Der neue Nissan Leaf e+ ist ab sofort bestellbar. Wesentliche Neuerung: Die Batteriekapazität steigt von 40 auf 62 Kilowattstunden (kWh). Damit steigt natürlich auch die Reichweite: 385 km (WLTP). Auch der Start an der Ampel erfolgt schneller: Der Motor hat 160 statt 110 kW Leistung. Die Preise beim Leaf e+ plus starten bei 44.700 Euro. Die kleinere Version (40 kWh Batterie) beginnt bei 36.800 Euro. Lauf Nissan liegen bereits 8.000 Vorbestellungen für den Leaf e+ vor.
Ich habe den Nissan Leaf im Herbst 2018 für zwei Monate getestet und ein Videotagebuch aus meinen Erfahrungen gemacht. Kleiner Spoiler: Mir gefällt der Leaf sehr gut. Natürlich gibt es ein paar “abers”: Der Wagen wird nie einen Design-Preis gewinnen und seine Bentzeroberfläche beim Display wirkt schon ein wenig angestaubt. Es war halt eines der ersten Elektroautos auf dem Markt.
55 Prozent mehr Batterie-Kapazität
Zum Jahresbeginn hat Nissan die Variante Leaf e+ während der Technikmesse CES in Las Vegas vorgestellt. Der Akku besteht nun aus 288 statt 192 Zellen. Deren Energiedichte wurde um 25 Prozent gesteigert. Die Länge des Batterie-Packs wurde reduziert und die Höhe an die Fahrzeugform angepasst. So verändern sich Innenraum und Außendesign nicht.
Passive Luftkühlung bleibt erhalten
Es bleibt bei einer passiven Luftkühlung. Das hält den Kaufpreis niedrig, beseitigt aber nicht den Effekt, der als “Rapidgate” bekannt wurde. Mehrmaliges Schnellladen, beispielsweise bei der Fahrt in den Urlaub, senkt die Ladeleistung, um die Batterie zu schonen. Der dritte und vierte Ladestopp auf einer Tour werden quälend lang. Der Fahrer hat keine Möglichkeit, steuernd einzugreifen (Luftklappe an der Batterie öffnen, Ventilator einschalten). Nissan will den Effekt durch ein verbessertes Batteriemanagement (Software) reduzieren. Außerdem haben Fahrerdaten ergeben, dass nur sehr wenige Nutzer bzw. selten das Fahrzeug für Langstreckenfahrten nutzen.
Infotainmentsystem und App überarbeitet
Alle Leaf-Versionen sind serienmäßig mit dem neuen Nissan Connect-Infotainmentsystem ausgestattet. Es unterstützt Apple CarPlay und Android Auto. TomTom Premium Traffic bietet darüber hinaus eine verbesserte Routenführung mit Echtzeit-Verkehrsdaten und präziseren Reisezeiten. Mit der „Door to Door Navigation“ wird die Route vorab auf dem Smartphone geplant und anschließend vom Onbord-Navi-System übernommen. Ein umfassendes Upgrade erhält auch die Nissan Connect-App.
Nissan Leaf hat etliche Assistenten
Für ein Kompaktfahrzeug ist der Nissan Leaf auf Wunsch mit diversen Assistenten ausgestattet. Die Rekuperation lässt sich so einstellen, dass man das Elektroauto nur mit einem Pedal fahren kann (e-Pedal). Der ProPilot kommt im Autobahnverkehr zum Einsatz, reduziert den Stress im Stop-and-Go-Verkehr und unterstützt den Fahrer auch bei höherem Tempo. Er hält das Tempo und reguliert automatisch den Abstand zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer. Außerdem hält er den Leaf mittig in der Fahrspur.
Das automatisierte Einparken übernimmt ProPilotPark. Sobald das System eine passende Lücke entdeckt, kann der Fahrer die Hände vom Lenkrad und die Füße vom Pedal nehmen: Das Auto übernimmt das komplette Parkmanöver aus Lenken, Bremsen und Gas geben (sieht man in meinem Video Teil 4 ab 5:35 Min.).