Der chinesische E-Auto-Hersteller Nio steht laut manager magazin vor einem radikalen Kurswechsel: Die luxuriösen Nio Houses in Top-Lagen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg stehen vor dem Aus. Laut dem Bericht sucht das Unternehmen bereits nach Nachmietern. Die „Autotempel“ verursachen enorme Fixkosten, fungieren aber eher als Lifestyle-Lounges statt als effektive Verkaufsstellen – sie verkaufen Kaffee, aber kaum Fahrzeuge. Nio wollte damit seinen Club-Gedanken rund um die Marke beleben.
Die Absatzprobleme sind existenziell: In Deutschland wurden in den ersten drei Monaten des Jahres laut Kraftfahrtbundesamt acht Fahrzeuge zugelassen. Der Aufbau von bislang rund 20 Batteriewechselstationen in Deutschland verschlingt ebenfalls viel Kapital. Nio scheitert bisher an der Kombination aus ambitionierter Preispolitik, geringer Markenbekanntheit und starkem Wettbewerb etablierter Premiummarken.
Um die hohen Verluste zu begrenzen, trennt sich Nio von Führungspersonal und sucht den Exit aus teuren Mietverträgen. David Sulzer, erst im Juni 2024 zum General Manager für Deutschland berufen, hat das Unternehmen bereits verlassen. Künftig soll der Vertrieb effizienter über Kooperationen mit klassischen Autohändlern und kompaktere „Nio Spaces“ stattfinden.

