Stellantis, Pony.ai und Bolt testen Robotaxis in Luxemburg

Bolt Transporter

Der Automobilkonzern Stellantis, der Ride-Hailing-Anbieter Bolt sowie der Tech-Spezialist Pony.ai starten ein gemeinsames Pilotprojekt für autonomes Fahren in Luxemburg. In einem städtischen Umfeld sollen fahrerlose Shuttles auf Basis eines Stellantis-Transporters erprobt werden. Das erklärte Ziel ist der Betrieb von Fahrzeugen nach Level 4, also der vollautomatisierte Betrieb ohne Sicherheitsfahrer.

Drei Partner, eine Mission

Die Kooperation bündelt die Kompetenzen dreier unterschiedlicher Akteure. Stellantis liefert die Hardware in Form eines mittelgroßen Transporters, der auf der konzerneigenen L4-Ready Platform aufbaut. Der US-chinesische Technologiespezialist Pony.ai steuert sein autonomes Fahrsystem der siebten Generation bei, das als „Virtual Driver“ die Steuerung übernimmt. Bolt, als europäischer Konkurrent zu Uber, stellt seine Ride-Hailing-Plattform zur Verfügung und ist für die operative Integration in einen Mobilitätsdienst zuständig. Dieses Pilotprojekt ist der erste Testlauf für autonome Mobilität für Bolt in Europa.

L4-Plattform trifft auf Gen-7-Software

Herzstück des Fahrzeugs ist die von Stellantis entwickelte L4-Ready Platform. Diese Architektur ist ab Werk für die Anforderungen des hochautomatisierten Fahrens ausgelegt. Das impliziert eine redundante Auslegung sicherheitskritischer Systeme wie Lenkung und Bremse (Steer-by-Wire, Brake-by-Wire) sowie eine fehlertolerante Energieversorgung. Welches Transporter-Modell genau zum Einsatz kommt, lässt Stellantis in seiner Mitteilung offen. Auch über die genaue Sensor-Ausstattung, die Pony.ai in seinem System verbaut, etwa die Art und Anzahl von Lidar-, Radar- und Kamerasensoren, werden keine Details genannt. Diese Zurückhaltung erschwert eine präzise Einordnung im Vergleich zu Wettbewerbern wie Waymo oder Mobileye.

Luxemburg als europäisches Living Lab

Die Wahl des Standorts ist strategisch. Luxemburg gilt mit seinem regulatorischen Umfeld als ideales Testfeld für neue Mobilitätskonzepte in Europa. Das Projekt wird als Living Lab bezeichnet, da die Fahrzeuge nicht auf abgesperrten Teststrecken, sondern im realen öffentlichen Straßenverkehr agieren werden. Hier sollen Sicherheit, Leistungsfähigkeit und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben validiert werden.

Die Technologie der autonomen Mobilität verändert bereits heute den Verkehr weltweit, und als einzige unabhängige, in Europa gegründete Ride-Hailing-Plattform, die weltweit im Wettbewerb steht, wollen wir bei der Skalierung dieser revolutionären Technologie in Europa an der Spitze stehen“, sagt Markus Villig, Gründer und CEO von Bolt. Auch Dr. James Peng, Gründer und CEO von Pony.ai, betont die Bedeutung des Standorts: „Luxemburgs zukunftsorientiertes regulatorisches Umfeld bietet eine starke Grundlage für Tests zur autonomen Mobilität in Europa.“

Fazit: Pragmatischer Schritt im globalen Wettbewerb

Die Kooperation von Stellantis, Pony.ai und Bolt ist ein pragmatischer Schritt, um im globalen Rennen um die autonome Mobilität eine relevante Rolle zu spielen. Statt einer teuren Eigenentwicklung setzt Stellantis auf ein Partner-Ökosystem und konzentriert sich auf die skalierbare Fahrzeugplattform. Der Test in Luxemburg zeigt, dass der Fokus auf der Erprobung der Marktreife in Europa liegt. Der Erfolg des Projekts wird davon abhängen, ob die Technologie von Pony.ai im komplexen europäischen Stadtverkehr überzeugt und wie schnell die regulatorischen Rahmenbedingungen für einen kommerziellen, fahrerlosen Betrieb geschaffen werden. Konkurrenten wie Waymo sind technologisch bereits sehr weit, agieren aber primär auf dem US-Markt – hier liegt die Chance für das europäisch zentrierte Konsortium.

Bild von Maik Machnig

Maik Machnig

Der selbsternannte Nerd liebt Technologie. Sein großer Wunsch: Eine Fahrt quer durch Deutschland in einem autonom fahrenden Auto.

Schreibe einen Kommentar

Anzeige

Kia Niro EV leasen

Newsletter

* Angaben erforderlich


Wir versenden am Freitag alle Meldungen der Woche gesammelt.

Du kannst das Abo jederzeit in der Newsletter-Ausgabe kündigen.

Mehr zu den Datenschutzregeln

Intuit Mailchimp

Beliebte Artikel

Anzeige