Leasing überholt Barkauf – vor allem bei E-Autos

Leasing E-Auto (c) pixabay

Die Top 5 Fahrzeuge beim Auto Leasing: 

1. VW ID.4 

2. Peugeot e-2008 

3. VW T-Roc 

4. Audi e-tron 

5. Polestar 2 

Erstmals schiebt sich beim Autokauf das Leasing vor die Barzahlung. Das geht aus Zahlen des Neuwagen-Vergleichsportal carwow hervor. 40 Prozent der Kunden konfigurierten im April 2022 ihr Wunschfahrzeug mit einem Mietkauf (Leasing). Vor einem Jahr waren es lediglich 18 Prozent. Damit hat sich die Nachfrage nach Leasing mehr als verdoppelt. Nur 37 Prozent der Kunden zahlen beim Autokauf in bar. Die erhobenen Daten wurden vom 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 erfasst.

 “Käufer insbesondere auch Privatpersonen scheinen mehr und mehr die Vorteile des Leasings höher zu bewerten, als die beim klassischen Kauf. Gerade der Trend hin zum E-Fahrzeug beflügelt diese Entwicklung”, sagt Philipp Sayler von Amende, CEO und Co-Founder von carwow-Deutschland. 

Leasing bei E-Autos beliebter 

Bei Elektrofahrzeugen liegt die Leasing-Quote sogar leicht höher, hier bevorzugen 43 Prozent der Käufer das Autoleasing. Die Flexibilität beim Autowechsel scheint bei der Entscheidung für Leasing eine große Rolle zu spielen. Das gaben 39 Prozent der Teilnehmer einer carwow-Umfrage an (1.169 Befragte). Erst an zweiter Stelle mit 33 Prozent stehen umwelttechnische Gründe. 

Gründe für Leasing statt Barkauf bei E-Autos: 

  • 39% aufgrund von Flexibilität beim Autowechsel 
  • 33% aus umwelttechnischen Gründen 
  • 30% aufgrund von Unsicherheit beim Restwert der Batterie 
  • 28% aus Unsicherheit zur technologischen Entwicklung 

Vorteile und Nachteile von Leasing 

Leasing bietet im Vergleich zum Neu- sowie Gebrauchtwagenkauf Vorteile. Das Eigenkapital fällt beim Leasing weitestgehend weg. Das Auto ist auf dem neuesten Stand, Verschleißreparaturen gibt es aufgrund des Alters der Autos in der Regel nicht. Die Intervalle bis zum nächsten Fahrzeug sind relativ kurz. Die Kosten für die Laufzeit lassen sich im Vorfeld recht genau kalkulieren.

Aber es gibt nicht nur positive Aspekte beim Leasing: Käufer besitzen das Fahrzeug nicht. Es gehört dem Leasinganbieter – damit liegt beim Kilometerleasing das Restwertrisiko beim Anbieter. Beim Kilometerleasing gibt es Einschränkungen bei der Nutzung und oft hohe Gebühren für zusätzliche Kilometer außerhalb der vereinbarten Laufleistung. Zudem kann ein Vertrag oft nicht vorzeitig gekündigt oder verlängert werden. Nur eine zusätzliche GAP-Versicherung schützt vor weiteren monatlichen Leasingraten, falls das Auto gestohlen oder bei einem Unfall zum Totalschaden wird.

Darauf müssen Privatpersonen achten 

Lange galt, Leasingwagen lohnen sich nur für Unternehmen und Selbstständige, da sie die Kosten von der Steuer absetzen können. Aber wann lohnt es sich als Privatperson, ein Leasingangebot zu nutzen? Wer gleichzeitig flexibel sein will, sich jedoch nicht an das Fahrzeug binden will, profitiert hier. Oder wenn das Eigenkapital schlicht nicht für einen Neuwagen reicht. Oft bieten Händler ein Full-Service-Leasing, bei dem Wartung, Versicherung und Kfz-Steuer enthalten sind. Grundsätzlich gibt es mehrere Leasingarten: Kilometerleasing, Restwertleasing und Null-Leasing.

Die günstigsten Leasing-Angebote gelten häufig nur für Gewerbetreibende. Doch die Angabe der Rate führt ein wenig in die Irre, da bei gewerblichen Angeboten Netto-Preise angezeigt werden. Ein wichtiger Vergleichsfaktor unterschiedlicher Angebote ist der Leasingfaktor. Er setzt die Leasingrate in Bezug zum Bruttolistenpreis. Ein Wert unter eins gilt als gut, weil weniger Geld als bei einem Autokauf investiert werden muss. Ein Vergleich von Leasing-Angeboten ist aber nur aussagekräftig, wenn die Fahrzeuge zur selben Klasse gehören, die gleiche jährliche Fahrleistung und Vertragslaufzeit aufweisen. Auch sollten die Bedingungen für An- und Sonderzahlungen identisch bzw. berücksichtigt sein.

So wird die Leasingrate berechnet 

Wer Interesse an einem Leasingwagen hat, fragt sich: Wie berechnet sich die monatliche Rate? carwow bietet einen Ratgeber zu diesem Thema mit einem umfassenden Überblick. Kurzgesagt lässt sich festhalten: Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. So wird der Wertverlust ebenso in die Rate mit einbezogen, wie das Einkommen. Ist der Restwert des Fahrzeugs hoch, ist die Rate geringer. Mit Sonderzahlungen lässt sich die Rate senken. 

Derzeit sieht man viele Angebote mit einer Anzahlung von 6.000 Euro bei E-Autos. Diese Summe erhält der Leasingnehmer auf Antrag bei der Bafa als Umweltprämie zurück. Allerdings endet die aktuelle Regelung der Umweltprämie am 31. Dezember 2022. Für den Erhalt der vollen 6.000 Euro Förderung ist das Zulassungsdatum des E-Autos entscheidend. Derzeit liegen die Lieferzeiten für Elektroautos zwischen 6 und 12 Monaten. Somit wird das Leasingfahrzeug erst 2023 zugelassen. Dann wird die staatliche Förderung geringer ausfallen.

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Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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