Audi beschleunigt Einsatz künstlicher Intelligenz in der Produktion

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Willkommen in der Fabrik der Zukunft! Audi, bekannt für seine Innovationskraft und Präzision, beschleunigt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in seiner Produktion und Logistik. Das Ziel: „denkende Fabriken“ schaffen, in denen KI und menschliches Können eine unschlagbare Symbiose bilden. Produktionsvorstand Gerd Walker spricht von einem „Quantensprung für die Effizienz“ – und das ist keine Übertreibung. Erfahren Sie, wie Audi seine Werke digitalisiert, Prozesse optimiert und die Weichen für eine nachhaltigere und intelligentere Fertigung stellt, die auch die Produktion der Elektromobilität entscheidend vorantreibt.

Audis „Denkende Fabriken“: Wie KI die Produktion revolutioniert

Audi setzt auf eine umfassende KI- und Digitalisierungs-Roadmap, um seine Produktionsstätten in hochintelligente Ökosysteme zu verwandeln. Dabei wird KI nicht als Ersatz, sondern als Partner für die Mitarbeitenden gesehen, der ergonomisch anstrengende Aufgaben übernimmt und für Entlastung sorgt. Erste KI-gesteuerte Roboter arbeiten bereits Hand in Hand mit den Fachkräften, während Chatbots administrative Prozesse vereinfachen. Diese strategische Ausrichtung kombiniert Audis jahrzehntelange Fertigungskompetenz mit modernsten digitalen Lösungen und externer Expertise, etwa durch Partnerschaften mit Institutionen wie dem Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn. Das Ergebnis sind Produktionsprozesse, die mit höchster Präzision und Effizienz die komplexen Anforderungen moderner, oft elektrischer Fahrzeuge erfüllen.

Edge Cloud 4 Production: Das Gehirn der smarten Fertigung

Das Herzstück von Audis KI-Strategie ist die „Edge Cloud 4 Production“ (EC4P). Diese eigenentwickelte Cloud-Plattform markiert einen Meilenstein in der vollvernetzten Fabrikautomatisierung. Anstatt Produktionsanlagen über stationäre Rechner zu steuern, werden sie nun großflächig über eine zentrale Cloud dirigiert. Das Ergebnis: Vereinfachte Abläufe, weniger Hardware vor Ort und eine schnellere Einführung neuer Funktionen. Prozesse werden stabiler, der Wartungsaufwand sinkt und die IT-Sicherheit steigt.

Ein eindrucksvolles Beispiel findet sich in den deutschen Fahrzeugmontagen, wo die Werkerführung zunehmend zentral aus der Cloud erfolgt. Dadurch erhalten Mitarbeitende aktuelle Informationen zu Individualisierungen und Länderspezifikationen der Fahrzeuge – und Audi hat bereits über 1.000 Industrie-PCs eingespart. Im Neckarsulmer Karosseriebau für die Baureihen A5 und A6 kommt die EC4P sogar in hochautomatisierten Fertigungsanlagen zum Einsatz. Hier ersetzen virtuelle speicherprogrammierbare Steuerungen (vSPS) lokale Hardware-Steuerungen, wodurch rund 100 Industrieroboter über die EC4P auf Millisekunden genau zusammenarbeiten. Ein branchenweit einzigartiger Standard für eine Produktion, die täglich hunderte Fahrzeugkarosserien fertigt.

KI als Qualitätsgarant und Mitarbeiter-Assistent

Künstliche Intelligenz bei Audi bedeutet auch eine radikale Verbesserung der Qualitätssicherung und eine Entlastung der Belegschaft. Die „Weld Splatter Detection“ (WSD) am Standort Neckarsulm erkennt beispielsweise Schweißspritzer am Unterboden einer Karosserie und markiert sie präzise. In der nächsten Ausbaustufe übernimmt ein Roboterarm das körperlich anstrengende Schleifen dieser Stellen. Diese konzernweit erste KI-gestützte Schweißspritzerkennung wird bald auch in Ingolstadt an sechs weiteren Anlagen in Serie gehen.

