Hyundai Kona Elektro läuft erstmals in Europa vom Band

Bislang kam der Kona Elektro per Schiff aus Korea zu uns. Nun baut Hyundai das Elektroauto mit der großen Batterie (64 kWh) im tschechischen Nosovice. Zur Premiere bin ich mit einem Hyundai Kona Elektro die knapp 900 km von Frankfurt in den Osten der tschechischen Republik gefahren. Den europäischen Produktionsstart wollte ich mir nicht entgehen lassen. Wo bisher Tucson und i30 vom Band laufen, werden nun Kona Elektro gefertigt. Während der langen Fahrt in die Fabrik werfe ich einen ausführlichen Blick auf Hyundais Zukunftspläne: das Konzept-Auto Prophecy, Drohnen mit Uber, Online-Showroom, Beteiligungen an Ionity, Aptiv und Canoo.

Mit dem Produktionsstart im HMMC in Nosovice verdreifachen wir unsere Produktionskapazität„, sagt Jürgen Keller, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland. Die Europa-Produktion verkürzt Lieferzeiten und senkt den CO2-Fußabdruck, mit dem der Kona in den Markt startet. Für die Erweiterung im HMMC hat der Hersteller 72 Millionen Euro investiert. Das ging vor allem in eine zusätzliche Montagestation in der Fertigungslinie. In Nosovice laufen Verbrenner und Kona Elektro von einem Band. Hier sind 350 Roboter und rund 3.300 Menschen im Drei-Schicht-Betrieb tätig.

In der Lagerhalle für Batterien überwachen Kameras deren Temperatur. Von hier bringen autonom fahrende Transporter die 450 kg schweren Energiespeicher an die Montagestation. Transportbänder und eine Hebevorrichtung „verheiraten“ Batterie und Fahrzeug ohne menschliches Zutun. Erst jetzt treten zwei Mitarbeiter ans Auto und fixieren von unten das Batteriepakete mit Schrauben im Fahrzeug. Sie schließen die Batterie an, die bereits zur Hälfte geladen ist. Währenddessen schwebt der Kona an einer Schiene hängend weiter. Bis zu 150 Kona Elektro können pro Tag die Halle verlassen. Für dieses Jahr sind 30.000 Stück geplant. Im vergangenen Jahr wurden rund 3.500 Kona Elektro in Deutschland zugelassen. Hyundai hat ehrgeizige Pläne. „Wir wollen in diesem Jahr zum größten Anbieter umweltfreundlicher Fahrzeuge werden“, sagt Keller. Bis zu 80.000 Elektroautos sollen 2020 in Europa verkauft werden. Der koreanische Hersteller ist einer der wenige Automarken, die Technologieoffenheit praktizieren. Neben den batterie-elektrischen Kona und Ioniq werden alle denkbaren Hybrid-Versionen angeboten. Mit dem Nexo hat Hyundai ein serienreifes Brennstoffzellen-Fahrzeug im Angebot. Der koreanische Hersteller investiert 50 Milliarden Euro in den Ausbau alternativer Antriebe. Bis 2025 will Hyundai zu den Top 3 Marken für Elektroautos zählen. Bis dahin sollen weltweit 670.000 Elektro- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge verkauft sein.

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Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, Schnellladen, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren derzeit im Bereich Mobilität. Darum dreht es sich in seinen Artikeln und Videos. Der Journalist ist stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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