Polestar legt die Klimabilanz für den Polestar 5 offen. Die Daten zeigen, wo Emissionen entstehen – von der Rohstoffgewinnung bis zur Auslieferung des fertigen Wagens. Die Kenntnis über die Emissionen von Materialien und Produktion ist ein entscheidender Schritt, um die Klimaauswirkungen der Automobilproduktion zu senken. Der CO₂-Fußabdruck des Polestar 5 von der Herstellung bis zur Auslieferung beträgt 23,8 Tonnen CO₂-Äquivalente. Beim kleineren Polestar 3 lag die Bilanz noch bei 24,7 Tonnen CO₂-Äquivalente. Das schwedische Unternehmen hat von Anfang an, ab dem Polestar 2, die Daten der Klimabilanz offengelegt.
Fredrika Klarén, Nachhaltigkeitschefin bei Polestar, fasst den Ansatz zusammen: „Man kann nur reduzieren, was man misst. Die Sichtbarmachung des CO₂-Fußabdrucks eines Autos hilft dabei, die Branche darauf auszurichten, wo Emissionen entstehen – insbesondere in Materialien und in der Fertigung.“
Der Hebel liegt beim Aluminium
Materialien stehen im Zentrum der Emissionsreduktion. Da Aluminium zu den CO₂-intensivsten Rohstoffen im Fahrzeugbau zählt, hat Polestar die Beschaffung grundlegend verändert. 13 Prozent des verwendeten Aluminiums sind recycelt, 83 Prozent stammen aus Schmelzbetrieben, die mit erneuerbarer Elektrizität arbeiten. Diese Maßnahmen vermeiden mehr als 14 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Fahrzeug im Vergleich zur herkömmlichen Aluminiumbeschaffung.
Ein verklebtes Aluminium-Chassis ist leicht und steif zugleich. Diese Bauweise ist in der Regel Kleinserien oder Supersportwagen vorbehalten, da sie sehr aufwendig ist. Polestar entwickelt die Technologie weiter, um sie für die Großserie nutzbar zu machen. Fahrgestell und Karosserie werden dabei als eine Einheit gefertigt. Das spart Gewicht. Ein geringeres Gewicht kann sich positiv auf die Reichweite und das Fahrverhalten des Elektroautos auswirken. Auch bei der Fahrzeugproduktion spielt erneuerbare Energie eine zentrale Rolle. Die Werke, in denen der Polestar 5, die Batteriezellenmodule und andere wichtige Batteriematerialien gefertigt werden, nutzen erneuerbaren Strom.

Nachhaltigkeit bis in den Innenraum
Innovative Materialien im Interieur des Polestar 5 tragen zusätzlich dazu bei, die Umweltbelastung weiter zu verringern. Naturfaser-Verbundwerkstoffe, entwickelt mit der Schweizer Firma Bcomp, nutzen flachsbasiertes ampliTex als biobasierte Alternative zu Carbonfasern. Dieses Material benötigt 50 Prozent weniger fossile Materialien und ist bis zu 40 Prozent leichter als herkömmliche Kunststoffverbunde.
Zudem kommen recycelte Werkstoffe zum Einsatz. Dazu zählen Econyl-Teppiche aus ausgedienten Fischernetzen sowie Textilien aus wiederverwertetem PET. Auch der vordere Kofferraum folgt dem Kreislaufgedanken: Er besteht aus einer Mono-Material-PET-Konstruktion, die eine recycelte Isolierung mit einer Oberfläche aus recyceltem PET kombiniert. Das erleichtert das Recycling am Ende des Lebenszyklus. Wer sich für Leder entscheidet, erhält chromfrei gegerbtes Nappaleder von Bridge of Weir. Es entsteht als Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie und wird unter hohen Tierwohlstandards gewonnen.
Leistung ohne Kompromisse
Der sportliche Polestar 5 zeigt, dass ein nachhaltigeres Auto keine Kompromisse bei der Leistung erfordert. Der viertürige GT bietet bis zu 650 kW (884 PS) und 1.015 Nm Drehmoment. Damit ist der Wagen in 3,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Seine Reichweite beträgt bis zu 678 Kilometer. Dank der 800-Volt-Architektur und einer Ladeleistung von 350 Kilowatt lässt sich die Batterie in nur 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.
Die Launch Edition kostet in der zweimotorigen Variante 118.600 Euro. Die noch leistungsstärke Performance-Version kostet 141.600 Euro.
