Opel E-SUV: Neues Modell mit Leapmotor-Technik geplant

Opel SUV S-Segment mit Leapmotor

Opel will mit einem neuen, vollelektrischen SUV im C-Segment seine Modellpalette ab 2028 erweitern. Das Fahrzeug entsteht in Kooperation mit dem chinesischen Tech-Unternehmen Leapmotor. Dieser Schritt ist als Blaupause für die künftige globale Zusammenarbeit innerhalb des Stellantis-Konzerns gedacht. Ziel ist es, dass Opel im umkämpften Elektromarkt schnell und kosteneffizient skalieren kann. Modelle wie der elektrische Frontera oder der überarbeitete Opel Astra Sports Tourer können im Markt der E-Autos kaum überzeugen.

Mehr Tempo und geringere Kosten als oberste Prämisse

Der Zeitdruck in der Automobilindustrie ist groß. Opel wählt daher einen pragmatischen Weg, um im wettbewerbsintensiven C-Segment schnell ein konkurrenzfähiges Produkt anbieten zu können. Statt einer langwierigen Eigenentwicklung setzt der Hersteller auf eine Partnerschaft, die eine Entwicklungszeit von unter zwei Jahren ermöglichen soll. Das Design und die Konzeption des Fahrzeugs finden in Rüsselsheim statt, die Entwicklung erfolgt jedoch in einem internationalen Team aus Deutschland und China. Opel wird zentrale Komponenten der elektrischen Architektur und der Batterietechnologie des chinesischen Partners nutzen.

Gemeinsamer Vertrieb in Europa

Stellantis wurde im Oktober 2023 durch den Erwerb eines Anteils von ca. 21 Prozent der größte Einzel-Aktionär von Leapmotor. Gleichzeitig wurde Leapmotor International (LPMI) gegründet – ein Joint Venture, an dem Stellantis 51 und Leapmotor 49 Prozenthalten. LPMI hat die Exklusivrechte für den Export, Verkauf und die Herstellung von Produkten von Leapmotor außerhalb von Chinas. 

Das LPMI-Geschäft hat sich in den vergangenen 18 Monaten sehr erfolgreich in Europa entwickelt. Seit der Einführung der Modelle T03, C10 und B05 hat LPMI seine Präsenz in der Region auf mehr als 850 Vertriebs- und Servicestandorte ausgeweitet und 2025 mehr als 40.000 Fahrzeuge in Europa ausgeliefert.

Leapmotor mit Fertigung in Spanien

Das neue SUV wird das bestehende Portfolio um Mokka, Frontera und Grandland im C-Segment ergänzen. Dort trifft es auf etablierte Wettbewerber wie den VW ID.4, den Hyundai Ioniq 5 oder das Tesla Model Y. Konkrete technische Daten zur Batteriekapazität, Reichweite oder zur Ladeleistung nennt Opel bislang nicht. Diese Werte werden jedoch entscheidend sein, um sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen zu können.

Die Produktion des neuen Modells ist für das Stellantis-Werk im spanischen Figueruelas bei Saragossa geplant. Dort soll das SUV neben dem Opel Corsa, Peugeot 208 und Lancia Ypsilon vom Band laufen. Diese Entscheidung nutzt die bestehenden, effizienten Produktionskapazitäten des Konzerns in Europa, bedeutet aber auch, dass das Fahrzeug nicht das Label „Made in Germany“ tragen wird.

Außerdem wird der Leapmotor B05 demnächst in diesem Werk gefertigt. Somit spart der chinesische Hersteller die Strafzölle auf seine E-Autos. Ab 2028 ist geplant, das Stellantis Werk in Villaverde bei Madrid mit dem Auslaufen des Citroen C4 an LPMI zu übergeben. Damit bekommt Leapmotor ein festes Standbein in der europäischen Fertigungslandschaft.

„Diese geplante Expansion unserer erfolgreichen Partnerschaft mit Leapmotor ist für beide Seiten eine echte Win-Win-Situation. Sie wird die Produktion ankurbeln und die Lokalisierung von erstklassiger Elektrofahrzeug-Fertigung zu erschwinglichen Preisen in Europa vorantreiben, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden“, sagt Stellantis CEO Antonio Filosa. 

Fazit: Pragmatismus mit Restrisiko

Opels Entscheidung, auf die Technologie von Leapmotor zu setzen, ist ein mutiger und pragmatischer Schritt. Er ermöglicht hohes Entwicklungstempo bei potenziell geringeren Kosten. Damit reagiert Stellantis auf den wachsenden Druck durch neue Wettbewerber aus China.

Opel hat keine andere Wahl als sich passende Partner für das Zeitalter der Elektromobilität zu suchen. Die Führung um CEO Filosa hat entschieden, dass bei künftigen Investitionen die vier Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat bevorzugt werden. Insgesamt umfasst Stellantis 14 Marken. Für den traditionsreichen Autohersteller Opel bedeutet diese Neuausrichtung nichts Gutes.

Der Erfolg des geplanten E-SUV wird davon abhängen, ob die Fusion aus chinesischer Plattformtechnologie und deutscher Ingenieurskunst ein stimmiges Gesamtpaket ergibt. Ohne überzeugende technische Daten, innovative Funktionen und einen aggressiven Preis wird sich das Modell im dichten Feld der C-Segment-SUVs nur schwer behaupten können. Die Konkurrenz aus China, Korea und Wolfsburg schläft nicht.

Bild von Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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