Greenstorm tauscht E-Bikes, E-Autos und Ladestationen gegen leere Hotelzimmer

Hotelzimmer gegen E-Bike

Das österreichische Start-up Greenstorm Mobility aus Kufstein verleiht E-Bikes, Elektroautos und Wallboxen an Hoteliers. Die Bezahlen mit Gutscheinen für leerstehende Hotelzimmer. Diese Zimmer verkauft Greenstorm über Online-Plattformen und Loyalty Programme weiter. Darunter sind beispielsweise auch Firmenpartner wie Daimler oder Swarovski, die ihre Mitarbeiter mit den Hotel-Gutscheinen belohnt.

Das Hotel profitiert doppelt: Es kommen Gäste ins Haus, die ansonsten hier nicht gebucht hätten. Der Hotelier wirbt mit den elektrischen Fahrzeugen für sein Serviceangebot. „Der Hotelier behält stets die Hoheit über den Reisezeitraum. Er alleine bestimmt, für welche Termine er die Gutscheine zur Verfügung stellt. Damit bekommt er neue Gäste, die bei ihm konsumieren und aus denen womöglich Stammgäste werden“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Philipp Zimmermann.

Leere Hotelzimmer sind die teuersten – für den Hotelier

2018 war in Deutschland aus touristischer Sicht zum neunten Mal in Folge ein Wachstumsjahr. Die Betriebe verzeichneten über 470 Millionen Übernachtungen in Hotelzimmern. Ein Plus von 2,17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen vor allem die Hotelketten in Städtedestinationen. Die reale Umsatzentwicklung für den gesamten Beherbergungsmarkt stagniert mit minus 0,1 Prozent. „Niedrige Auslastung wird vor allem in der touristischen Nebensaison zum Problem für Hoteliers, denn für den Gastgeber ist ein leeres Zimmer immer das teuerste. Genau hier setzt unser Tauschmodell ‚E-Mobilität gegen leere Betten’ an“, sagt Zimmermann, der selbst aus dem Gastgewerbe kommt und seit 2016 mit Richard Hirschhuber den E-Mobility-Dienstleister leitet.

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Philipp Zimmermann und Richard Hirschhuber tauschen mit Greenstorm elektrische Fahrzeuge gegen Hotelzimmer

Auch Ladestationen für Elektroautos werden installiert

Während E-Bikes (Pedelecs) nur für eine Saison in den Hotels bleiben und danach durch neue ersetzt werden, bleiben Elektroautos für drei Jahre beim Hotel. Die gebrauchten Fahrräder gehen in den freien Verkauf. Auch E-Tankstellen, also Ladestationen für E-Bikes und E-Autos, können die Hotels über das Tauschmodell beziehen. Für die anfallenden Stromkosten, aber auch für etwaige Reparaturkosten bei E-Bikes kommt Greenstorm auf. 

Über 1.100 Hotels machen bereits mit

Aktuell zählt Greenstorm rund 1.100 Hotelpartnern in sechs europäischen Ländern Fahrzeuge zur Verfügung. Die Kernmärkte sind Österreich und Deutschland. Aber auch in Italien, der Schweiz, Slowenien und Kroatien sind Hotelier vom Tauschkonzept überzeugt. „Besonders erfreulich für uns ist, dass sich etwa die Hälfte aller Neukunden auf Basis von Weiterempfehlungen anderer Hoteliers für uns entscheidet. Das zeigt, dass unser Konzept treffsicher ist und zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten führt“, sagt Zimmermann.

Greenstorm sichert sich Finanzierung

Derzeit beschäftigt Greenstorm knapp 100 Mitarbeiter. 2018 erhielt Greenstorm nicht nur den Tiroler Innovationspreis, sondern wurde auch mit dem German Innovation Award ausgezeichnet. Zudem zählte das Unternehmen zu den Finalisten des Wettbewerbs EY Entrepreneur Of The Year in der Kategorie „Start-ups“. Kurz vor dem Jahreswechsel konnte sich Greenstorm ein Investment im zweistelligen Millionenbereich der Private-Equity-Firma Bregal Milestone sichern.

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Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, Schnellladen, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren derzeit im Bereich Mobilität. Darum dreht es sich in seinen Artikeln und Videos. Der Journalist ist stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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