Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge wächst, doch mit ihm auch die Unsicherheit der Käufer. Zentrales Element der Skepsis ist die Hochvoltbatterie, deren Zustand und verbleibende Lebensdauer für Laien kaum einzuschätzen ist. Eine neue Studie des österreichischen Batteriediagnose-Spezialisten Aviloo bestätigt, was Brancheninsider seit Langem vermuten: Transparente und vor allem herstellerunabhängige Zertifikate über den Batteriezustand sind der entscheidende Schlüssel, um Vertrauen im Markt zu schaffen und den Handel zu professionalisieren.
Transparenz als Währung
Die größte Hürde beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos ist die Intransparenz bezüglich des teuersten Bauteils: des Akkus. Die B2B-Kundenumfrage von Aviloo, durchgeführt in zehn europäischen Ländern, liefert klare Zahlen. Für 92,9 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Automobilumfeld ist die Schaffung von Transparenz der wichtigste Grund für den Einsatz unabhängiger Batterie-Zertifikate. Die Skepsis potenzieller Käufer sei nach wie vor hoch. „Ein herstellerunabhängiges Batterie-Zertifikat schafft objektive Transparenz, erhöht das Vertrauen und stärkt die Fachkompetenz des Handels im Bereich Elektromobilität. Besonders relevant ist dies für ältere Fahrzeuge oder Modelle mit höherer Laufleistung, die sich dem Ende der Herstellergarantie auf die Batterie nähern“, sagt ein befragter Gebrauchtwagenhändler. Damit wird der nachvollziehbare Nachweis über den Batteriezustand zum zentralen Entscheidungskriterium.

Die Forderung nach Herstellerunabhängigkeit
Noch wichtiger als die Transparenz selbst ist für die Marktteilnehmer die Quelle der Information. 93,4 Prozent der Befragten geben an, dass ein unabhängiges Zertifikat die Glaubwürdigkeit im Verkaufsprozess erhöht. Für 88,8 Prozent sind explizit herstellerunabhängige Ergebnisse wichtig. Diese Zahlen deuten auf einen fundamentalen Interessenkonflikt hin: Händler und Kunden misstrauen offenbar den rein internen Diagnose-Tools der Fahrzeughersteller. Sie befürchten, dass die Daten aus dem Battery Management System (BMS) geschönt oder nicht vollständig offengelegt werden. Ein neutraler, externer Prüfer wird daher als essenziell angesehen, um eine objektive Bewertung der Batteriegesundheit, dem sogenannten State of Health (SoH), zu gewährleisten. Die Studie zeigt zudem, dass diese Forderung auch bei den Endkunden ankommt: 84,4 Prozent der befragten Händler berichten, dass Kunden mittlerweile aktiv nach einem unabhängigen Zertifikat fragen.
Ökonomische Vorteile für den Handel

Die Investition in eine unabhängige Prüfung zahlt sich für den Handel offenbar direkt aus. Die Studie belegt ökonomische Effekte. So berichten 46,2 Prozent der Unternehmen von steigenden Verkaufspreisen, seit sie die Zertifikate einsetzen. Gleichzeitig stellen 44,0 Prozent kürzere Standzeiten der Fahrzeuge fest. Ein objektiver Zustandsbericht reduziert die Unsicherheit auf Käuferseite und beschleunigt so die Verkaufsentscheidung. „Wir haben kürzlich für einen Gebrauchtwagenhändler ein Batterie-Zertifikat erstellt; der Fiat 500e stand dort bereits seit zwei bis drei Monaten. Nachdem das Aviloo Zertifikat erstellt und hochgeladen worden war, wurde das Fahrzeug innerhalb von vier Tagen verkauft“, berichtet ein Teilnehmer der Umfrage. Zudem nutzen Händler die Tests auch zur eigenen Absicherung: Rund 75 Prozent setzen die Zertifikate bereits beim Ankauf ein, um das Risiko von Reklamationen zu minimieren.
Ein Markt professionalisiert sich
Die Ergebnisse der Studie signalisieren eine zunehmende Reife des Marktes für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Was bisher oft eine Vertrauenssache war, wird nun durch standardisierte und datengestützte Prozesse professionalisiert. Unternehmen wie Aviloo positionieren sich hier als wichtige Dienstleister. Sie grenzen sich dabei bewusst von einfachen Auslese-Tools ab. „Mit unserem Aviloo Flash Test sind wir der einzige Anbieter am Markt, der einen herstellerunabhängigen Batterie-Schnelltest liefert. Damit unterscheiden wir uns nicht nur von allen anderen Schnelltests, die lediglich BMS-Ausleser sind, sondern können mit unseren präzisen Berechnungsmethoden tatsächlich Unabhängigkeit und Transparenz garantieren, wovon schlussendlich alle Marktteilnehmer profitieren“, betont Aviloo CEO Marcus Berger.

Fazit: Ohne Vertrauen kein Markt
Die Studie von AVILOO untermauert eine zentrale Herausforderung der Elektromobilität: Der Lebenszyklus der Batterie bestimmt maßgeblich den Wert und die Akzeptanz eines gebrauchten E-Fahrzeugs. Die Ergebnisse zeigen unmissverständlich, dass der Markt nach objektiven, verständlichen und vor allem unabhängigen Bewertungsstandards verlangt. Während die von Aviloo beauftragte Studie naturgemäß die eigenen Produkte in ein positives Licht rückt, ist der grundlegende Trend unverkennbar. Auch andere Prüforganisationen werden sich diesem Thema widmen müssen, um dem wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit und Transparenz im E-Gebrauchtwagenhandel gerecht zu werden.
Info
- Der Aviloo-Test kostet 99 Euro und kann direkt bei Aviloo oder Partnern wie dem ADAC, TÜV Nord & Süd, GTÜ, DAT Expert Partnern und anderen bestellt werden.