EnBW Strom FlexBonus: Stromkosten zuhause und unterwegs im Blick

EnBW Ladestation

Der Energieversorger EnBW erweitert sein Portfolio für die Elektromobilität. Mit einem neuen Stromtarif, einem festen Ladepreis für Bestandskunden und einer tieferen App-Integration will das Karlsruher Unternehmen die Kosten für das Fahren und Laden eines E-Autos transparenter gestalten. Kern des Angebots ist der Tarif „EnBW Strom FlexBonus“, der sich explizit an Haushalte richtet, die noch nicht über einen intelligenten Stromzähler, einen sogenannten Smart Meter, verfügen.

Ein Bonustarif als Brückentechnologie

Der neue Ökostromtarif „EnBW Strom FlexBonus“ ist als Übergangslösung für die wachsende Zahl von E-Autofahrern konzipiert. Anstatt auf einen dynamischen Preis zu setzen, der einen Smart Meter voraussetzt, kombiniert EnBW einen fixen Strompreis mit einem jährlichen Bonus von 100 Euro. Die Bedingung für die Gutschrift: Nutzer müssen ihr Elektrofahrzeug mit dem Heim-Energie-Management-System „EnBW Mavi“ koppeln und die Funktion „intelligentes Laden“ aktivieren. Pro Monat müssen mindestens zwei Ladevorgänge über das System gesteuert werden, damit der Bonus mit der Jahresrechnung verrechnet wird. Dabei verschiebt die Software den Ladevorgang automatisiert in geeignete Zeitfenster, etwa unter Berücksichtigung der eigenen Photovoltaik-Erzeugung. „Mit dem neuen Tarif EnBW Strom FlexBonus bieten wir auch Haushalten ohne Smart Meter einen Übergang in die Nutzung von intelligenten Stromtarifen“, sagt Volker Bloch, Leiter Sales, Marketing und Operations bei der EnBW.

Laden unterwegs zum Festpreis

Parallel zum neuen Haushaltsstromtarif passt EnBW die Konditionen für das öffentliche Laden an. Das Angebot zielt klar auf Kundenbindung ab: Wer bereits einen Strom- oder Gasvertrag bei EnBW besitzt und den Ladetarif „EnBW mobility+ L“ nutzt, lädt an den mehr als 8.000 Schnellladepunkten des Unternehmens in Deutschland für 35 Cent pro Kilowattstunde. „Mit diesem Preis liegen wir annähernd bei dem Preis, den Kund*innen an der heimischen Wallbox bezahlen. Der Preis ist transparent, stabil und gilt an mehr als 8.000 Schnellladepunkten der EnBW in ganz Deutschland“, sagt Martin Roemheld, verantwortlich für die E-Mobilität bei der EnBW. Mit diesem Preis unterbietet EnBW viele Wettbewerber, knüpft ihn aber an ein Bündel von Verträgen.

App-Integration für mehr Kostentransparenz

Ein technisches Defizit vieler Anbieter ist die fragmentierte Darstellung von Ladekosten. Oft existieren separate Apps und Abrechnungen für das Laden zuhause und das Laden an öffentlichen Säulen. EnBW adressiert dieses Problem mit einer erweiterten Schnittstelle. Künftig sollen die Kosten für öffentliche Ladevorgänge aus der „EnBW mobility+ App“ auch in der „EnBW zuhause+ App“ sichtbar sein. Dies ermöglicht Nutzern eine konsolidierte Übersicht aller anfallenden Ladekosten in einer einzigen Anwendung. Zusätzlich erweitert das Unternehmen die Kompatibilität seines Mavi-Systems um weitere E-Automodelle.

Der Smart Meter bleibt das Ziel

Obwohl der neue Tarif auf Haushalte ohne Smart Meter zugeschnitten ist, macht EnBW deutlich, dass die Zukunft in der dynamischen Stromnutzung liegt. Intelligente Tarife, die den Stromverbrauch in günstige Zeitfenster mit niedrigen Börsenstrompreisen verlagern, erfordern einen Smart Meter als technische Grundlage. Für Kunden, die sich für einen dynamischen oder zeitvariablen Tarif entscheiden, bietet das Unternehmen daher den Einbau des intelligenten Zählers kostenlos an. Der „FlexBonus“-Tarif stellt somit eine pragmatische Zwischenlösung dar, um eine breite Kundenschicht an die Funktionsweise des intelligenten Ladens heranzuführen, ohne die technische Hürde des Zählerwechsels sofort nehmen zu müssen.

Fazit: Pragmatischer Schritt in Richtung intelligentes Laden

EnBW schafft mit dem „Strom FlexBonus“ einen niederschwelligen Einstieg in das gesteuerte Laden und adressiert damit den Massenmarkt, der technisch noch nicht für voll-dynamische Tarife ausgerüstet ist. Die Strategie ist klar: Kunden über ein einfaches Bonusmodell an das eigene Ökosystem binden und sie schrittweise auf den Umstieg zum Smart Meter vorbereiten. Das Preisangebot von 35 Cent/kWh an eigenen Ladesäulen ist ein starkes Argument für Bestandskunden, dürfte aber für Wechsler ohne EnBW-Haushaltsstromvertrag weniger attraktiv sein. Während Wettbewerber wie Tibber oder Awattar konsequent auf dynamische Tarife setzen und den Smart Meter zur Pflicht machen, wählt EnBW einen langsameren, aber potenziell breitenwirksameren Migrationspfad.

Bild von Maik Machnig

Maik Machnig

Der selbsternannte Nerd liebt Technologie. Sein großer Wunsch: Eine Fahrt quer durch Deutschland in einem autonom fahrenden Auto.

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