BMW stellt die neue 3er Reihe vor und bringt damit erstmals einen vollelektrischen 3er auf Basis der neuen Klasse. Der BMW i3 startet mit zwei Allradversionen, bis zu 912 Kilometern WLTP-Reichweite und 400 kW Ladeleistung. Parallel bleibt der Verbrenner im Programm.
Zwei Antriebswelten, ein Design
Der 3er ist seit 1975 das Volumenmodell der Marke. Entsprechend vorsichtig geht BMW beim Generationswechsel vor. Der elektrische i3 und der 3er mit Ottomotor teilen sich das Design der Neuen Klasse und unterscheiden sich nur in antriebsbedingten Details. Die Verbrenner kommen mit 48-Volt-Mild-Hybrid. Zum Start gibt es zwei Vierzylinder und den M350 xDrive mit 3,0-Liter-Reihensechszylinder, 326 kW (443 PS) und einem Sprint auf 100 km/h in 4,1 Sekunden. Ein Plug-in-Hybrid folgt im kommenden Jahr.
BMW nennt das Technologieoffenheit. Man kann es auch Absicherung nennen: Der Konzern verteilt das Risiko im wichtigsten Segment auf mehrere Antriebe, statt sich auf einen festzulegen.

i3 50 xDrive: 108,7 kWh und 912 Kilometer
Technisch übernimmt der i3 die sechste Generation des BMW-eDrive-Antriebs (Gen6), die BMW bereits im iX3 der Neuen Klasse einsetzt. Dazu gehören Hochvoltbatterien mit Rundzellen, 800-Volt-Technik und bidirektionales Laden. Beide Varianten haben je eine E-Maschine an Vorder- und Hinterachse.
Die Eckdaten im Überblick:
- i3 50 xDrive: 345 kW (469 PS), 645 Nm, 0 auf 100 km/h in 4,7 s, Batterie mit 108,7 kWh, bis zu 912 km WLTP, Verbrauch 13,4 bis 18,0 kWh/100 km
- i3 40 xDrive: 275 kW (374 PS), Batterie mit 82,8 kWh, bis zu 710 km WLTP, Verbrauch 14,3 bis 17,9 kWh/100 km
- Laden: bis zu 400 kW DC, beim i3 50 xDrive bis zu 423 km Reichweite in 10 Minuten
Der i3 50 xDrive nutzt dieselbe Batteriegröße und Leistung wie der iX3 50 xDrive, kommt als flachere Limousine aber rund 100 Kilometer weiter. Damit liegt er vor dem Mercedes CLA mit EQ-Technologie, der mit 85 kWh auf knapp 800 Kilometer kommt, und deutlich vor dem Tesla Model 3. Auch bei der Ladeleistung setzt sich BMW an die Spitze seiner Klasse.
Die Werte haben Grenzen. Die Verbrauchsspanne ist mit 13,4 bis 18,0 kWh breit und hängt stark von Rädern und Ausstattung ab, die bis 21 Zoll reichen. Mit großen Rädern und auf der Autobahn bleibt von den 912 Kilometern ein deutlicher Teil übrig. Zur bidirektionalen Ladefunktion nennt BMW keine Details, etwa ob das Fahrzeug nur Geräte versorgt oder ins Netz zurückspeisen kann.

Heart of Joy und Level 2
Für die Fahrdynamik setzt BMW auf den Zentralrechner Heart of Joy. Er bündelt erstmals alle Antriebs- und Fahrdynamikfunktionen in einem Steuergerät und soll zehnmal schneller rechnen als bisherige Systeme. Belastbare Kennzahlen zu Rechenleistung oder Latenz liefert BMW dazu nicht. Das Adaptive M Fahrwerk ist im i3 optional.
Im Innenraum arbeitet das BMW Panoramic iDrive mit Projektion in die Frontscheibe, 17,9-Zoll-Zentraldisplay und dem Android-basierten BMW Operating System X. Der Sprachassistent integriert Amazons Alexa+.
Bei der Automatisierung bleibt BMW bei SAE Level 2. Der Autobahnassistent erlaubt freihändiges Fahren bis 130 km/h in 21 Ländern. Navigationsgeführtes Fahren in der Stadt kündigt BMW für 2027 an. Einen Schritt Richtung Level 3, wie ihn Mercedes im Premiumsegment anbietet, macht der 3er nicht.

Produktion: München wird elektrisch
Der i3 läuft im Stammwerk München vom Band, wo 1975 auch der erste 3er gebaut wurde. Die Produktion startet 2026. Ab 2027 fertigt München ausschließlich Elektroautos der Neuen Klasse. Der 3er mit Verbrennungsmotor entsteht in Dingolfing, dem größten europäischen Werk des Konzerns.
Die Zulieferkette bleibt regional: Das österreichische Werk Steyr produziert die Kernkomponenten des E-Antriebs und die Verbrennungsmotoren. Die Hochvoltbatterien kommen aus dem neuen Werk Irlbach-Straßkirchen in Niederbayern.
Fazit
Mit dem i3 überträgt BMW die Gen6-Technik aus dem iX3 in sein wichtigstes Segment und setzt bei Reichweite und Ladeleistung die Messlatte für Mercedes, Tesla und Audi. Offen bleiben Preis, Gewicht und Praxisverbrauch. Erst sie entscheiden, ob der elektrische 3er den Verbrenner im eigenen Haus tatsächlich verdrängt. Das 2027 folgende Topmodell i3 M60 xDrive zeigt zumindest, wo BMW die Zukunft der Baureihe sieht.




