Range Rover GT: Der erste Elektro-Range-Rover auf EMA-Plattform

Range Rover GT elektro

Range Rover erweitert seine Modellfamilie um ein fünftes Mitglied. Der Range Rover GT startet als reines Elektrofahrzeug und ist das erste Modell der Marke auf der neuen EMA-Architektur (Electrified Modular Architecture). Mit der Studie eines elektrischen Grand Tourers zielt der britische Hersteller auf ein Segment, das bislang von sportlichen Limousinen und Coupés geprägt ist. Die Marke zeigt erstmals den Innenraum und lässt Prototypen in Tarnfolie auf öffentlichen Straßen testen. Konkrete technische Daten zum Antrieb bleibt sie allerdings schuldig.

Vollelektrisch zuerst, Hybrid folgt später

Der Range Rover GT wird der erste vollelektrische Range Rover auf Basis der neuen EMA-Plattform. Die Architektur ist von Beginn an für batterieelektrische Antriebe ausgelegt, lässt aber auch Verbrenner und Hybride zu. Genau diese Flexibilität nutzt JLR (Jaguar Land Rover) in der Fertigung: Der GT läuft im britischen Werk Halewood gemeinsam mit Modellen mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb vom Band. Zum Marktstart gibt es den GT ausschließlich als Elektrofahrzeug (BEV). Im weiteren Lebenszyklus plant Range Rover eine Vollhybrid-Variante (HEV).

Diese Doppelstrategie ist ein Fingerzeig auf die vorsichtige Elektrifizierungsplanung des Konzerns. Range Rover bekräftigt zwar das Ziel, vollelektrische Modelle vor 2030 in allen Baureihen anzubieten. Dass der Hersteller dem GT aber schon vor der Premiere einen Hybrid zur Seite stellt, zeigt: JLR traut dem reinen Elektroantrieb im Luxussegment noch keine flächendeckende Nachfrage zu.

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Innenraum: Single Screen statt Kombiinstrument

Erstmals gewährt die Marke einen Blick in den Innenraum. Der GT setzt auf ein neues Single-Screen-Konzept und ersetzt das klassische Kombiinstrument durch ein Fahrerdisplay. Ein verdeckt geführter Luftauslass zieht sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts und erzeugt eine horizontale Linienführung, die Range Rover als Markenzeichen etabliert hat. Ein gewebtes Textil umhüllt das Armaturenbrett und verbirgt die Lautsprecher in seiner Struktur.

Range Rover verspricht reduzierte visuelle und akustische Reize sowie einen intuitiveren Zugriff auf mehr Fahrzeugfunktionen als bisher. Wie die Bedienlogik konkret aussieht, bleibt offen. Auch zur Software-Plattform, zu Assistenzsystemen und zur Rechnerarchitektur macht der Hersteller keine Angaben. Das ist bemerkenswert, denn der GT soll nach eigener Aussage der technologisch anspruchsvollste Range Rover aller Zeiten werden. Als Komfortmerkmal nennt die Marke eine Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe, die in dieser Klasse führend sein soll.

Grand Tourer mit Geländeanspruch

Range Rover positioniert den GT als Neuinterpretation des Grand-Tourer-Konzepts: Langstreckenkomfort und Coupé-Proportionen sollen sich mit der markentypischen Geländetauglichkeit verbinden.

„Der Range Rover GT wird das Grand-Touring-Segment neu definieren. Er vereint die elegante Präsenz, die ausgewogenen Proportionen und den Langstreckenkomfort eines klassischen GT mit Fähigkeiten, an die ein konventioneller GT nicht heranreicht. Wir haben die vergangenen Jahre intensiv an den Grundlagen der GT-Formel gearbeitet, um sie auf eine anspruchsvolle, für Range Rover einzigartige Weise neu zu interpretieren", sagt Martin Limpert, Managing Director Range Rover.

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Erprobung läuft, Daten fehlen

Die Prototypen absolvieren derzeit ihre finalen Tests auf öffentlichen Straßen. Sie tragen eine eigens gestaltete Tarnfolie, deren goldenes Muster topografische Konturen der Landschaft rund um den Entwicklungsstandort Gaydon aufgreift. Das ist hübsch inszeniert, ersetzt aber keine Fakten. Zu Batteriekapazität, Reichweite, Ladeleistung, Systemleistung und Preis schweigt der Hersteller. Auch ein konkreter Marktstart fehlt. Range Rover kündigt lediglich weitere Details im Laufe des Jahres an.

Der Vergleich mit dem Wettbewerb fällt damit schwer. Im Segment der elektrischen Luxus-SUV und Crossover mit sportlichem Anspruch treten unter anderem Porsche, BMW und Mercedes-Benz mit 800-Volt-Technik, Ladeleistungen jenseits der 250 kW und Reichweiten um 600 Kilometer an. An diesen Werten wird sich der GT messen lassen müssen. Die EMA-Plattform muss zudem beweisen, dass sie den Zielkonflikt zwischen Geländetauglichkeit, Fahrzeuggewicht und Effizienz besser löst als bestehende Architekturen.

Fazit

Der Range Rover GT ist strategisch die wichtigste Neuvorstellung der Marke seit Jahren: das erste EMA-Modell, der erste vollelektrische Range Rover einer neuen Generation und der Vorstoß in ein Segment, das die Marke bislang nicht besetzt. Die Inszenierung ist gelungen, die Substanz noch dünn. Solange Reichweite, Ladeleistung und Preis fehlen, bleibt der GT ein Versprechen. Die Konkurrenz aus Stuttgart und München liefert diese Zahlen längst.

Bild von Maik Machnig

Maik Machnig

Der selbsternannte Nerd liebt Technologie. Sein großer Wunsch: Eine Fahrt quer durch Deutschland in einem autonom fahrenden Auto. Maik freut sich darauf, das Steuer aus der Hand zu geben.

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