Brennstoffzelle ist bei der Polizei erlaubt

Hyundai Nexo Polizei Osnabrück

Ab sofort absolvieren Polizisten in Osnabrück ihren Dienst in einem Hyundai Nexo. Es ist die erste offizielle Mission eines Fahrzeugs mit Brennstoffzelle bei einer Polizei-Behörde. „Der Einsatz unterstreicht einmal mehr die Alltagstauglichkeit unserer umweltfreundlichen Fahrzeuge. Wir sind stolz, dass wir mit unserem Fahrzeug einen Beitrag dazu leisten, die Mobilität der Polizeibeamten im öffentlichen Raum ein Stück umweltfreundlicher und emissionsfrei zu gestalten“, sagt Jürgen Keller, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland. Im Zuge der Umrüstung zum Funkstreifenwagen erhielt der Nexo Blaulicht, Martinshorn und Funktechnik. Zudem wurde das Brennstoffzellen-SUV mit der entsprechenden Folierung als Polizeiauto kenntlich gemacht.

Gute Erfahrung mit E-Fahrzeugen

Neben dem Hyundai Nexo gehören bereits über 20 Elektrofahrzeuge, zwölf Pedelecs, drei E-Motorräder sowie ein Elektro-Quad zum umwelt­freundlichen Fuhrpark der Polizeidirektion Osnabrück.„Bei den elektrobetriebenen Einsatzfahrzeugen haben wir bereits sehr positive Erfahrungen gemacht“, so Polizeipräsident Michael Maßmann.

Das koreanische Unternehmen treibt die Brennstoffzellentechnologie konsequent voran. Seit 1998 forscht Hyundai an der Technik und hat 2013 als erster Automobilhersteller mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell ein wasserstoffbetriebenes Serienfahrzeug auf den Markt gebracht. Im Sommer 2018 folgte mit dem Nexo die zweite Generation eines Brennstoffzellenfahrzeugs von Hyundai.

Die Brennstoffzelle spielt bei Pkw keine Rolle

Darüber hinaus bietet noch Toyota mit dem Mirai ein käufliches Serienfahrzeug mit Brennstoffzelle an. Der Mercedes-Benz GLC Fuel Cell wird quasi nur unter der Hand in kleinen Stückzahlen an ausgewählte Kunden verleast. Im automobilen Alltag spielen Brennstoffzellen-Fahrzeuge keine Rolle. Das macht ein Blick auf die Zahlen der BAFA deutlich. Von 191.838 Anträgen auf Umweltbonus entfallen zum 1. April 2020 insgesamt 116 auf Brennstoffzellen-Fahrzeuge – kein Scherz.

Das Schicksal des Fuel Cell-Fahrzeugs mit Stern auf der Haub ist ebenfalls besiegelt. Dabei gründen Daimler und Volvo ein Joint-Venture für Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Doch das entwickelt schwere Nutzfahrzeuge, also Lkw. „Je weiter die Strecken und je schwerer die Lasten, desto sinnvoller wird der Einsatz von grünem Wasserstoff und Brennstoffzellen“, sagt Martin Daum, CEO der Daimler Truck AG. Mitarbeiter, Fabriken und Know how fließen in das Gemeinschaftsunternehmen ein, doch der GLC Fuel Cell wird nicht weiter entwickelt. Damit findet das SUV-Projekt mit Wasserstoff ein Ende.

BMW X5 mit Brennstoffzelle – i Hydrogen (c) BMW

VW sagt Nö, BMW hält sich eine Tür offen

Der größte deutsche Autohersteller, Volkswagen, hat dem flüchtigen Treibstoff schon länger eine Absage erteilt. Erstaunlicherweise präsentierte BMW zu letzten IAA in Frankfurt 2019 mit dem Projekt i Hydrogen einen umgebauten BMW X5 mit Brennstoffzelle. Noch im März 2020 sagt Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich: „Wir sind überzeugt, dass künftig verschiedene alternative Antriebsformen nebeneinander existieren werden, da es keine alleinige Lösung gibt, die sämtliche Mobilitätsanforderungen der Kunden weltweit abdeckt. Der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb kann langfristig eine vierte Säule in unserem Antriebsportfolio werden. Hier bietet sich insbesondere das obere Ende unserer X-Familie an, die sich großer Beliebtheit bei unseren Kunden erfreut.“

Fröhlich ist allerdings nur noch bis Juli 2020 Entwicklungsvorstand bei BMW. Wie es sein Nachfolger Frank Weber mit der Brennstoffzelle hält, müssen wir abwarten. Die Bayern kooperieren seit 2013 mit Toyota im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie. Das Schlüsselwort im obigen Zitat ist „weltweit“. Es mag andere Länder geben, in denen sich ein lebhafter Markt für PKW mit Wasserstoff im Tank entwickelt. Korea ist ein Beispiel. Aber auch Japan: Hier startete im März 2020 die Testproduktion im größten Single-Stack-System für grünen Wasserstoff. Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind ökologisch sinnvoll, wenn die Elektrolyse zur Wasserstoff-Herstellung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben wird.

Grüne Wasserstoff-Produktion in Japan

Aqualizer in Fukushima (c) Asahi Kasei

Der 10 Megawatt (MW) Single-Stack Alkali-Wasserelektrolyseurs im japanischen Fukushima kann pro Stunde bis zu 1.200 Normkubikmeter (Nm3) grünen Wasserstoff produzieren. Der „Aqualizer“ wurde im Auftrag von Toshiba Energy Systems & Solutions von Asahi Kasei gebaut. Der Start des regulären Betriebs ist für Sommer 2020 geplant.

Der Aqualizer ist ein Entwicklungsprojekt der NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization)

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