Fußball zieht immer. Darum wird Hyundai ab der Saison 2026/27 Automobilpartner der UEFA Champions League. Der Vertrag läuft bis zum Ende der Saison 2030/31 und markiert den bislang größten Fußball-Deal des Konzerns in Europa.
Die Ankündigung reiht sich in eine wachsende Liste von Autoherstellern, die ihre Elektromodelle über den Fußball vermarkten bzw. darüber eine Markenimage aufbauen wollen. BYD, Polestar und XPeng sind bereits auf oder am Rande des Spielfelds vertreten.
Der Ioniq 3 als Aushängeschild
Hyundai stellt mit dem Ioniq 3 das erste von fünf Modellen vor, die der Konzern in der Saison 2026/27 in Europa einführt. Das kompakte Schrägheckmodell wurde in Europa für Europa entwickelt und im Frühjahr auf der Milan Design Week vorgestellt. Es ist das erste batterieelektrische Fahrzeug, das im Hyundai-Werk im türkischen Izmit vom Band läuft.
Technisch tritt der Ioniq 3 im Kompaktsegment an, dem umkämpftesten Bereich des europäischen Automarkts. Die als „Aero Hatch“ bezeichnete Karosserieform bringt einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,263. Die Reichweite liegt bei bis zu 497 Kilometern, der Energieverbrauch der 61-kWh-Version mit 99 kW (135 PS) wird mit 13,7 bis 15,8 kWh/100 km angegeben.
Hyundai betreibt sein europäisches Technologie- und Designzentrum in Rüsselsheim, produziert wird in Tschechien und der Türkei. Über 2.000 Vertriebs- und Servicepartner betreuen Kunden in 42 europäischen Märkten. Für Hyundai ist Fußball kein neues Terrain, seit knapp 30 Jahren engagiert sich der Konzern in der Sportart. Bei der letzten Fußball-WM in den USA/Mexiko/Kanada war der Autohersteller ebenfalls vertreten – allerdings ohne E-Autos.
„Nach unserem Engagement bei der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer bietet die UEFA Champions League die ideale Bühne, um unsere attraktiv gestalteten Fahrzeuge mit den Eigenschaften zu präsentieren, die Fans lieben. Ich komme aus Madrid und verfolge diesen Wettbewerb mein ganzes Leben lang. Deshalb freue ich mich persönlich darauf, Fans in ganz Europa anzusprechen„, sagt José Muñoz, President und CEO der Hyundai Motor Company.

BYD dominiert gleich drei Top-Vereine
Während Hyundai erst einsteigt, hat sich BYD breiter aufgestellt. Der chinesische Hersteller ist Sponsor bei drei europäischen Spitzenklubs: Manchester City, Inter Mailand und Paris Saint-Germain. Bei Manchester City ziert der BYD-Schriftzug die Ärmel der Trainingsanzüge der Herren- und Damenmannschaften, zusätzlich ist die Marke im Etihad Stadium präsent, unter anderem auf den Kopfstützen der Trainerbank. Bei PSG unterstützen Fahrzeuge von BYD und der Tochtermarke Denza den täglichen Betrieb des Klubs, ergänzt um Präsenz im Parc des Princes und mehrjährige Kampagnen rund um Herren- und Damenmannschaft. Bei Inter Mailand ist BYD bereits seit dem vergangenen Sommer aktiv.
Der Einstieg bei den drei Klubs folgt auf das Engagement als offizieller Autopartner der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. BYD nutzt Fußball systematisch als Vehikel für den Markenaufbau in Europa und ist inzwischen in mehr als 120 Ländern und Regionen vertreten.

Polestar setzt auf den BVB, XPeng auf Mainz 05
Auch andere Elektromarken haben den deutschen Fußball für sich entdeckt. Polestar ist seit der Saison 2025/26 Mobilitätspartner von Borussia Dortmund und Ärmelsponsor der Profimannschaften. Der auf drei Jahre angelegte Vertrag umfasst neben der Sichtbarkeit auf dem Trikot auch die Ausstattung des Klubs mit 60 Fahrzeugen für Mannschaft, Management und Vereinsvertreter. Laut Medienberichten liegt der Wert der Vereinbarung bei rund fünf Millionen Euro pro Jahr.
Xpeng geht einen deutlich kleineren Schritt und wird zur Saison 2026/27 Premium- und Mobilitätspartner von 1. FSV Mainz 05. Das Engagement umfasst Bandenwerbung in der MEWA Arena, Hospitality-Leistungen an Spieltagen, eine Partnerschaft mit der Frauenmannschaft sowie die Ausstattung des Vereins mit Elektrofahrzeugen. Anders als BYD mit seiner europaweiten Großoffensive wählt Xpeng damit einen regional verankerten Einstieg über die Bundesliga.

Weitere Hersteller mischen mit
Die Liste der Autohersteller im Fußballgeschäft reicht über die genannten Beispiele hinaus. Volkswagen unterstützt den VfL Wolfsburg seit dessen Zweitliga-Aufstieg 1992/93 als Trikotsponsor, für die Saison 2026/27 wird das Gesamtengagement auf rund 50 Millionen Euro geschätzt, wobei dieser Betrag über reines Trikotsponsoring hinausgeht und auch Gesellschaftsfinanzierung umfasst. Kia ist ebenso wie Konzernschwester Hyundai seit Jahren im internationalen Turniersponsoring aktiv. Hinzu kommen mit Zeekr, MG und Leapmotor weitere chinesische Marken, die in Deutschland gerade erst Vertriebs- und Servicenetze aufbauen und mittelfristig ebenfalls als Sponsoringpartner in Frage kommen dürften.



