Der Denza Z steht seit dieser Woche bei chinesischen Händlern, dabei erfolgt der offizielle Verkaufsstart im Heimatmarkt erst im vierten Quartal 2026. BYDs Elektro-Sportwagen tritt in den Ausführungen Coupé, Racing und Spider (Cabrio) an. Wer beim China-Start allerdings nach Markenbotschafter Daniel Craig sucht, sucht vergeblich, der frühere Bond-Darsteller taucht in der chinesischen Vermarktung nicht auf.
Verkaufsstart in China
Nach den Angaben von Carnewschina stehen die ersten Fahrzeuge in Coupé- und Racing-Ausführung bei Händlern in China. Der Vorverkauf hatte im Juli begonnen, zu einem Einstiegspreis ab 680.000 Yuan, umgerechnet 87.400 Euro. Das steht in deutlichem Kontrast zu Preisen, die BYD in Großbritannien aufruft, dort beginnt der Coupé bei umgerechnet knapp 167.000 Euro. Die Differenz zeigt, was Transport, Importzölle und die Positionierung im Premiumsegment ausmachen.

Die drei Varianten im Vergleich
Alle drei Ausführungen teilen sich die Antriebstechnik, unterscheiden sich aber in Fahrwerk, Karosserie und Fahrleistungen. Der Coupé ist 4,78 m lang, 1,990 m breit und maximal 1,330 m hoch. Der Radstand beträgt 2,78 m. Er beschleunigt laut Hersteller in 2,25 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Die Reichweite gibt Denza nach WLTP mit bis zu 410 Kilometern an. Das Fahrwerk arbeitet mit Luftfederung.
Der Spider teilt sich die Karosserielänge mit dem Coupé, bringt durch das Verdeck aber mehr Gewicht mit. Der Standardsprint dauert 2,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt ebenfalls bei 300 km/h. Bei der Reichweite verliert der Spider gegenüber dem Coupé rund zehn Kilometer und kommt auf bis zu 400 Kilometer nach WLTP. Auch er nutzt Luftfederung, dazu kommen zehn Verdeckfarben zur Auswahl.
Der Racing fällt mit 4,87 m rund neun Zentimeter länger aus als die beiden anderen Varianten, verantwortlich dafür ist der große Heckflügel, der bis zu 1.060 Kilogramm Abtrieb erzeugen soll. Statt Luftfederung kommen Stahlfedern zum Einsatz, dazu 21 statt 20 Zoll große Räder mit gestaffelter Bereifung (275/35 vorn, 325/30 hinten). Mit optionalen Semi-Slick-Reifen sprintet der Racing in 1,96 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 350 km/h Spitze. Die Reichweite sinkt von 410 auf 380 Kilometer nach WLTP, was angesichts der Ausrichtung auf die Rennstrecke wenig überrascht. Versenkte Türgriffe, wie sie der Racing serienmäßig trägt, werden in China ab dem 1. Januar 2027 aus Sicherheitsgründen verboten, ein Detail, das für den chinesischen Heimatmarkt praktisch schon bei Markteinführung Anpassungsbedarf bedeutet.

Antrieb, Batterie und Fahrwerkstechnik
Alle drei Versionen basieren auf der e3-Plattform (e Cube) von BYD und nutzen eine Dreimotor-Konfiguration: einen Motor vorn (500 kW) sowie zwei Motoren an der Hinterachse (zusammen 680 kW). In Summe ergibt das eine Systemleistung von 1.180 kW beziehungsweise 1.604 PS und ein maximales Drehmoment von 1.240 Newtonmeter. Die beiden Hinterradmotoren ermöglichen zudem aktives Torque Vectoring.
Die Energie liefert eine 76-kWh-Batterie der zweiten Blade-Battery-Generation mit LFP-Zellchemie, die im Cell-to-Body-Verfahren direkt in die Karosseriestruktur integriert ist. Die vergleichsweise geringe Kapazität für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse fällt auf, sie erklärt auch die im Supersportwagensegment eher moderaten Reichweitenwerte von 380 bis 410 Kilometern. Kompensiert werden soll das über die Flash-Charging-Technologie mit Ladeleistungen von bis zu 1.500 kW (in Europa 1.000 kW), laut Hersteller genügen fünf Minuten für einen Ladehub von 10 auf 70 Prozent und neun Minuten für 10 auf 97 Prozent.
Die DiSus-M-Dämpfer passen sich der jeweiligen Fahrsituation in Millisekunden an, gebremst wird über eine Carbon-Keramik-Anlage mit Festsätteln. Für die Rennstrecke bietet der Denza Z einen Boost-Modus, der die Leistung für 20 Sekunden um 30 Prozent steigert, dazu Launch Control und ein Drift-Setup mit Telemetrie-Aufzeichnung auf USB.

Preise für Europa
Verbindliche Preise nennt Denza bislang nur für Großbritannien: Der Coupé kostet umgerechnet 167.000 Euro, der Spider 137.000 Euro und der Racing 149.000 Euro. Für Deutschland liegen noch keine offiziellen Preise vor, Branchenschätzungen gehen von einem Einstiegspreis oberhalb von 120.000 Euro aus. Die ersten Auslieferungen sollen noch vor Jahresende 2026 beginnen.
Warum Daniel Craig beim Z fehlt
Denza hatte Daniel Craig im März 2026 als globalen Markenbotschafter vorgestellt und ihn zunächst mit einem Teaserbild neben einem orangefarbenen Denza Z in Verbindung gebracht. Im Zentrum der bisherigen Kampagnen steht jedoch nicht der Sportwagen Z, sondern der Shooting Brake Z9 GT. Der Schauspieler ist auf der BYD-Webseite in einem Video am Steuer des Z9 GT zu sehen.
Der aktuelle Verkaufsstart des Z betrifft zudem ausschließlich den chinesischen Heimatmarkt. Dort setzt Denza in der Vermarktung traditionell auf andere Kanäle als im Exportgeschäft, ein international bekannter Hollywood-Schauspieler spielt für die Ansprache chinesischer Käufer eine untergeordnete Rolle. Craigs Gesicht bleibt damit vor allem der Kampagne für den europäischen Markteintritt vorbehalten, wo BYD mit ihm gegen Marken wie Porsche, Aston Martin und Bentley um Aufmerksamkeit kämpft. Während man bei Porsche über ein Ende des Taycans laut nachdenkt, bringt BYD mit dem Denza Z ein vollelektrischen Modell, das etablierte Supersportwagenhersteller herausfordert.


