Hyundai erweitert seine Ioniq-Familie um ein wichtiges Modell für den europäischen Markt. Das elektrische Kompaktmodell schließt die Lücke unterhalb des Ioniq 5 und etabliert sich als Volumenmodell gegen Konkurrenten wie den VW ID.3. Das Fahrzeug kombiniert ein aerodynamisch optimiertes Design mit einem großzügigen Innenraumkonzept. Technisch basiert der Ioniq 3 zwar auf der bekannten E-GMP-Plattform, setzt aber auf eine 400-Volt-Architektur – ein bewusster Kompromiss, um im preissensiblen Kompaktsegment konkurrenzfähig zu sein.
„Mit dem Ioniq 3 machen wir das markante Design, den Fahrspaß und die fortschrittlichen Funktionen der Marke einem breiteren Kundenkreis in ganz Europa zugänglich“, sagt Xavier Martinet, President und CEO von Hyundai Motor Europe.
Design und Aerodynamik: Eine neue Form für die Kompaktklasse
Hyundai führt mit dem Ioniq 3 die Karosserieform des „Aero Hatch“ ein. Die Silhouette zeichnet sich durch eine flache Frontpartie und eine lange, hohe Dachlinie aus, die erst spät abfällt. Dieses Design maximiert den Innenraum, insbesondere die Kopffreiheit für die Fondpassagiere, und sorgt gleichzeitig für einen niedrigen Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert) von 0,263. Die Designsprache „Art of Steel“ mit ihren klaren Flächen und präzisen Linien wird durch die markentypischen Pixel-Leuchtelemente ergänzt. Der in Rüsselsheim entwickelte und in der Türkei gebaute Kompaktwagen misst in der Länge 4,16 Meter.

E-GMP mit 400-Volt-Kompromiss
Das E-Auto nutzt die Electric-Global Modular Platform (E-GMP) des Konzerns. Anders als bei den größeren Modellen Ioniq 5 und 6 setzt Hyundai hier jedoch auf eine 400-Volt-Architektur. Diese Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf die Ladeleistung. An einer DC-Schnellladesäule lädt der Ioniq 3 mit maximal 119 kW. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert unter optimalen Bedingungen rund 29 Minuten – ein solider, aber kein herausragender Wert im Wettbewerbsumfeld. Ein klares Plus ist hingegen die optionale AC-Ladefähigkeit von bis zu 22 kW, die an öffentlichen Ladesäulen oder entsprechend ausgestatteten Wallboxen deutlich kürzere Ladezeiten ermöglicht als der 11-kW-Standard vieler Konkurrenten.
Kunden können zwischen zwei Batteriegrößen wählen: Die Standard-Range-Version mit 42,2 kWh Kapazität soll eine WLTP-Reichweite von 344 Kilometern erreichen. Die Long-Range-Variante mit einem 61-kWh-Akku strebt eine Reichweite von 496 Kilometern an. Der Frontmotor leistet je nach Batterievariante bis zu 107,8 kW (147 PS) und liefert ein Drehmoment von 250 Nm.

Platz und Android Automotive
Trotz der kompakten Außenmaße bietet der Ioniq 3 einen geräumigen Innenraum. Der lange Radstand von 2,68 Metern und der ebene Boden der E-GMP-Plattform schaffen großzügige Platzverhältnisse für bis zu fünf Personen. Das Kofferraumvolumen beträgt beachtliche 441 Liter. Darin integriert ist eine sogenannte „Megabox“, ein tiefes Staufach unter dem Ladeboden. Im Cockpit feiert das neue Infotainmentsystem „Pleos Connect“ Premiere. Es basiert auf Android Automotive OS (AAOS), dem vollwertigen Betriebssystem von Google, und wird über ein 12,9- oder 14,6-Zoll-Display bedient. Dies verspricht eine intuitive Bedienung und nahtlose Integration von Google-Diensten.

Assistenzsysteme auf bekanntem Niveau
Der Ioniq 3 ist mit den Hyundai SmartSense-Fahrassistenzsystemen ausgestattet. Dazu gehören unter anderem der Autobahnassistent 2.0, der das Fahrzeug teilautomatisiert in der Spur und auf Abstand hält, sowie ein ferngesteuerter Parkassistent. Ein Totwinkelassistent mit Monitoranzeige im Fahrerdisplay und eine 360-Grad-Kamera gehören ebenfalls zum Ausstattungsumfang.
Fazit: Pragmatischer Angriff auf das Volumensegment
Hyundai positioniert den Ioniq 3 als pragmatisches und durchdachtes Elektroauto für den europäischen Massenmarkt. Das Konzept überzeugt mit seinem herausragenden Platzangebot, dem flexiblen Kofferraum und dem modernen Infotainment auf Basis von Android Automotive. Die optionale 22-kW-AC-Ladeoption ist ein starkes Argument im Alltag. Die Entscheidung für die 400-Volt-Architektur ist ein klarer Kompromiss zugunsten eines wettbewerbsfähigen Preises. Die damit verbundene DC-Ladeleistung ist für die Klasse ausreichend, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Damit tritt der Ioniq 3 in direkte Konkurrenz zu Modellen wie dem VW ID.3, dem Renault Mégane E-Tech oder dem MG 4, die ebenfalls auf 400-Volt-Systeme setzen und beweist, dass Hyundai die Bedürfnisse des europäischen Marktes genau analysiert hat.
Technische Daten
| Abmessungen (mm) | Länge | 4.155 (Einstiegsvariante) / 4.170 (N Line) |
| Breite | 1.800 | |
| Höhe | 1.505 | |
| Radstand | 2.680 | |
| Hochvoltbatterie | Kapazität | 42,2 kWh / 61 kWh |
| Ladung | DC-Laden: 119/110 kW, 10–80 % in ca. 29 Minuten / 30 Minuten AC-Laden: 11 kW, 22 kW (optional) | |
| Leistung | Höchstgeschwindigkeit | 170 km/h |
| 0-100 km/h | 9.0 s / 9.6 s | |
| Geschätzte Reichweite (WLTP) | 344 km / 496 km | |
| Motorleistung | Vorderradantrieb, 107.8 kW (147 PS) / 99.5 kW (135 PS) | |
| Maximales Drehmoment | 250 Nm | |
| Luftwiderstandsbeiwert | 0.263 | |
| Reifen | 205/65 R16, 215/55 R17, 215/50 R18, 225/45 R19 | |
| Kofferraumvolumen | 441 l (322 l Kofferraum, 119 l Megabox) | |
| Gewicht | 1,550 – 1,580 kg | |
