Renault setzt E-Auto-Tochter Ampère mit Qualcomm und Google unter Strom

Renault Megane E-Tech EV 60

Renault treibt die Abspaltung der E-Auto-Sparte weiter voran. Das Tochterunternehmen Ampère erhält mit Qualcomm und Google neue strategische Partner für die Softwareentwicklung. CEO Luca de Meo möchte Ampère im kommenden Sommer, falls das wirtschaftliche Umfeld stimmt, an die Börse bringen.

Der französische Autohersteller wird aktuell mit neun Milliarden Euro bewertet. Doch Ampère allein könnte laut Analysten bis zu zehn Milliarden Euro wert sein. Renault will Mehrheitseigentümer bei Ampère bleiben. Eine Beteiligung der Allianz-Partner Nissan und Mitsubishi sei weiterhin offen. Qualcomm wird sich mit einer ungenannten Summe an Ampère beteiligen.

Snapdragon Digital Chassis & Android

Spätestens ab 2026 will Renault Fahrzeuge auf einer Software Defined Vehicle-Plattform (SDV) bauen. Das will der Autohersteller mithilfe von Qualcomm erreichen. Ziel ist es, gemeinsam eine zentralisierte Computing-Plattformarchitektur mit dem Snapdragon Digital Chassis zu entwickeln. Als Betriebssystem ist Android vorgesehen. Schon heute nutzt der Hersteller im Renault Megane E Android Automotive für das Infotainment.

Es geht darum, die Erwartungen an Funktionalität und Dienstleistungen zu erfüllen und gleichzeitig die Komplexität und Kosten zu kontrollieren. Die Renault Group verstärkt ihre strategische Zusammenarbeit mit Qualcomm, um die erste offene und horizontale Software Defined Vehicle-Plattform auf den Automobilmarkt zu bringen. Das Know-how der Renault Group in Kombination mit der führenden Position von Qualcomm Technologies bei Hochleistungs-Halbleitern mit geringem Stromverbrauch sowie bei Software- und Systemplattformen ergibt eine skalierbare, wettbewerbsfähige und innovative Lösung für softwaredefinierte Fahrzeuge“, sagt Luca de Meo, CEO der Renault Group.

Qualcomm hilft bei der Entwicklung einer SDV-Plattform

Google Cloud: Digitaler Zwilling

Zweiter Entwicklungspartner ist Google, er soll Renault bei seiner „Move to Cloud“-Strategie unterstützen. Die bereits 2018 gestartete Zusammenarbeit beim Cloud Computing soll mit der Schaffung digitaler Zwillinge beschleunigt werden. Beim virtuellen Fahrzeug-Doppelgänger kommt künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz, um eine einfachere Integration neuer Dienste in das Fahrzeug zu ermöglichen sowie neue In-Car Services auf den Markt zu bringen. Die Renault Group stellt auf lange Sicht ihr gesamtes Betriebsmodell auf die Cloud um mehr Flexibilität und höhere Rentabilität zu erreichen.

Die Komplexität der elektronischen Architektur von Fahrzeugen nimmt exponentiell zu, bedingt durch die Vielfalt der von den Kunden erwarteten Funktionen und Dienste“, so Luca de Meo, „Ausgestattet mit einer gemeinsamen IT-Plattform, kontinuierlichen Over-the-Air-Updates und einem optimierten Zugang zu Fahrzeugdaten wird der in Partnerschaft mit Google entwickelte SDV-Ansatz unsere Fahrzeuge so mitgestalten, dass sie künftige Kundenbedürfnisse erfüllen.“

Zu den ersten Einsatzbereichen gehören:

  • Vorausschauende Wartung und bei Bedarf zeitnahe Fehlererkennung und -behebung
  • Ein personalisiertes Erlebnis an Bord des Fahrzeugs (In-Car-Dienste), das sich an das Fahrverhalten und etwa häufig genutzte Ziele wie Ladestationen anpasst
  • Versicherungsmodelle auf Grundlage der tatsächlichen Nutzung und des Fahrverhaltens
Google: Digitaler Zwilling in der Cloud
Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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