Peugeot E-208 GTi: Die elektrische Neuauflage einer Legende

Peugeot 208 GTi

Peugeot belebt das legendäre Kürzel GTi wieder und zwar rein elektrisch. Der neue E-208 GTi wird mit 281 PS, aufwendiger Fahrwerkstechnik und zahlreichen Design-Zitaten an die glorreiche Vergangenheit des 205 GTi anknüpfen. Entwickelt von der hauseigenen Motorsportabteilung Peugeot Sport, verspricht der elektrische Kompaktsportler hohe Fahrdynamik. Doch die technischen Daten offenbaren auch die Kompromisse, die ein elektrischer Antrieb im B-Segment mit sich bringt, insbesondere bei Reichweite und Preisgestaltung.

Von Peugeot Sport entwickelt

Das Herzstück des E-208 GTi ist der Elektromotor M4+, der eine Leistung von 207 kW (281 PS) und ein Drehmoment von 345 Nm bereitstellt. Gefertigt wird die Maschine im französischen Trémery. Laut Peugeot Sport wurden vor allem die Leistungselektronik und die Steuerungssoftware mit Know-how aus dem Motorsport optimiert. „Diese Arbeit an der elektronischen Motorsteuerung ist das Herzstück unserer Expertise. Sie greift direkt auf das im Motorsport gewonnene Know-how zurück und überträgt es von der Rennstrecke auf die Straße“, sagt Christophe Auriault, Projektleiter für den Peugeot E-208 GTi bei Peugeot Sport. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolviert der Kleinwagen in 5,5 Sekunden. Ein technisches Defizit für den deutschen Markt ist jedoch die elektronische Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h.

Peugeot 208 GTi

Fahrwerk mit Rennsport-Technik

Um die Leistung auf die Straße zu bringen, haben die Ingenieure das Fahrwerk des E-208 überarbeitet. Die Karosserie liegt 25 Millimeter tiefer, während die Spurweite vorne um 56 und hinten um 28 Millimeter wächst. Für die mechanische Traktion sorgt ein Sperrdifferenzial an der Vorderachse. Eine Besonderheit sind die Dämpfer, die mit hydraulischen Anschlagpuffern ausgestattet sind – eine Technologie aus dem Langstrecken-Rennsport. Die vordere Bremsanlage setzt auf 355-Millimeter-Scheiben und Vier-Kolben-Festsättel. An der Hinterachse verbleiben hingegen die Standardbremsen des E-208, was primär als Maßnahme zur Kosteneinsparung zu werten ist. „Unsere Fahrer des Peugeot 9X8 haben den Peugeot E-208 GTi auf der Rennstrecke getestet und ihr Feedback lautete: ‚Ändert nichts daran‘“, erklärt Christophe Auriault die Fahrwerksabstimmung.

Das Dilemma der Batterie: Leistung auf Kosten der Reichweite

Die Energieversorgung übernimmt der bekannte Akku aus anderen Stellantis-Modellen mit einer Bruttokapazität von 54 kWh, von denen 51 kWh nutzbar sind. Peugeot Sport hat das thermische Management der Batterie optimiert, um eine konstante Leistungsabgabe auch unter Last zu gewährleisten. Dies soll verhindern, dass die Leistung bei sportlicher Fahrweise gedrosselt wird. Die WLTP-Reichweite gibt Peugeot mit bis zu 374 Kilometern an, allerdings nur mit optionalen Effizienzreifen. Mit den serienmäßigen Michelin Pilot Sport 4S Hochleistungsreifen sinkt die Reichweite auf 350 Kilometer. Diese Werte dürften in der Praxis, insbesondere bei Ausnutzung des Leistungspotenzials, deutlich geringer ausfallen. Die Ladeleistung am DC-Schnelllader ist mit 100 kW im Segment durchschnittlich; der Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent dauert 27 Minuten.

Peugeot 208 GTi

Design-Zitate und GTi-Insignien

Optisch grenzt sich der GTi klar vom Basismodell ab. Breite Radkästen, spezifische 18-Zoll-Räder im Stil des 205 GTi sowie ein eigenständiger Frontspoiler und Heckdiffusor definieren den Auftritt. „Wir wollten, dass der Peugeot E-208 GTi sofort als Mitglied der GTi-Reihe erkennbar ist, mit einem Design, das für sich selbst spricht“, sagt Michaël Trouvé, Projektleiter für den Peugeot E-208 GTi bei Peugeot Design. Im Innenraum setzt sich die sportliche Linie fort. Rote Teppiche, Gurte und Ziernähte zitieren den Urahn. Das i-Cockpit erhält eine GTi-spezifische Grafik und das kompakte Lenkrad ist mit perforiertem Leder und Alcantara bezogen.

Fazit: Schneller Sprinter mit begrenzter Ausdauer

Peugeot Sport hat mit dem E-208 GTi ein fahrdynamisch überzeugendes Fahrzeug auf die Räder gestellt. Die Längsbeschleunigung und das aufwendig modifizierte Fahrwerk versprechen hohen Fahrspaß. Die Schwachstellen liegen jedoch in der Basis-Plattform: Die relativ kleine Batterie begrenzt die reale Reichweite bei sportlicher Fahrweise stark, und die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h passt nicht zum sportlichen Anspruch. Wobei die GTX-Modelle der ID-Reihe von Volkswagen auch nicht schneller unterwegs sind.

Mit einem Startpreis von 44.900 Euro positioniert sich der E-208 GTi zudem in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld. Konkurrenten wie der kommende elektrische Mini John Cooper Works oder ein MG4 XPower bieten teils mehr Leistung oder Allradantrieb zu einem potenziell attraktiveren Preis. Die GTi-Legende lebt elektrisch weiter, fordert aber von ihren Fahrern Kompromisse.

Peugeot 208 GTi
Bild von Maik Machnig

Maik Machnig

Der selbsternannte Nerd liebt Technologie. Sein großer Wunsch: Eine Fahrt quer durch Deutschland in einem autonom fahrenden Auto.

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