BMW zeigt bei der Messe Auto China mit dem BMW iX3 Flow Edition die erste E-Ink-Anwendung bei einem Serienfahrzeug. Der Fahrer blickt auf eine animierte Skyline einer chinesischen Großstadt. Im ersten Schritt ist es lediglich weiß oder Wagenfarbe. Ob die Animation während der Fahrt zu sehen ist, sagt BMW nicht.
Natürlich funktionieren auch farbige Darstellungen. Das hat BMW eindrucksvoll vor drei Jahren bei der CES in Las Vegas präsentiert. Das Show Car der neuen Klasse mit dem etwas sperrigen Namen „iVision Dee feat. E-Ink“ leuchtete auf der Bühne in diversen Farben.

Elektrische Tinte zum Leuchten bringen
Dabei ist es nicht der Lack, der die Farbe erzeugt. Es ist eine E-Ink-Folie. Vereinfacht gesagt stammt die leuchtende Oberfläche von E-Book-Readern. Die elektrische Tinte besteht aus Mikrokapseln, die in einer gerade mal 0,3 Millimeter dicken Folie stecken. Der Durchmesser einer Kapsel entspricht mit 0,06 bis 0,08 mm dem eines menschlichen Haars.
Legt man eine elektrische Spannung an die Folie, werden die Kügelchen von der oberen Schicht angezogen und sind für den Betrachter sichtbar. Stoppt die Energiezufuhr, bleiben die Kügelchen unverändert in ihrer Position liegen. Erst eine neue Spannung richtet die Kapseln anders aus und damit wird eine neue Farbe gewählt. Je nach angelegter Spannung zwischen 5 und 24 Volt wechseln die unterschiedlichen Farben“, sagt Stella Clarke. Die gebürtige Australierin arbeitet als Ingenieure im BMW-Forschungszentrum in Garching bei München.
Witterungsbeständig
Damals waren die Zuschauer begeistert, als das Fahrzeug die Lackierung des Film-Käfers Herbie übernahm oder einfach zwischen ganz vielen Farben wechselte. Natürlich stellt man sich sofort Fragen zur Verkehrssicherheit. Ist der Fahrer abgelenkt? Lenkt der Farbwechsel andere Autofahrer ab? Wie gut hält die Folie bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen von Hitze im Sommer bis klirrender Kälte im Winter?
Auf letzteres hat BMW Antworten gefunden. Mit der Flow Edition bietet der Hersteller beim iX3 in China optional eine Animation auf der Motorhaube. Noch ist es nur eine vorgegebene Skyline, doch spielt Individualisierung in China beim privaten Auto eine große Rolle. Man kann sich vorstellen, wie gut personalisierte Motive ankommen würden.
Mit der E-Ink-Folie könnte man auch Fußgängern am Zebrastreifen signalisieren, das sie die Straße sicher überqueren können. Oder dass man nur kurz zum Einladen hält. Am Heck könnten nachfolgende Fahrer gewarnt werden, dass vor dem Auto eine Gefahrenquelle entdeckt wurde (Objekt liegt auf der Fahrbahn).

