Polestar verbessert die Leistungsdaten der Modelle Polestar 3 und Polestar 4 mit einem Upgrade für das Modelljahr 2026. Während das Flaggschiff Polestar 3 mit der Einführung einer 800-Volt-Architektur einen signifikanten technologischen Sprung macht, erhält der Polestar 4 Coupé eine verfeinerte Fahrwerksabstimmung. Die Verbesserungen sind eine Reaktion auf den Wettbewerb und sollen die Position der Marke im Premiumsegment festigen.
Polestar 3: Sprung auf die 800-Volt-Batterie
Die wesentlichste Neuerung betrifft den Polestar 3. Das SUV nutzt nun eine 800-Volt-Batterie, was vor allem die Ladeleistung verbessert. Polestar gibt eine maximale Gleichstrom-Ladeleistung von bis zu 350 kW an. Damit soll der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent unter optimalen Bedingungen nur noch 22 Minuten dauern. Das ist eine Verkürzung um 35 Prozent im Vergleich zum Vorgänger. Mit diesem Schritt schließt Polestar zu Wettbewerbern auf, die diese Technologie bereits nutzen. Eine neue Software namens „Breathe Charge“ soll den Ladevorgang zudem dynamisch an den Zustand der Batterie anpassen, um die Leistung zu maximieren.

Stärkerer Heckmotor
Auch der Antriebsstrang wurde überarbeitet. Alle Varianten verfügen über einen neu entwickelten Permanentmagnet-Synchronmotor an der Hinterachse. Bei den Allradversionen („Dual Motor“) wird dieser mit einem Asynchronmotor vorne kombiniert. Diese Konfiguration erlaubt es, den Frontmotor bei geringer Last abzuschalten und so die Effizienz zu steigern. In der Topversion „Performance“ steigt die Systemleistung auf bis zu 500 kW. Eine stärker heckbetonte Kraftverteilung sowie eine Überarbeitung von Federung und Stabilisatoren sollen die Fahrdynamik verbessern. „Der überarbeitete Polestar 3 und Polestar 4 sind jetzt besser denn je. Die gesteigerte Leistung, das verfeinerte Design und die verbesserte Klimabilanz bieten einen Mehrwert, der beide Modelle für Kundinnen und Kunden noch attraktiver macht“, sagt Michael Lohscheller, CEO von Polestar.
Neues Gehirn: NVIDIA Orin für mehr Rechenleistung
Neben der Lade- und Antriebstechnik rüstet Polestar die zentrale Recheneinheit des Polestar 3 auf. Das Fahrzeug nutzt nun den Nvidia Drive AGX Orin-Prozessor. Laut Herstellerangabe steigert dies die Rechenleistung um mehr als das Achtfache. Diese zusätzliche Performance ist eine Voraussetzung für die Verarbeitung großer Datenmengen der Fahrzeugsensorik und die Steuerung komplexer aktiver Sicherheitssysteme. Bemerkenswert ist das Vorgehen für Bestandskunden: Ihnen wird ein kostenloses Hardware-Upgrade auf den neuen Orin-Prozessor in einer Vertragswerkstatt angeboten.

Polestar 4 Coupé: Fokus auf Fahrdynamik
Die Änderungen am Polestar 4, der nun offiziell den Namenszusatz „Coupé“ trägt, fallen subtiler aus. Hier lag der Fokus auf der Optimierung des Fahrwerks. Die Modelle mit Heck- und Allradantrieb erhalten eine neu kalibrierte Abstimmung mit passiven Dämpfern, neuen Federraten und überarbeiteten Stabilisatoren. Diese Maßnahmen zielen auf ein kontrollierteres Fahrverhalten und eine präzisere Lenkung ab. Eine Leistungssteigerung gibt es nicht; die Allradversion bleibt mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden das sprintstärkste Modell der Marke.
Neue Nomenklatur und feine Details
Mit dem Update vereinheitlicht Polestar die Bezeichnungen seiner Modellvarianten. Die Versionen heißen nun einheitlich „Rear Motor“ und „Dual Motor“. Die Top-Modelle tragen die Zusätze „Performance“ (Polestar 3) beziehungsweise „Dual Motor mit Performance-Paket“ (Polestar 4). Kleine optische Details, wie die Farbe der Sicherheitsgurte, differenzieren die Ausstattungslinien zusätzlich. So sind die Gurte in den Performance-Varianten beider Modelle in Schwedengold gehalten.

Fazit: Mitspielen im Premium-Segment
Polestar betreibt mit dem Update eine gezielte Produktaufwertung. Während der Polestar 2 noch in der Mittelklasse zuhause war, zielt man mit Nummer 3 und 4 eine Etage höher. Vor allem die Umstellung des Polestar 3 auf eine 800-Volt-Batterie ist ein technisch notwendiger und konsequenter Schritt, um im Premium-SUV-Segment konkurrenzfähig zu bleiben. Die Ladezeiten nähern sich damit dem Niveau der führenden Wettbewerber an. Die Überarbeitungen am Polestar 4 Coupé sind weniger tiefgreifend und konzentrieren sich auf die Fahrdynamik. Insgesamt zeigen die Maßnahmen, dass Polestar daran arbeitet, seine Fahrzeuge technologisch an der Spitze zu positionieren und auf Marktanforderungen zu reagieren.
