Audi belebt einen traditionsreichen Namen wieder und präsentiert den elektrischen A2 e-tron. Das neue Kompaktmodell setzt den Fokus auf Effizienz und soll mit einem Verbrauch von nur 12,8 kWh auf 100 Kilometer neue Maßstäbe setzen. Entwickelt in Ingolstadt, zielt das Fahrzeug auf europäische Kunden ab und startet zu einem Preis von 38.200 Euro.
Aerodynamik schlägt Leistung
Mit einem cW-Wert von 0,24 erreicht das Fahrzeug einen Bestwert im Kompaktsegment der Marke. Diese Windschlüpfigkeit ist der entscheidende Faktor für den angestrebten WLTP-Verbrauch von 12,8 kWh pro 100 Kilometer in der sparsamsten Konfiguration. Damit unterbietet der A2 e-tron viele Wettbewerber in seiner Klasse und positioniert sich als reichweitenoptimiertes Fahrzeug für den Alltag. Die maximale Reichweite gibt Audi mit bis zu 646 Kilometern.

Antrieb und Batterie: Viele Varianten
Während Audi die Effizienz betont, bleiben zentrale technische Daten vage. Die Ankündigung umfasst vier verschiedene Leistungsstufen und drei Batteriegrößen. Die Einstiegsversion kostet 38.200 Euro. Dafür gibt es eine 52 kWh Batterie (brutto) und einen 125 kW E-Motor. Ab 41.900 Euro sind 140 kW, ab 48.900 Euro 170 kW und ab 51.200 Euro 240 kW Motorleistung drin. Die LFP-Batterien kommen mit den Kapazitäten 52, 61 und 84 kWh. Die höchste Reichweite (636 km) erreicht die Variante mit der größten Batterie und 170 kW Motor. Ein weiteres technisches Highlight ist die Fähigkeit zum bidirektionalen Laden, das sowohl Vehicle-to-Load (V2L) als auch Vehicle-to-Home (V2H) ermöglicht.
Die Ladeleistung variiert je nach Batteriekapazität von 100 über 105 bis 183 kW beim Schnellladen. Ein Ladestopp von 10 bis 80 Prozent soll nicht länger als 24 Minuten dauern, das entspricht der Ladezeit beim ID. Polo.
Innenraum mit cleveren Details und neuer Display-Landschaft
Im Cockpit dominiert das serienmäßige MMI-Panoramadisplay. Es kombiniert ein 11,9 Zoll großes virtuelles Cockpit mit einem 12,8 Zoll großen MMI-Touchdisplay unter einer durchgehenden Glasfläche. Audi verspricht eine hohe Variabilität im Innenraum, unterstützt durch ein 1,6 Quadratmeter großes Panoramaglasdach, das für ein großzügiges Raumgefühl sorgen soll. Ein aus dem Zubehörbereich bekanntes Detail findet erstmals serienmäßig den Weg ins Premiumsegment: das Fidlock-Befestigungssystem. Es erlaubt die modulare Anbringung von Zubehör an der Mittelarmlehne.
Software und Assistenten auf Serienniveau
Audi stattet den A2 e-tron bereits in der Basisversion umfangreich aus. Zum Serienumfang gehören ein Notbrems-, Ausweich- und Aufmerksamkeitsassistent sowie der adaptive Geschwindigkeitsassistent (ACC). Eine Einparkhilfe plus mit Rückfahrkamera ist ebenfalls Standard. Die Software-Architektur integriert einen KI-gestützten „Audi assistant“ als Sprachsteuerung und den bekannten e-tron Routenplaner, der Ladestopps intelligent in die Navigation einplant. Informationen zur verbauten Sensorik für weiterführende Fahrfunktionen, nennt die Pressemitteilung nicht.
Fazit: Konsequente Effizienz mit offenen Fragen
Mit dem A2 e-tron kehrt Audi zu einer alten Tugend zurück: der maximalen Effizienz auf kompakter Grundfläche. Der Fokus auf Aerodynamik und ein niedriger Basisverbrauch sind die richtigen Schritte, um im hart umkämpften europäischen Kompaktsegment zu punkten. Die Zurückhaltung bei den zentralen Leistungs- und Batteriedaten hinterlässt jedoch Fragezeichen und macht eine finale Bewertung unmöglich. Der Erfolg wird maßgeblich davon abhängen, wie sich die Preise für die reichweitenstärkeren Modelle im Vergleich zu Konkurrenten wie dem Tesla Model 3 oder neuen Modellen von VW und anderen Herstellern positionieren. Der Bestellstart ist für den 10. September 2026 angesetzt.

Nachtrag: V2G-Tarif mit Octopus Energy
Audi und Octopus Energy bieten demnächst für den A2 einen V2G-Tarif an. Mit „Octopus Power Drive“ laden Kunden günstiger. Wenn das Auto zuhause mit der bidirektionalen Wallbox verbunden ist, liegt der Preis für eine Kilowattstunde Energie pauschal 18 ct/kWh unter dem regulären Arbeitspreis. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 33 Ct/kWh lädt man mit dem V2G Tarif im Schnitt für 15 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht etwa 2,40 Euro pro 100 gefahrenen Kilometern.
Zusätzlich erhalten Kunden einen monatlichen Bonus von 30 Euro, sofern das Fahrzeug mindestens 300 Stunden pro Monat mit der V2G-Wallbox verbunden ist. In Kombination mit dem günstigen Ladestrom, rechnet Octopus vor, fährt man bis zu 18.000 Kilometer kostenlos pro Jahr. Kleines Aber: Die dazugehörige bidirektional ladenden Wallbox kostet inklusive ihrer Installation 4.599 Euro.