Ein weiteres Highlight ist „ProcessGuardAIn“, Audis eigene KI-Lösung für die Fertigungsprozessüberwachung. Entwickelt von einem Team aus Datenexperten, bündelt ProcessGuardAIn jahrzehntelanges Fachwissen sowie Anlagen- und Prozessdaten in einem standardisierten, skalierbaren Baukasten. Diese KI überwacht Produktionsschritte in Echtzeit, erkennt Anomalien frühzeitig und informiert Fachleute, bevor größere Probleme entstehen. In der Lackiererei Neckarsulm läuft die Pilotphase für die Dosierungsoptimierung und Anomalieerkennung, mit geplanter Serienreife im zweiten Quartal 2026. Zukünftig soll ProcessGuardAIn sogar datenbasierte Handlungsempfehlungen geben und Mitarbeitende per App Schritt für Schritt bei der Fehlerbehebung unterstützen – ein Game-Changer für vorausschauende Instandhaltung und Qualitätssicherung, der für die komplexe Fertigung von Elektrofahrzeugen unerlässlich ist.

Kabelbäume der Zukunft: Automatisierung auf neuem Niveau

Ein bislang unerreichter Grad an Automatisierung wird im Zukunftsprojekt „Next2OEM“ am Standort Ingolstadt demonstriert. Gemeinsam mit zehn Partnern zeigt Audi, wie die Fertigung und Montage eines Kabelbaums vollständig digitalisiert und automatisiert werden kann – vom Zulieferer bis zum Einbau im Fahrzeug. Bisher waren weniger als zehn Prozent der Kabelbaumfertigung automatisiert.

Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Demonstrator bildet die gesamte Prozesskette ab: Kabelbaumfertigung, Vormontage in der Mittelkonsole mit automationsgerechten Steckern und der automatisierte Einbau ins Fahrzeug, alles gesteuert über ein zentrales System. Der Nutzen ist immens: deutlich weniger Logistikaufwand und Reaktionszeiten, die von Wochen auf Minuten schrumpfen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen bereits in die Großserienproduktion künftiger Fahrzeugprojekte ein – eine absolute Notwendigkeit für die komplexen Elektrofahrzeuge der Zukunft.

Nachhaltigkeit durch KI: Ressourcenschonung in der Lackiererei

KI ist nicht nur ein Effizienztreiber, sondern auch ein Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit. Am Standort Neckarsulm testet Audi in Zusammenarbeit mit dem IPAI die erste KI-gestützte Trocknersteuerung in der Lackiererei im Serienbetrieb. Ein KI-Modell, das ursprünglich aus einer anderen Branche stammt, wird nun genutzt, um Temperatur und Luftmenge im Längstrockner zu optimieren. Ziel ist es, schneller auf kleinste Änderungen zu reagieren und den Trocknungsprozess so ressourcenschonend wie möglich zu gestalten. Bis Sommer 2026 soll ermittelt werden, wie viel Energie sich dadurch einsparen lässt – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur CO2-neutralen Produktion und damit ein wichtiger Beitrag zur Umweltbilanz der Elektromobilität.

Audis Innovations-Ökosystem: Partnerschaften für die Zukunft

Audi setzt auf eine starke Mischung aus internem Know-how und externer Expertise. Rund 60 Spezialisten im Audi Production Lab (P-Lab) und in der P-Data Factory treiben neue Technologien von der Idee bis zur Serienreife voran. Zusätzlich kooperiert Audi mit Branchengrößen wie Broadcom, Cisco und Siemens für die EC4P und ist seit 2023 aktiver Partner im IPAI Heilbronn, dem europäischen Hotspot für angewandte KI. Diese Partnerschaften sichern den Zugang zu den neuesten Entwicklungen, Start-ups und Talenten und beschleunigen den Transfer von Innovationen in die Großserienproduktion.

Verantwortungsvolle KI: Ethik und Transparenz bei Audi

Bei aller technologischen Begeisterung bleibt Audi seinen Werten treu. Das Unternehmen hat klare Verhaltensgrundsätze und eine Grundsatzerklärung zur Künstlichen Intelligenz etabliert. Die Leitprinzipien Respekt, Sicherheit und Transparenz gewährleisten, dass das Potenzial von KI verantwortungsvoll genutzt wird, die Mitarbeitenden geschützt und die Rechte der Nutzer respektiert werden. Ein „Data Sharing Code of Practice“ stellt zudem sicher, dass der Umgang mit Daten stets im Einklang mit den Unternehmenswerten steht.

Globale KI-Strategie: Vernetzung im Audi Produktionsnetzwerk

Audi beweist eindrucksvoll, wie Künstliche Intelligenz die Automobilproduktion der Zukunft prägt. Mit intelligenten Lösungen steigert das Unternehmen nicht nur Effizienz und Qualität, sondern legt auch den Grundstein für eine nachhaltige und zukunftsfähige Fertigung – essentiell für die Elektromobilität von morgen.

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