Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigt auf dem Caravan Salon 2026 in Düsseldorf mit dem ID. California Cruise erstmals eine vollelektrische Version der California-Baureihe. Das Fahrzeug basiert auf dem ID. Buzz Pro, startet ab 60.761 Euro und soll ab Anfang 2027 ausgeliefert werden. Zu Batteriekapazität und Reichweite äußert sich VW in der Ankündigung allerdings nicht.
Schlafsystem statt Aufstelldach
Seit 1988 steht der California für kompakte Reisemobilität im Bulli-Format. Volkswagen Nutzfahrzeuge hat das Konzept mehrfach neu interpretiert, vom klassischen Camper mit Aufstelldach und fester Küche in der Ocean-Linie bis zur Beach-Variante mit reduziertem Innenraumkonzept. An diese Beach-Linie knüpft der ID. California Cruise an, ein Aufstelldach mit weiterer Liegefläche gibt es in der elektrischen Version allerdings noch nicht.
Durch Umklappen der Sitze entsteht eine Liegefläche für zwei Personen mit 2,03 Metern Länge und 1,20 Metern Breite. Dazu kommt eine neun Zentimeter dicke Klappmatratze. Lüftungsgitter für die vorderen Seitenfenster, Verdunklungselemente für alle Scheiben sowie zwei Campingstühle und ein Campingtisch gehören zur Ausstattung. Bestellt der Kunde das optionale Panoramaglasdach, liefert VW automatisch die passende Verdunklung mit. Alle Komponenten lassen sich im Fahrzeug verstauen.
Optisch hebt sich der Cruise durch Sitzbezüge im Design „Miwo" mit California-Schriftzug, ein Heck-Logo und eine „Cruise"-Beklebung an den Seiten von anderen ID. Buzz-Varianten ab.
California-Modus und App-Ladeplanung
Neu ist ein spezieller California-Modus, den ein zusätzliches Steuergerät regelt. Er passt Licht- und Komfortfunktionen an, versorgt USB-Anschlüsse dauerhaft mit Strom und optimiert den Innenraum für die Nacht. Die Klimatisierung kann den Innenraum je nach Bedarf bis zu 48 Stunden am Stück heizen oder kühlen, abhängig von Ladestand und Temperaturdifferenz. Wie stark diese Standklimatisierung die Batterie über einen Camping-Wochenendtrip belastet, bleibt offen, VW nennt noch keine Verbrauchswerte.
Für die Routenplanung erweitert Volkswagen die California App um eine Ladeplanung, die passende Ladestationen entlang der Strecke anzeigt. Zusätzlich unterstützt der ID. California Cruise Plug & Charge über die Volkswagen App: An kompatiblen Ladesäulen startet der Ladevorgang nach dem Einstecken automatisch, ohne separate Authentifizierung.
Vehicle-to-Load als Camping-Trumpf
Bei der Vehicle-to-Load-Funktion nennt Volkswagen konkrete Werte: Die Hochvolt-Batterie liefert dauerhaft bis zu 2.000 Watt, kurzzeitig sind 3,6 Kilowatt Peak-Leistung möglich. Damit lassen sich Kaffeemaschine, Wasserkocher, elektrische Kochfelder, Kühlboxen, Beleuchtung oder Ladegeräte für E-Bikes und E-Scooter über die Fahrzeugbatterie betreiben. Ein „PowerSocket" als Entladeadapter gehört zur Serienausstattung.
Ausstattung und Preis
Basis ist der ID. Buzz Pro mit wahlweise kurzem oder langem Radstand. Volkswagen ergänzt serienmäßig das Interieur Style Paket, das Komfortpaket sowie den erwähnten PowerSocket. Der Startpreis von 60.761 Euro liegt über dem Einstiegspreis des California Beach mit Verbrennungsmotor, bewegt sich aber im Rahmen dessen, was Elektro-Nutzfahrzeuge mit Zusatzausstattung derzeit kosten.
Fazit
Der ID. California Cruise überträgt das Beach-Konzept in die Elektromobilität und liefert mit V2L-Leistung, California-Modus und App-Ladeplanung eine für Camper sinnvolle Softwareausstattung. Offen bleibt, wie weit die Batterie bei aktivierter Standklimatisierung und laufendem Kühlschrank tatsächlich trägt, denn Reichweiten- oder Kapazitätsangaben fehlen in der Ankündigung komplett.
Bis 2028 will Volkswagen die elektrische California-Familie um weitere Modelle ergänzen, möglich wäre dabei auch eine Variante mit Aufstelldach oder ein elektrischer Grand California auf E-Crafter-Basis. Doch diese Option als auch eine feste Küche erhöhen das Fahrzeuggewicht. Noch gilt für den Führerschein B ein Limit von 3,5 Tonnen. Eine EU-Richtlinie erhöht das für elektrische Wohnmobile auf 4,25 Tonnen. Allerdings ist diese Regelung noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Sobald das geschehen ist, kann Volkswagen mit einer vollelektrischen Beach- und Ocean-Version nachlegen.











