Mit Auto China bringt ein Importeur chinesische Fahrzeuge mit EU-Einzelzulassung nach Deutschland. So kommt man auch hierzulande an einen Audi E5 Sportback, berichtet die Automobilwoche. Bislang verkauft sich das Gemeinschaftsprojekt von SAIC und Audi in China nicht sonderlich gut.
Beim Importeur ist der elektrische Sportback ab 68.730 Euro zu haben, der größere SUV Audi E7X beginnt bei 81.650 Euro. Ein Blick auf die chinesische Seite von SAIC-Audi zeigt den Preisunterschied: In China kosten die E-Autos umgerechnet 30.600 Euro (235.900 RMB) bzw. 40.000 Euro (309.000 RMB). Somit verdoppelt sich der Preis durch den Import. Die Differenz machen eine EU-Typgenehmigung, Homologation, Ladeadapter von GB/T auf CCS-Schnellladen, Zulassung in Deutschland, Bahntransport sowie Gewinn des Importeurs aus.

Auto China hat auch E-Autos der Marken Zeekr, Xiaomi, Li Auto, Jetour und Huawei im Angebot. Für Fans von China-Autos dürfte insbesondere der Sportwagen von Xiaomi interessant sein. Der optisch an einen Porsche angelehnte Xiaomi SU 7 Ultra startet hier bei 92.700 Euro.
Firmensitz auf den Kleinen Antillen
Der Importeur schreibt auf seiner Webseite: "2022 gegründet, ist Auto China der Spezialist, der Chinas Elektrofahrzeuge nach Europa und in den Nahen Osten bringt. (...) Unsere Vision ist einfach: Chinas beste Autos in die ganze Welt zu bringen." Im Impressum ist eine Postfach-Adresse auf der Insel Nevis der Kleinen Antillen angegeben. Ob man nach dem Kauf bei Fragen oder Reklamationen einen menschlichen Ansprechpartner bei Auto China bekommt, ist unklar. Jedes Fahrzeug kommt mit zwei Jahren oder 80.000 km Garantie. Den After Sales Service übernimmt Vergoelst für den Importeur.

Audi E5 in Deutschland unterwegs
Erste Kunden dürfte der Importeur bereits überzeugt haben. Das Schnappschuss des Audi E5 stammt aus Hamburg. Auto China ist mit der Idee nicht allein auf dem Markt. Auch Autohelden wirbt damit, Fahrzeuge der Marken Xiaomi und Jetour nach Deutschland zu importieren und hier zu verkaufen. Doch die deutsche Niederlassung von Xiaomi hat dagegen bereits rechtliche Schritte angekündigt. Noch ist fraglich wie Audi auf den China-Import reagiert.
Für Käufer und Importeur ist das Angebot nicht ohne Risiko. „Die Erfahrung zeigt, es reicht nicht, wenn der Hersteller einen Parallelimport billigt oder sogar mittelbar mitwirkt. Er muss ausdrücklich zustimmen, sonst kann der Importeur markenrechtlich in große Schwierigkeiten mit Vernichtungskraft kommen“, zitiert die Automobilwoche in ihrem Artikel Ansgar Klein, Präsident des Bundesverbands freier Kfz-Händler (BVfK).


