performance-Modells auf einer der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt hautnah zu erleben“, sagt Peter Kronschnabl, Geschäftsführer von Genesis Motor Europe.

Fazit

Genesis nutzt die Nordschleife geschickt als Marketing- und Erprobungsplattform, um den GV60 Magma als ernstzunehmendes Performance-Modell zu positionieren. Die reinen Leistungsdaten sind konkurrenzfähig. Der Praxistest als Renntaxi wird zeigen, ob das Fahrzeug auch bei Dauerbelastung – insbesondere im Hinblick auf Thermomanagement von Batterie und Antrieb sowie den hohen Reifenverschleiß – überzeugen kann. Der GV60 Magma tritt damit in ein anspruchsvolles Wettbewerbsumfeld ein, in dem sich bereits Modelle wie der Porsche Taycan, der Kia EV6 GT und der Konzernbruder Hyundai Ioniq 5 N einen Namen gemacht haben.

Bild von Maik Machnig

Maik Machnig

Der selbsternannte Nerd liebt Technologie. Sein großer Wunsch: Eine Fahrt quer durch Deutschland in einem autonom fahrenden Auto. Maik freut sich darauf, das Steuer aus der Hand zu geben.

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