Smart präsentiert mit dem #2 einen designorientierten Ausblick auf den Nachfolger des ikonischen fortwo. Das vollelektrische Stadtauto zeigt sich agil und setzt auf eine neue Plattform, doch die veranschlagte Reichweite wirft Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit im dicht umkämpften urbanen Elektrosegment auf. Die finale Serienversion soll im Oktober 2026 beim Autosalon Paris debütieren.
Zwischen ikonischem Erbe und frischem Wind
Smart enthüllt den #2 im Rahmen eines globalen Brand Events in Peking. Das Designmodell repräsentiert eine Weiterentwicklung des bisherigen fortwo und integriert die Designphilosophie „Love, Pure, Unexpected“. Exklusiv vom Mercedes-Benz Global Design Team gestaltet, positioniert smart den #2 über reine Zweckmäßigkeit hinaus. Die klare, kompakte Silhouette bietet Raum für Individualität.
Florian Nemitz, CEO smart Deutschland, sagt: „Der #2 denkt die DNA des legendären smart fortwo konsequent weiter und definiert den urbanen Zweisitzer neu. Es steht für eine kompakte, alltagstaugliche und charakterstarke Mobilität. Die Vorfreude bei unseren Kunden und unserem Vertriebsnetz ist sehr groß. Ich freue mich sehr darauf, diese Dynamik zusammen mit meinem Team in den Markt zu bringen.“
Großzügige Proportionen, eine mattweiße und goldene Zweifarblackierung sowie feine Lederdetails prägen den Ausdruck des Fahrzeugs. Verborgene Elemente treten spielerisch unter transluzenten Oberflächen hervor. smart setzt hier auf eine Übertragung seiner bekannten Designwerte in eine elektrische Ära. Kai Sieber, Head of Design smart bei Mercedes-Benz Design, betont: „Wir sind überzeugt, dass ein Stadtauto mehr als ein Problemlöser sein sollte – es sollte Freude auslösen. In Anlehnung an das ikonische Erbe des fortwo überträgt der #2 unsere mutige Persönlichkeit in eine neue Ära, in der Funktion zum Ausdruck von Haltung wird. Es geht nicht nur um clevere Praktikabilität, sondern um eine echte Erweiterung der persönlichen Identität.“
ECA als Basis mit Technik von Geely
Der #2 basiert auf der eigenentwickelten Electric Compact Architecture (ECA) mit Bauteilen des Joint Venture Partners Geely. Diese Plattform soll neue Standards für elektrische Performance setzen. Mit einer Gesamtlänge von lediglich 2.792 Millimetern bleibt der Zweisitzer extrem kompakt. Die charakteristische „wheels-at-the-corners“-Architektur maximiert den Innenraum. Ein Wendekreis von 6,95 Metern verspricht eine hohe Agilität im urbanen Raum. Diese Werte sind für das Manövrieren im Stadtverkehr optimiert.
Smart stellt eine elektrische Reichweite von bis zu knapp 300 Kilometern in Aussicht. Diese Angabe ist jedoch eine Schätzung und keine offizielle WLTP-Angabe. Eine DC-Schnellladefähigkeit von 10 auf 80 Prozent in unter 20 Minuten gehört ebenfalls zum Konzept. Ergänzt wird dies durch Vehicle-To-Load-Funktionen (V2L), die es erlauben, externe elektrische Geräte mit Energie zu versorgen. Über die Batteriekapazität sagt das Unternehmen noch nichts.
Wolfgang Ufer, CEO smart Europe, unterstreicht die Ausrichtung: „Für mich persönlich ist es ein ganz besonderer Moment, der smart #2 als ersten konkreten Ausblick auf die Neuinterpretation unseres ikonischen Zweisitzers zu präsentieren. Es ist ein Fahrzeug, das sich an der tatsächlichen Lebens- und Mobilitätsrealität europäischer smart Kundinnen und Kunden orientiert – mühelos, agil und effizient.“
Mehr Modelle, mehr Herausforderungen
Mit dem smart #2 treibt smart seine globale Portfolioerweiterung voran. Die Marke erweitert ihr Angebot von drei auf fünf Modelle. Neben dem smart #1, #3 und #5 soll das Serienmodell des #2 als Nachfolger des fortwo fungieren. Zusätzlich präsentiert smart mit dem smart #6 EHD ein Plug-in-Hybrid-Modell exklusiv für den chinesischen Markt.
Die Strategie, spezifische Modelle nur für einzelne Märkte anzubieten, zeigt eine Diversifizierung. Sie birgt jedoch auch das Risiko, dass die globale Markenidentität verwässert oder Synergieeffekte bei der Entwicklung und Produktion nicht vollständig genutzt werden. Im Segment der urbanen Elektromobilität ist der Wettbewerb hoch. Viele Hersteller arbeiten an kompakten, effizienten und vernetzten E-Fahrzeugen. smart muss hier eine überzeugende Balance aus Preis, Performance und Markenimage finden.
Technische Details abwarten
Der smart #2 demonstriert Smarts Absicht, das Erbe des fortwo in die elektrische Zukunft zu tragen. Das Design ist unkonventionell und stilsicher, die urbane Agilität ein klares Plus. Allerdings bleibt die voraussichtliche Reichweite von „knapp 300 Kilometern“ eine Herausforderung. der Raum für die Batterie ist begrenzt. Die geplante Weltpremiere des Serienmodells im Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon wird zeigen, ob smart mit dem #2 einen echten Fortschritt im dicht besetzten Segment der Elektro-Stadtautos erreicht oder ob das neue Kapitel der Marke weiterhin mit Kompromissen behaftet ist. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie smart #2 in ein serienreifes Fahrzeug überführt, das sowohl ästhetisch ansprechend als auch technisch wettbewerbsfähig ist.