Der Bestellstart des BMW iX3, dem ersten Modell der neuen Klasse, läuft in China besser als erwartet. Laut einem Bericht von 36Kr via CarNewsChina verzeichnen einzelne Händler bis zu 80 Vorbestellungen pro Woche. Das Problem: Kunden unterschreiben auf Basis von Prospekten und Bildern. Es gibt zu wenig Vorführwagen in den Autohäusern – das wird sich auch bis Oktober kaum ändern.
Wir verkaufen keine Autos, wir verkaufen Bilder
BMW hat den Vorverkauf des iX3 am 21. August auf der Chengdu Auto Show gestartet. Der Einstiegspreis liegt bei 269.900 Yuan, umgerechnet 35.00 Euro, das Topmodell kostet 339.900 Yuan (43.700 Euro). Die Nachfrage übersteig die Erwartungen der Vertriebsorganisation.
Die eigentliche Herausforderung liegt im Vertrieb. Physische Ausstellungsfahrzeuge sollen erst Ende Oktober in mehr als 500 Autohäusern landesweit eintreffen. Bis dahin bleibt dem Verkaufspersonal nur das Gespräch anhand von Broschüren und digitalen Abbildungen. Ein BMW-Verkäufer bringt die Situation gegenüber 36Kr auf den Punkt: “Wir verkaufen keine Autos, wir verkaufen Bilder.”
Technische Ausstattung auf Höhe der chinesischen Konkurrenz
Dass Kunden trotz fehlender Probefahrten unterschreiben, spricht für die Markenwirkung von BMW und für ein Datenblatt, das chinesischen E-Autoherstellern mithält. Die Topversion des iX3 nutzt zylindrische Zellen in der Batterie mit einer CLTC-Reichweite von 919 Kilometern. Bei offiziellen Testfahrten rund um den Qinghai-See bestätigte sich eine reale Reichweite von über 800 Kilometern (WLTP 805 km).
Beim autonomen Fahren setzt BMW auf eine gemeinsam mit Momenta entwickelte Lösung, die serienmäßig in allen Ausstattungslinien verbaut ist. Das Cockpit bindet sowohl Alibabas Qwen als auch DeepSeek (KI) als Sprachmodelle ein und soll damit die Sprachsteuerung verbessern. Beide Komponenten, Fahrassistenz und Sprach-KI, stammen also von chinesischen Partnern – ein Zugeständnis an einen Markt, in dem lokale Software-Ökosysteme den Ton angeben.
Fünf Monate Wartezeit
Die erste Auslieferungscharge der Fahrzeuge ist für November 2026 angekündigt, der Großteil der Fahrzeuge folgt aber erst 2027. Manche Kunden müssen ihre Bestellung erst am 31. Januar 2027 final bestätigen. Im chinesischen Markt, wo zwischen Marktstart und Auslieferung üblicherweise zwei Monate liegen, öffnet ein Fenster von fünf Monaten Raum für Stornierungen.
BMW versucht, diesem Risiko mit einem Punktesystem entgegenzuwirken: Wer wartet, erhält täglich 100 BMW-Member-Punkte, bis das Fahrzeug ausgeliefert wird. Bei einer Wartezeit bis Januar 2027 summiert sich das auf rund 16.000 Punkte im Wert von etwa 4.000 Yuan (515 Euro). BMW begründet die Verzögerung laut 36Kr mit abschließenden Qualitätsprüfungen vor der Kundenauslieferung.


