Volkswagen hat den Konfigurator für die günstigste Version des ID. Polo eröffnet: Ab 24.995 ist das E-Auto mit 37 kWh-Batterie für 334 km Reichweite verfügbar. Damit erfüllt der Hersteller sein Preisversprechen der VW Electric Urban Car Family für unter 25.000 Euro.
Gleichzeitig bietet VW ein Privatleasing für 343 Euro pro Monat für 48 Monate Laufzeit, 10.000 km pro Jahr ohne Anzahlung. Doch wenn man die Faustformel von einem Prozent des Bruttolistenpreis hinzuzieht, liegt die monatliche Rate deutlich über 250 Euro.
Kleinere Batterie, kleinerer Preis
Neben der LFB-Batterie mit 37 kWh stehen zwei Leistungsstufen zur Wahl: 85 kW (116 PS) und 99 kW (135 PS). Der Energieverbrauch liegt laut Hersteller zwischen 13,3 und 14,9 kWh/100 km, abhängig von Motorisierung und Ausstattung. Diese Werte bewegen sich im für Kleinwagen üblichen Rahmen und unterscheiden sich kaum von der stärkeren 52-kWh-Version.
Beim Laden gibt sich der kleine ID. Polo bescheiden: Die maximale DC-Ladeleistung beträgt 90 kW. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert rund 23 Minuten. Zum Vergleich: Konkurrenten wie der Citroën ë-C3 oder der Renault 5 E-Tech bewegen sich mit ihren Ladeleistungen in einer ähnlichen Größenordnung, sodass Volkswagen hier keinen technologischen Vorsprung herausfährt, aber auch nicht ins Hintertreffen gerät.

Drei Ausstattungslinien, ein Basispreis
Schon die Basisversion Trend bringt eine Serienausstattung mit, die in der Kleinwagenklasse nicht selbstverständlich ist: Spurhalteassistent inklusive Emergency Assist, Side Assist, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent sowie ein 10-Zoll-Digital-Cockpit. Dazu kommt ein 13-Zoll-Infotainmentsystem namens Innovision. Das Lenkrad ist mit Kunstleder bezogen, eine Klimaautomatik gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Für ein Einstiegsmodell ist das eine vergleichsweise umfangreiche Liste, die frühere VW-Kleinwagen in dieser Preisklasse nicht boten.
Life ergänzt Assistenzsysteme
Die Stufe Life legt bei den Fahrerassistenzsystemen nach: automatische Distanzregelung, Rückfahrkamera, Einparkhilfe vorn und hinten sowie ein Kreuzungsassistent sind serienmäßig an Bord. Hinzu kommen praktische Details wie elektrisch anklappbare Außenspiegel mit Memory-Funktion, Sprachsteuerung, App Connect für Apple CarPlay und Android Auto sowie eine induktive Ladeschale fürs Smartphone. Ein variabler Ladeboden im Kofferraum rundet das Paket ab.
Style mit Matrix-Licht als Topversion
An der Spitze der Ausstattungshierarchie steht der ID. Polo Style. Er bringt IQ.LIGHT-LED-Matrix-Scheinwerfer mit, dazu 3D-LED-Rückleuchten und ein beleuchtetes VW-Emblem an Front und Heck. Sport-Komfort-Sitze, Ambientebeleuchtung, Lenkrad- und Sitzheizung sowie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik gehören zur gehobenen Ausstattung. Neu ist eine erweiterte Version des ID. Light: Die Lichtleiste zieht sich erstmals auch in die vorderen Türen und kann vor herannahenden Verkehrsteilnehmern warnen, bevor eine Tür geöffnet wird – eine sinnvolle Funktion angesichts der Zunahme an Radverkehr in Städten.
Aufpreispflichtige Extras
Volkswagen bietet für den ID. Polo eine Reihe von Sonderausstattungen an, die man in dieser Fahrzeugklasse selten findet: ein Harman-Kardon-Soundsystem mit 425 Watt und zehn Lautsprechern, ein Panorama-Glasdach sowie elektrisch verstellbare 12-Wege-Vordersitze mit Massagefunktion. Solche Optionen positionieren den ID. Polo bewusst über dem Status eines reinen Stadtautos und zielen auf Kundinnen und Kunden, die auch im Kleinwagensegment nicht auf Komfort verzichten wollen. Ob sich diese Extras angesichts der ohnehin schon knapp bemessenen Gewinnmargen in diesem Segment rechnen, wird sich erst im Markt zeigen.

Nachfrage vorhanden, Wettbewerb wächst
Die Electric Urban Car Family zu der neben dem ID. Polo noch der Cupra Raval, der ID. Cross und der Skoda Epiq zählen, verzeichnet laut Volkswagen bereits über 70.000 Bestelleingänge, davon 25.000 allein für den ID. Polo. Diese Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu lesen: Bestellungen aus der Vorverkaufsphase sind keine verbindlichen Käufe und können storniert werden.
Fest steht: Mit dem Einstiegspreis von 24.995 Euro nähert sich Volkswagen preislich Modellen wie dem Dacia Spring oder dem Citroën ë-C3 an, ohne deren Preisniveau ganz zu erreichen. Der ID. Polo kompensiert das mit einer umfangreicheren Serienausstattung und dem bekannten Markenversprechen. Ob das reicht, um im hart umkämpften Einstiegssegment der Elektromobilität nachhaltig Marktanteile zu gewinnen, hängt am Ende weniger von der Ausstattungsliste ab als vom tatsächlichen Reichweiteverhalten im Alltag – und davon, wie schnell Wettbewerber wie Renault oder Stellantis mit weiteren Modellen nachziehen.


