XCharge stellt auf der Power2Drive Europe in München die nächste Generation seiner DC-Schnellladestation C7 vor. Mit einer Ladeleistung von bis zu 480 Kilowatt zielt der chinesische Anbieter auf Betreiber von öffentlichen Ladeparks und Flottenstandorten, bei denen hohe Verfügbarkeit und kurze Ladezeiten entscheidend sind. Die Weiterentwicklung fokussiert sich auf einen ganzheitlichen Systemansatz, der neben der reinen Leistung vor allem die Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb sicherstellen soll. Mit EnBW hat XCharge bereits einen prominenten Partner, der die C7 in Deutschlands größtem Schnellladenetz einsetzt, um sich nicht in eine Monopol-Abhängigkeit von Alpitronic zu begeben.
System für 480 kW Ladeleistung
Eine Ladeleistung von 480 kW stellt hohe Anforderungen an die Hardware. XCharge betont daher, dass die neue C7 als optimiertes Gesamtsystem konzipiert ist. In dieser Leistungsklasse hängt die Zuverlässigkeit von einem präzise abgestimmten Zusammenspiel aller Komponenten ab. Dazu gehören die Leistungsbereitstellung, das Thermomanagement, die elektromagnetische Robustheit und die Steuerungslogik. Nur wenn diese Elemente nahtlos zusammenarbeiten, lässt sich unter realen Betriebsbedingungen eine dauerhaft hohe Performance sicherstellen – ein kritischer Punkt für die Wirtschaftlichkeit von Ladeparks.
Fokus auf Zuverlässigkeit und Thermomanagement
Ein zentrales technisches Merkmal der C7 ist das adaptive Thermomanagement. Das System passt die Lüftergeschwindigkeit dynamisch an die Temperaturen der Leistungsmodule, die Umgebungsbedingungen und die aktuelle Leistungsanforderung an. Dies soll die thermische Stabilität des Systems gewährleisten, Temperaturschwankungen frühzeitig ausgleichen und so die Langlebigkeit der Komponenten erhöhen. Zudem wurde die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) durch ein mehrschichtiges Abschirmkonzept verbessert. Eine überarbeitete Steuerungsarchitektur soll zusätzlich zu einer stabileren Gesamtperformance beitragen und Ausfälle minimieren. Die C7 verfügt über ein barrierearmes Dual-Outlet-Design, integriertes Kabelmanagement und ist mit luft- oder flüssigkeitsgekühlten HPC-Ladekabeln erhältlich.
Integration in Ökosysteme und Cybersicherheit
Für den reibungslosen Betrieb in großen Ladenetzen ist die Software-Integration entscheidend. Die C7 unterstützt das Open Charge Point Protocol (OCPP) in der Version 2.0.1, das die Kommunikation zwischen Ladesäule und Backend-Systemen regelt. Ebenso ist die Norm ISO 15118 für Plug & Charge implementiert, die den Ladevorgang für den Nutzer vereinfacht. Um die Systeme gegen Angriffe abzusichern, setzt XCharge auf eine TLS-1.3-Verschlüsselung und sichere Over-the-Air-Updates (OTA), über die neue Funktionen und Sicherheitspatches aufgespielt werden.
„Mit der neuen Generation der C7 entwickeln wir eine etablierte Schnellladelösung konsequent weiter“, sagt Albina Iljasov, Co-CEO von XCharge. „In Europa beobachten wir eine starke Nachfrage nach leistungsfähiger DC-Ladeinfrastruktur, die sich effizient betreiben, einfach integrieren und komfortabel nutzen lässt. Die höhere Ladeleistung und die erweiterten Funktionen der C7 sind gezielt darauf ausgelegt, diese Anforderungen zu erfüllen.“
Fazit: Kampfansage an die etablierten Anbieter
Mit der Weiterentwicklung der C7 positioniert sich XCharge gezielt im Hochleistungssegment für DC-Ladeinfrastruktur in Europa. Die maximale Ladeleistung von 480 kW platziert die Säule in der Spitzengruppe des Marktes, wo sich auch Anbieter wie Alpitronic, ABB und Kempower bewegen. Entscheidend für den Erfolg wird jedoch nicht allein die Peak-Leistung sein, sondern die von XCharge betonte Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb. Defekte und wartungsintensive Ladesäulen sind ein bekanntes Ärgernis für Betreiber und E-Autofahrer. Wenn die C7 hier durch ein robustes Thermomanagement und eine stabile Systemarchitektur überzeugt, könnte sie für große Ladenetzbetreiber zu einer ernsthaften Alternative werden. Die Listung bei EnBW ist hierfür ein starkes erstes Signal.



