Ladeinfrastruktur kommt bei den E-Autos kaum hinterher

Enbw Schnellladesaeulen

Vier Milliarden Euro stellt die Bundesregierung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur zur Verfügung. Neben Förderprogrammen für private und gewerbliche Ladepunkte wird es in 2021 eine Ausschreibung für ein bundesweites Schnellladenetz mit 1.000 Standorten unter Federführung der nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur geben. Das berichteten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nach dem heutigen Ladeinfrastrukturgipfel, an dem auch der Autoverband VDA und Vertreter der Energiewirtschaft teilnahmen.

94.000 Anträge auf Wallboxen

Das erst am 24. November gestartete Wallbox-Förderprogramm der KfW verzeichnet in der ersten Woche 94.000 Anträge. Die Nachfrage ist also vorhanden. In Deutschland sind aktuell rund eine halbe Million elektrifizierte Auto (E-Autos und Hybride) zugelassen. Diese Zahl wächst schnell, denn die Bafa verzeichnete allein im November 54.000 Anträge. In diesem Jahr wurden bereits 363.000 Anträge auf Umweltbonus gestellt.

Peter Altmeier kündigte eine Novelle der Ladesäulenverordnung an, in der auch ein einheitliches, einfaches und grenzüberschreitend funktionierendes Bezahlsystem für öffentliche Ladepunkt vorgeschrieben wird. Die Leistungsfähigkeit des Stromnetzes durch Lastmanagement sowie die einfache Zugänglichkeit zu öffentlichen Ladepunkten waren beim virtuellen Gipfel Thema.

Verdopplung der Schnellladepunkte

„Die Energiewirtschaft ist ein starker Partner beim Hochlauf der E-Mobilität. Neben den leistungsfähigen Netzen und zunehmend erneuerbarem Strom haben wir mit über 33.000 Ladepunkten den Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und der dazugehörigen Serviceleistungen in den letzten Jahren massiv vorangetrieben. Trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie werden wir die öffentlichen Schnellladepunkte auf 3.600 Ladepunkte bis Ende 2020 verdoppeln“, sag  Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung im Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft. 

Von einem wirtschaftlichen Betrieb der öffentlichen Ladeinfrastruktur sind die Betreiber noch deutlich entfernt: So wären für eine wirtschaftliche Auslastung der 33.000 Ladepunkte rund 550.000 vollelektrische Fahrzeuge notwendig – es gibt aktuell aber nur rund 268.000 rein batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland.

Geladen wird zuhause

Während die öffentliche Ladeinfrastruktur bis zu 20 Prozent der Ladevorgänge abdeckt, finden über 80 Prozent im privaten Bereich statt. Deshalb sind die Anpassungen im Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetzes (WEMoG) und die staatliche Förderung privater Ladestationen entscheidende Meilensteine für den Hochlauf der Elektromobilität. Wirtschaftsminister Peter Altmeier will die Teilnehmer vor der Sommerpause 2021 wieder einladen um dann eine weitere Bilanz zu ziehen.

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